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Historische Rivalen: Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen © SPORT1-Montage: Paul Haenel/Getty Images/Imago

Augsburg und München - Bernd Leno feiert ein unglückliches Debüt, Marc-Andre ter Stegen patzt: Die Ersatzmänner von Manuel Neuer entfachen eine klitzekleine Torwartdiskussion.

Sicher, es gibt drängendere Fragen im EM-Kader der Nationalmannschaft als jene, wer die Nummer zwei oder drei hinter Manuel Neuer im Tor wird. Der Welttorhüter ist fit, gut in Form und sowieso über jegliche Zweifel erhaben.

Wenn alles normal läuft, wird Neuer nicht nur bei der EM in Frankreich im Tor stehen, sondern auch noch bei den nächsten zwei, drei oder sogar vier Turnieren. Er ist 30, Italiens Gigi Buffon beweist gerade, dass Torhüter auch mit 38 noch Weltklasse sein können. (Wer soll im DFB-Kader bleiben? Wählen Sie bei SPORT1 Ihr Team!)

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Klitzekleine Torwartdiskussion

Für Neuers auserkorene Kronprinzen dürfte diese Aussicht generell nicht die angenehmste sein. Und nach dem 1:3 gegen die Slowakei in den Hagelspielen von Augsburg haben sie sich auch noch eine klitzekleine Torwartdiskussion eingebrockt.

Denn Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen, die von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke auserkorenen Thronfolger, wackelten gegen die Slowaken.

Leno hatte bei seinem verspäteten Debüt - eigentlich hätte es schon bei dem kurz vor Anpfiff abgesagten Länderspiel gegen die Niederlande im November stattfinden sollen - zunächst nichts zu tun. Musste dann aber nach den ersten beiden Schüssen der Slowaken den Ball wieder aus dem Tor sammeln. Bei beiden Gegentoren war er aber von seiner Defensive im Stich gelassen worden.

Ein Patzer für die Pannenshows

Ter Stegen ließ in der zweiten Halbzeit den Ball beim Schuss von Juraj Kucka zum 1:3 so schön durch seine Beine flutschen, dass sein Pitsch-Patsch-Patzer sicherlich noch in einigen Pannenshows gezeigt werden dürfte.

(Der EM-Spielplan: Hier downloaden und ausdrucken!)

"Ich sehe den Ball nicht mehr vor lauter Wasser, aber natürlich ist das mein Fehler, gar keine Frage. Natürlich ärgert mich das, es wäre schlimm, wenn es mich nicht ärgern würde", sagte er: "Aber ich schaue da ganz normal drauf, weil ich weiß, was da passiert ist."

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Bei der Nationalmannschaft ist der Wurm drin

Doch der Patzer passte ins Bild von ter Stegens bisheriger Nationalmannschaftskarriere. Sechs Länderspiele hat der Keeper des FC Barcelona nun für die DFB-Elf absolviert, vier davon verlor er.

16 Gegentore kassierte er dabei - darunter fünf bei seinem Debüt am 26. Mai 2012 beim 3:5 gegen die Schweiz, drei beim 1:3 gegen Argentinien bei seinem zweiten und vier bei seinem dritten, einem 3:4 gegen die USA. Bei der Gelegenheit verschuldete er bei einem harmlosen Rückpass sogar ein Eigentor.

Im DFB-Trikot ist irgendwie der Wurm drin beim 24-Jährigen.

Rivalen, seit sie denken können

Dazu kommt: Die Rivalität zwischen ter Stegen und dem gleichaltrigen Leno ist historisch. Die beiden sind praktisch Konkurrenten, seit sie denken können - und mögen sich nicht wirklich. "Wir sind Konkurrenten. Da ist es logisch, dass wir keine besten Freunde sind. Irgendwann kam es halt dazu, dass wir uns nicht mehr mochten", sagte Leno einmal. 

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"Von diesen Problemen, die es sicher in früherer Vergangenheit gegeben hat, habe ich hier nichts mitbekommen", sagte Köpke nun am Freitag: "Beide gehen vernünftig miteinander um. Wenn wir da Bedenken gehabt hätten, hätten wir reagiert."

Fährmann und Trapp spielen keine Rolle

Ein kleines Risiko ist Köpke dennoch eingegangen. Statt wie bei der WM 2014 auf loyale und pflegeleichte Ersatzkeeper wie Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler zu setzen, nominierte er für die EM die zwei ehrgeizigen Kronprinzen. Die etwas älteren Ralf Fährmann (27) vom FC Schalke und Kevin Trapp (25) von Paris Saint-Germain schauten wieder in die Röhre.

Allzu sicher dürfen sich ter Stegen und Leno aber für die Zukunft nicht sein. Kölns Timo Horn ist noch ein Jahr jünger als sie.

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