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Euro 2016 Frankreich EM-Pokal
24 Mannschaften werden bei der Eurpameisterschaft 2016 in Frankreich teilnehmen © Getty Images

München - Im Sommer findet in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft statt. Auf wen kann das DFB-Team in der Vorrunde treffen? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Turnier.

Wie wurden die Töpfe für die Auslosung verteilt?    

Strikt nach dem UEFA-Koeffizienten - mit einer Ausnahme. Statt Frankreich (33,599) hätte eigentlich Italien (34,345) als sechstes Team in Topf 1 gehört. Doch da der Gastgeber immer gesetzt ist, sind die Franzosen Gruppenkopf. Den besten Koffizienten hat immer noch Deutschland (40,236) vor Spanien (37,962). Dazu sind noch England (35,963), Portugal (35,138) und Belgien (34,442) im ersten Topf. Den niedrigsten Koeffizienten hat Nordirland (22,610).      

Wie verläuft die Auslosung?

Die Auslosung steigt am Samstagabend (ab 18 Uhr im LIVETICKER). Zunächst werden die gesetzten Teams auf die verschiedenen Gruppen verteilt, wobei Gastgeber Frankreich bereits als Kopf von Gruppe A feststeht.

Das erste Los aus Topf 1 kommt als B1 in Gruppe B. Das zweite Los wird gezogen und die Mannschaft kommt als C1 in Gruppe C, so geht es weiter bis Gruppe F.

Dann folgt Topf 4. Das erste gezogene Team kommt in Gruppe A, auf welcher Position wird ebenfalls gelost. Das zweite gezogene Team kommt in Gruppe B und so geht es weiter bis alle Teams aus Topf 4 gezogen sind. Als nächste kommt mit derselben Prozedur Topf 3 an die Reihe, dann Topf 2. (Alles zur EM-Auslosung am Sonntag, ab 13 Uhr im Volkswagen Doppelpass SpezialLIVE im TV auf SPORT1).    

Welche Gruppe ist die schwerste, die Deutschland droht?    

Eine richtige "Hammergruppe" droht dem Weltmeister aufgrund des aufgeblähten Starterfeldes nicht. Alle Gruppenköpfe fürchten nur ein Los: Italien. Deutschland vor allem. Gegen die Squadra Azzurra hat Deutschland seit 1995 in sieben Spielen nicht gewonnen und in einem Pflichtspiel bei acht Versuchen noch überhaupt nicht.

Zuletzt verlor Deutschland bei der Heim-WM 2006 (0:2 n.V) und der EM 2012 (1:2) jeweils im Halbfinale. Aus Gruppe 3 hat Tschechien den besten Koeffizienten, Schweden um Superstar Zlatan Ibrahimovic oder Quali-Gegner Polen mit Bayern-Torjäger Robert Lewandowski könnten aber noch gefährlicher sein. Aus Topf 4 wäre mit Sicherheit das Duell mit den Türken am Brisantesten. Sie haben auch den höchsten Koeffizienten und stellen spielstarke Bundesliga-Profis wie Hakan Calhanoglu (Leverkusen) und Yunus Malli (Mainz).        

Welche Gruppe wäre die vermeintlich leichteste?    

Aus Topf 2 scheint die Ukraine am Dankbarsten, nicht nur wegen des niedrigsten Koeffizienten. Den hat in Topf 3 Ungarn, doch das deutsche Trainer-Duo Bernd Storck und Andreas Möller könnte ein Risiko sein, weshalb Rumänien oder die Slowakei einfacher erscheinen. In Pott 4 scheint Albanien trotz der positiven Entwicklung das leichteste Los zu sein.        

Wie kommt man an Tickets für die DFB-Spiele?    

Erste und oberste Bedingung: Man muss Mitglied im Fan Club Nationalmannschaft sein. Dieser zählt bisher etwa 50.000 Mitglieder. So kommen zu dem Preis für das billigste Ticket von 25 Euro noch mal mindestens 40 Euro - 10 Euro Aufnahmegebühr und die Jahresgebühr von 30 Euro für 2016 - hinzu. Den Beitrag für 2015 müssen Mitglieder, die jetzt eintreten, nicht mehr bezahlen. Dann braucht man auch noch Glück, denn da es sicher mehr Anfragen als Tickets geben wird, werden diese verlost.         

