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FBL-EURO-2016-STADIUM
Die EM 2016 in Frankreich startet am 10. Juni © Getty Images

München - In 100 Tagen beginnt die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Wie ist der Stand der Dinge? Wie sicher ist das Turnier? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Nur noch 100 Tage, dann geht es los: Die Europameisterschaft 2016 feiert am 10. Juni ihre Eröffnung, wenn Gastgeber Frankreich auf Rumänien trifft.

Vor allem nach den Anschlägen in Paris gibt es immer wieder Bedenken.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur EM 2016.

Wie hoch ist die Terrorgefahr?

Ein Gespenst geht um in Frankreich, das Gespenst des Terrorismus. Und die Angst vor neuen Anschlägen von IS-Terroristen beeinflusst die EURO 2016 massiv. Im Fokus steht vor allem das Stade de France, in dem Frankreich am 10. Juni auf Rumänien trifft.

In jenem Stadion muss auch Weltmeister Deutschland am 16. Juni sein Gruppenspiel gegen Polen austragen. Und in jenem Stadion wird am 10. Juli das Finale ausgetragen.

In jenem Nationalstadion kam es am 13. November 2015 während des Länderspiels der Franzosen gegen Deutschland im Umkreis der Arena zu drei Bombenanschlägen von islamistischen Terroristen. Insgesamt kamen bei den Attentaten 130 Menschen um, 352 wurden verletzt.

France v Australia - International Match
Im Stade De France wird das Finale der EM 2016 ausgetragen © Getty Images

Das verleitet Jacques Lambert, den lokalen Organisationschef der EURO 2016, zur gebetsmühlenartigen Wiederholung seiner These: "Die Stadien, die Mannschaftshotels, die Trainingsplätze, die Hotels der Delegationen sind sicher, obgleich kein Mensch 100-prozentige Sicherheit garantieren kann. Die Sicherheit für erstmals 24 Mannschaften hat seit dem ersten Tag unserer Kandidatur absolute Priorität. Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo wussten wir, dass etwas passieren würde – nur nicht wann und wo."

Natürlich will Lambert nicht verraten, welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Klar ist nur, dass es weiträumig um die Stadien einen ersten Kontrollring geben wird und dass alle Besucher professionell abgetastet werden.

In den zehn Ausrichterstädten (Lille, Lens, Paris, St. Denis, Lyon, St. Etienne, Marseille, Nizza, Toulouse, Bordeaux) werden täglich jeweils 20.000 bis 100.000 Besucher erwartet. Bordeaux hatte, wie 2012 in Polen, einen Polizisten pro 100 Besucher einkalkuliert und war schon auf Kosten von 700.000 Euro gekommen.

Für Alain Bauer, Sprecher des Verbandes der privaten Sicherheitsdienste, reicht das nicht aus: "Die Zonen bei den Public-Viewing-Veranstaltungen müssen ja Tag und Nacht gesichert werden. Selbst wenn jetzt noch Tausende von Sicherheitskräften vom Himmel fallen – wie sollen die denn ausgebildet werden?"

Drohen der EM 2016 Geisterspiele?

Sollte es aufgrund der Terrorgefahr zu kurzfristigen Spielabsagen kommen, könnte dieses eigentlich undenkbare Szenario tatsächlich eintreten.

"Wir verlegen das Spiel auf den nächsten, spätestens übernächsten Tag. Idealerweise wird dieses drei Stunden vor dem an diesem Tag angesetzten Spiel stattfinden. Die Frage wäre dann, ob mit oder ohne Zuschauer", sagte der von Europäischen Fußball-Union (UEFA) eingesetzte Turnierdirektor Martin Kallen der Sport Bild.

Zu EM-Geisterspielen könne es kommen, "wenn wir ein Spiel wegen der Terrorgefahr in eine andere Stadt verlegen müssten", so Kallen: "Denn die Zuschauer, die Tickets für dieses Spiel haben, würden es so kurzfristig organisatorisch gar nicht schaffen, anzureisen und sich ein Hotel zu besorgen. Um es ganz klar zu sagen: Sicherheit und die Durchführung des Turniers haben Vorrang vor allem anderen".

Gibt es noch Tickets?

Nichts geht mehr. Ende Januar endete die zweite Verkaufsphase mit 800.000 Tickets. In der ersten Verkaufsphase vom 10. Juni bis 10. Juli 2015 gingen für die eine Million verfügbaren Tickets 11,264 Millionen Anträge aus 209 Ländern ein.

Allerdings wird es im März und April eine Tauschbörse der UEFA geben, bei der Tickets zurückgegeben oder getauscht werden können. Über das genaue Prozedere ist noch nichts bekannt.

Wie ist die Lage beim DFB-Team?

Joachim Löw hat einige Baustellen vor der Brust. Es betrifft vor allem die Stars Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Jerome Boateng.

18 Tage vor der Nominierung von Löw für die ersten beiden Länderspiele des Jahres am 26. März in Berlin gegen England in Berlin und drei Tage darauf in München gegen Italien ist vor allem WM-Held Götze nur noch zweite Wahl.

Löw muss sich auch um seinen Kapitän Schweinsteiger und vor allem um Abwehrchef Boateng sorgen, der wegen einer schweren Muskelverletzung frühestens im April wieder trainieren kann.

Mit dem Schalker Kapitän Benedikt Höwedes, der auch auf der vom DFB veröffentlichen Liste der 31 EM-Kandidaten steht, ist ein weiterer WM-Champion wegen einer Muskelverletzung noch einige Zeit außen vor. Und Holger Badstuber, dem noch Außenseiterchancen für die EM eingeräumt worden waren, wurde von einer Knöchelfraktur erneut zurückgeworfen.

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