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Europol hält die EM in Frankreich für ein mögliches Ziel von Terroristen
Europol hält die EM in Frankreich für ein mögliches Ziel von Terroristen © Getty Images

Der Direktor der EU-Polizeibehörde blickt "mit großer Sorge" auf das Turnier in Frankreich - und sieht die Sicherheitskräfte vor einer "besonderen Herausforderung".

Die EU-Polizeibehörde Europol warnt vor möglichen terroristischen Anschlägen während der EM in Frankreich.

"Ich blicke mit großer Sorge auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft", sagte Europol-Direktor Rob Wainwright im Interview mit der Tageszeitung Die Welt: "Sie ist ein attraktives Ziel für Terroristen."

"Weiche Ziele" wie Cafes, Restaurants oder einen Konzertsaal zu attackieren, sei erschreckend einfach.

"Für die Polizei stellt so etwas eine besondere Herausforderung dar", sagte Wainwright.

Der Brite fordert, dass sich die europäischen Polizeikräfte angesichts der militärischen Attacken mit Kriegswaffen besser schützen müssen.

"Wir müssen der Brutalität dieser Anschläge ins Auge sehen", sagte Wainwright: "Gefordert sind Polizeieinheiten, die auf derartige Anschlagsszenarien und Geiselnahmen wie etwa im Bataclan-Konzertsaal in Paris reagieren können. In Deutschland ist da schon einiges getan worden, in Großbritannien und Frankreich ebenfalls."

Wainwright setzt sich für eine europaweite Datei mit den Namen islamistischer Gefährder ein.

"Tatsächlich gibt es zwischen den Mitgliedsstaaten noch keine einheitliche Definition dafür, wer als besonders gefährlich gilt", sagte Wainwright.

Jedes Land verfüge über eine eigene Definition etwa, was ein 'Foreign Fighter' ist: "Wir brauchen hier dringend einheitliche Kategorien! Nur so bekommen wir heraus, wer die wirklich gefährlichen Islamisten sind, die nach ihrer Rückkehr auch Anschläge begehen könnten."

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