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Ascona - Bundestrainer Joachim Löw muss beim Trainingslager in Ascona angeschlagene Spieler durchschleppen. Zwei Wochen vor der EM beleuchtet SPORT1 den Stand der Verletzten.

Thomas Müller fehlte bei der Trainingseinheit am Donnerstagvormittag in Ascona.

Sorgen um den Offensivstar des FC Bayern muss sich Bundestrainer Joachim Löw aber nicht machen. Die Pause war abgesprochen, Müller soll nach der strapaziösen Saison ebenso wie Mesut Özil zu Beginn des Trainingslagers etwas "den Kopf frei bekommen", wie Löw betonte.

Sorgenkinder hat Löw vor der am 10. Juni beginnenden EM in Frankreich dennoch.

Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels blieben am Donnerstag im Hotel, Marco Reus trainierte individuell.

SPORT1 gibt einen Überblick über die angeschlagenen Spieler.

Sami Khedira:

Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin hatte sich Anfang Mai einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen und beim Auftakt in Ascona noch individuell trainiert. Am Donnerstag stieß er aber bereits wieder zum Training mit der Mannschaft dazu und wirkte auch am Abend beim Trainingsspiel gegen die U20 mit.

Khedira ist leiderprobt. Vor der WM 2014 wurde er nach einem Kreuzbandriss und monatelanger Pause noch rechtzeitig zum Turnier in Brasilien fit. Diesmal ist es deutlich weniger problematisch.

Ob Khedira im Länderspiel am Sonntag in Augsburg gegen die Slowakei zum Einsatz kommen wird, ließ Assistenztrainer Thomas Schneider noch offen.

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Benedikt Höwedes:

Schalkes Kapitän fiel mit einem Muskelfaserriss drei Monate aus.

Rechtzeitig zum Trainingslager hat sich Höwedes aber zurückgemeldet.

Der Verteidiger geht davon aus, "topfit" ins Turnier in Frankreich gehen zu können und wurde von Löw im Test gegen die U20 als Innenverteidiger-Duo mit Shkodran Mustafi getestet.

Mario Götze:

Wegen eines Rippenbruchs hatte Götze das Pokalfinale mit dem FC Bayern verpasst.

In Ascona trainiert er aber bereits wieder mit der Mannschaft - allerdings zurückhaltend. "Bei den Zweikämpfen muss Mario etwas aufpassen", sagte Löw.

Beim Trainingsspiel am Abend gegen die U20 durfte Götze von Beginn an ran und erzielte in der 19. Minute sogar das erste Tor für die A-Nationalmannschaft.

Mario Götze
Mario Götze stieg am Donnerstag ins Mannschaftstraining des DFB-Teams ein © Getty Images

Wie bei Khedira ist auch sein Einsatz am Sonntag gegen die Slowakei noch offen. Dabei würde Götze Spielpraxis gut tun, bei den Bayern war er unter Guardiola nur noch selten zum Zuge gekommen.

Marco Reus:

Reus trainierte am Donnerstag gemeinsam mit dem zuletzt stark belasteten Özil nur individuell in einem Zelt.

Den Offensivspieler von Borussia Dortmund plagen Adduktorenprobleme.

Reus sollte aber bald wieder voll belastbar sein.

"Bei Marco Reus schaut es gut aus, es ist absehbar, dass er wieder ins Training einsteigt", sagte Co-Trainer Thomas Schneider auf SPORT1-Nachfrage.

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Mats Hummels:

Die Verletzung von Hummels aus dem Pokalfinale stellte sich als kleiner Muskelfaserriss in der Wade heraus, das verriet Löw am Mittwoch.

Besorgniserregend mit Blick auf die EM ist die Verletzung nicht, wirft den Innenverteidiger in der Vorbereitung aber ein paar Tage zurück.

"Bei Mats müssen wir von Tag zu Tag schauen, er ist noch nicht belastbar. Er wird behandelt und es wird besser, aber es ist noch zu früh, eine Prognose abzugeben", sagte Schneider auf SPORT1-Nachfrage.

Das Länderspiel am Sonntag gegen die Slowakei wird zu früh für Hummels kommen, bis zur Generalprobe am 4. Juni in Gelsenkirchen gegen Ungarn dürfte es aber reichen.

Bastian Schweinsteiger:

"Bastian braucht jetzt Trainingspraxis und Rhythmus", sagte Löw über seinen Kapitän. Nur: Davon ist der Mittelfeldspieler von Manchester United noch immer entfernt.

Seit seiner erneuten Knieverletzung im März hat Schweinsteiger kein Spiel mehr bestritten, in Ascona trainierte er bislang nur individuell.

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Doch Schweinsteiger und die DFB-Verantwortlichen hoffen weiter auf die rechtzeitige Rückkehr.

"Er hatte hier zwei harte Trainingseinheiten und ich habe ein paar Bälle mit ihm gespielt", sagte Schneider: "Es sieht schon sehr gut aus."

Schweinsteiger sagte am Mittwoch: "Vor der WM in Brasilien war ich in einem noch schlechteren Zustand." Da wurde er im Finale gegen Argentinien als aufopferungsvoller Leader im Mittelfeld zum Helden.

Schweinsteigers EM-Teilnahme bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit - mit offenem Ausgang.

Fazit:

Echtes Sorgenkind ist gut zwei Wochen vor Beginn der EM einzig Schweinsteiger. Zudem hatte Ilkay Gündogan wegen seiner Knieverletzung bereits im Vorfeld seine EM-Teilnahme absagen müssen.

Im Vergleich zur Vorbereitung auf die WM vor zwei Jahren ist die Situation aber entspannter. Damals hatte wegen einer Schulterverletzung lange Zeit ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Torhüter Manuel Neuer gestanden. Zudem waren Khedira und Schweinsteiger erst im Laufe des Turniers richtig fit geworden.

Reus war damals sogar im letzten Vorbereitungsspiel noch verletzt ausgefallen.

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