Wer wird den DFB in Paris vertreten?    

Die gesamte sportliche Führung, bestehend aus Bundestrainer Joachim Löw, den Assistenten Thomas Schneider und Andreas Köpke sowie Manager Oliver Bierhoff, dazu als Delegationsleiter der kommissarische DFB-Präsident Reinhard Rauball und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Wird Michel Platini vor Ort sein?

Nein, die 90-Tage-Sperre gegen den UEFA-Präsidenten wurde am Freitag vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne bestätigt. Damit bleibt Platini bis zum Ablauf am 5. Januar suspendiert.

Wo wird Deutschland spielen?    

Das entscheidet sich erst bei der Auslosung. Im Gegensatz zu vielen anderen Endrunden werden die Gruppenköpfe diesmal aber nicht alle drei Vorrunden-Spiele im selben, sondern ausdrücklich in drei unterschiedlichen Spielorten absolvieren. So sollen alle Stadien in den Genuss der Spitzenteams kommen.         

Warum nehmen diesmal 24 Mannschaften teil?    

Weil die Europäische Fußball-Union das so beschlossen hat. Offizielle Begründung ist das in der Breite gestiegene Niveau. Insider vermuten darin aber auch eine Maßnahme von Funktionären, um sich Stimmen aus den "europäischen Fußball-Schwellenländern" zu sichern.        

Wer ist Stand jetzt EM-Favorit?    

Natürlich ist Deutschland als Weltmeister einer der ganz großen Favoriten. Darüber hinaus zeichnen sich drei heiße Anwärter ab: WM-Viertelfinalist Belgien, inzwischen Weltranglistenerster, mit seinen vielen Jungstars aus internationalen Topklubs wie Eden Hazard oder Kevin De Bruyne. Titelverteidiger Spanien, der im Gegensatz dazu auf die Erfahrung von Iker Casillas, Sergio Ramos oder Andres Iniesta setzt. Und Gastgeber Frankreich, bei dem aber abzuwarten ist, ob das offensivstarke, junge Team um Paul Pogba schon mit dem Druck zurechtkommt.        

Wer ist neu dabei?    

In Frankreich sind fünf Debütanten am Start: die Slowakei, Albanien, Island, Wales und Nordirland. Österreich hat sich zudem erstmals sportlich qualifiziert, 2008 war das Alpenland als Co-Gastgeber dabei. Die Österreicher hätten sich wie die Nordiren als Gruppensieger übrigens auch im alten System mit 16 Teams auf jeden Fall qualifiziert. Island, Wales, die Slowakei und Albanien wurden in der Qualifikation Zweiter. Sie lösten ihr Ticket ohne den Umweg über die Play-offs und hätten auch im alten Modus eine Chance auf die Teilnahme gehabt.        

Welche Größen fehlen?    

Allen voran die Niederlande, vor anderthalb Jahren in Brasilien noch WM-Dritter, nun nur Vierter in der Quali-Gruppe hinter Tschechien, Island und der Türkei. Überraschend auch das Aus der Dänen, die Gruppendritter hinter Portugal und Albanien wurden und dann in den Play-offs an Schweden scheiterten. Auch  Griechenland fehlt, der letzte Europameister, der nicht Spanien hieß. Der inzwischen vom Deutschen Michael Skibbe trainierte Champion von 2004 wurde in seiner Gruppe sogar Letzter hinter den Färöern. Als bestes Team der FIFA-Weltrangliste fehlt nach den Niederlanden (14.) Bosnien-Herzegowina (22.), das bei der WM in Brasilien sein WM-Debüt gefeiert hatte.        

Wird es nach den Terror-Anschlägen besondere Sicherheitsmaßnahmen in Paris geben?    

Die UEFA hält sich bedeckt. "Es wird strenge Sicherheitsvorkehrungen rund um die Auslosung geben, aber Details nennen wir nicht", teilte sie mit. Da Paris ab dem 30. November auch den UN-Klimagipfel sicher über die Bühne gebracht hat, fühlen sich die Stadt und die UEFA aber gut gerüstet.

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