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München - Die großen Überraschungen im EM-Kader bleiben aus, an einigen Stellen nimmt der Bundestrainer aber Gefahren in Kauf. SPORT1 zeigt die Chancen und Risiken im DFB-Team.

Die großen Überraschungen gab es nicht, als Joachim Löw den vorläufigen Kader für die EM 2016 in Frankreich bekanntgab.

Zumindest aber setzt der Bundestrainer ein Zeichen in Richtung Zukunft und bietet gleich mehreren Youngstern die Möglichkeit, sich dauerhaft zu empfehlen. Vier Spielern ohne A-Länderspiel das Vertrauen zu schenken, bietet Raum für neue Impulse.

Auf der anderen Seite traut sich Löw an anderer Stelle nicht an einige altbekannte Baustellen heran, hat mit dem Weltmeistertitel aber auch das beste Argument dafür auf seiner Seite. Nur: Was, wenn der Erfolg diesmal ausbleibt?

SPORT1 zeigt Chancen und Risiken des deutschen EM-Kaders auf.

Chancen

Youngster: Joshua Kimmich, Julian Brandt, Leroy Sane und Julian Weigl können jetzt auf der ganz großen Bühne auf sich aufmerksam machen. In ihren Klubs haben sie es längst getan, nun folgt die nächste Stufe.

Vor allem aber wird es darum gehen zu zeigen, dass sie nicht nur Optionen für die Zukunft, sondern bereits für die Gegenwart sind - und bereit, wenn es darauf ankommt.

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Sollte etwa Bastian Schweinsteiger nicht fit werden, könnte Dortmunds Senkrechtstarter Weigl seine Stärke auch im DFB-Dress unter Beweis stellen und sich als Alternative, zumindest als Backup empfehlen.

Variabilität: Mit den Nominierten kann Joachim Löw taktisch flexibel agieren lassen - angefangen bei der Abwehr. Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels und Shkodran Mustafi sind allesamt Dreierketten-erprobt.

Für die Außen bieten sich Sebastian Rudy und Jonas Hector an, die das Ganze bei Ballbesitz des Gegners prompt zu einer Fünferkette umfunktionieren können.

In der Offensive hat Löw ohnehin flexible Leute in seinen Reihen. Allein Kimmich, Sane, Julian Draxler, Mario Götze, Marco Reus und Andre Schürrle können auf mehreren Positionen spielen. Das macht das deutsche Team für die Gegner schwer auszurechnen.

Titel-Hunger: Der EM-Gewinn fehlt ihnen allen. Aber vor allem diejenigen, die nicht beim WM-Erfolg in Brasilien vor zwei Jahren dabei waren, könnten mit ihrer Extra-Gier noch einmal für einen besonderen Kick sorgen.

Angeführt von Pechvogel Marco Reus, der auch mit dem BVB bisher "nur" den Supercup gewinnen konnte, hoffen gleich 13 Nominierte - und damit fast die Hälfte des vorläufigen Kaders - auf ihren ersten Titel mit dem DFB-Team.

Risiken

Außenverteidigung: Lässt Löw mit Viererkette spielen, fehlen ihm Alternativen. Hector machte seinen Job auf der linken Seite zuletzt ordentlich, in den entscheidenden Situationen fehlt es ihm aber genauso wie rechts Rudy an internationaler Erfahrung. Die Baustelle Außenverteidigung ist ohnehin schon länger eine größere im DFB-Team.

Dabei spielte Dortmunds Marcel Schmelzer unter Thomas Tuchel eine starke Saison und wäre ebenso eine Option gewesen wie der vielseitige und genauso Europapokal-erfahrene Erik Durm auf der rechten Seite.

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Lukas Podolski: Das Dauerthema. Bei vielen umstritten wegen fehlender Spielpraxis und - so sagen es seine Kritiker - auch fehlender Klasse. Immerhin fand er bei Galatasaray im Saisonendspurt wieder in die Spur, kam aber zuletzt auch in der Nationalmannschaft selten über die Joker-Rolle hinaus.

Sturm: Mario Gomez ist zurück im DFB-Team - das war es dann aber auch schon an gelernten Stürmern. Klar, Löw setzt auf Flexibilität, zumal auch Schürrle oder Thomas Müller an vorderster Front auflaufen können oder aber Götze als falsche Neun. Gegen tief stehende Mannschaften kann das jedoch gerne mal zum Verhängnis werden.

Bastian Schweinsteiger: Nominiert ist der Kapitän, eine rechtzeitige Rückkehr nach seinem Innenbandteilriss ist aber keineswegs sicher. "Wir haben die Aufgabe, ihn an die Mannschaft heranzuführen", sagt Löw.

Natürlich braucht ein Bastian Schweinsteiger aufgrund seiner Erfahrung keine allzu lange Anlaufzeit - aber Spielpraxis schadet sicher auch dem WM-Kämpfer von 2014 nicht.

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