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Lille - Deutschland präsentiert sich beim 3:0-Sieg gegen die Slowakei in Titelform. Die Spieler denken nicht an eigene Befindlichkeiten und nehmen den Titel ins Visier.

Es war ein durch und durch überzeugender Auftritt. Durch das 3:0 (2:0) gegen die Slowakei hat die deutsche Mannschaft nicht nur das Viertelfinale erreicht, sie hat sich zugleich in die Rolle des Turnierfavoriten geschossen.

Auch wenn in der nächsten Runde Hochkaräter wie der aktuelle Europameister Spanien oder Italien warten, das DFB-Team ist bereit, jetzt können die großen Gegner kommen.

"Ja. Wir sind gut drauf und nach dem Spiel heute müssen wir selbstbewusst sein", sagte Jerome Boateng und ergänzte: "Aber wir müssen es im nächsten Spiel umsetzen und durchziehen."

Boateng hatte gegen die Slowaken mit seinem ersten Länderspieltor den Weg zum Sieg bereitet und auch in der Defensive den Laden gewohnt souverän zusammengehalten. Kurz: Er war vorne und hinten weltklasse.

SPORT1 nennt Gründe, warum die deutsche Mannschaft auf dem richtigen Weg zum Titel ist.

- Die Offensive trifft

Julian Draxler, Vorlagengeber zum 2:0 und Schütze des 3:0, hat ein Ausrufezeichen gesetzt, wenngleich es Draxlers erstes wirklich ganz starkes Länderspiel war.

Mario Gomez überzeugte erneut als Torjäger und lässt die zuletzt geführte Diskussion um echte oder falsche Neun immer mehr verstummen. Gomez zog durch seinen Treffer mit Jürgen Klinsmann als bester deutscher EM-Schütze gleich, doch das interessierte ihn nur am Rande.

"Unser Ziel und mein Ziel ist es nicht Rekorde zu brechen, sondern Europameister zu werden", sagte Gomez mit breiter Brust nach seinem zweiten Turniertreffer. Bei der EM 2012 hatte er drei Mal getroffen, doch die Mannschaft war im Halbfinale gegen Italien ausgeschieden.

- Keine Angst vor dem Gegner

Italien oder Spanien heißt der Gegner am Samstag in Bordeaux. Mit beiden Gegnern hat die deutsche Mannschaft in der Vergangenheit bei großen Turnieren schlechte Erfahrungen gemacht.

"Einen Angstgegner gibt es nicht", sagte Manuel Neuer zu SPORT1, "aber wir werden im Viertelfinale mehr gefordert, auch in der Defensive." Auf die DFB-Elf werde eine ganz andere Aufgabe zukommen, "weil wir einen Gegner haben werden, der mitspielen will", erklärte der Kapitän.

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- Die Null steht

Ob Spanien oder Italien, auf Neuer und die Abwehr wird in jedem Fall mehr Arbeit zukommen als in der Gruppenphase und gegen die Slowakei. Dass die deutsche Mannschaft in allen vier Spielen ohne Gegentor blieb, macht ebenfalls Hoffnung auf eine erfolgreiche EM.

"Es ist gut, dass die Null steht. Die Offensive gewinnt ein Spiel, aber die Defensive gewinnt ein Turnier", sagte Benedikt Höwedes zu SPORT1. "Es ist eine Floskel, aber es ist tatsächlich auch ein Fünkchen Wahrheit daran. Nach vorne geht immer was."

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- Mannschaftliche Geschlossenheit

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Geschlossenheit der Mannschaft. Höwedes stand in den ersten beiden Spielen in der Startelf, gegen Nordirland und die Slowakei bekam aber Joshua Kimmich den Vorzug als Rechtsverteidiger. Höwedes wurde zweimal für Boateng eingewechselt.

"Ich habe jedes Spiel gemacht, von daher leiste auch ich meinen Beitrag, dass wir erfolgreich sind. Das ist wichtig für mich und alle anderen leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag", sagte der Schalker: "Wenn eine Gemeinschaft stark ist, kann sie auch erfolgreich sein."

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- Der Glaube an den Erfolg

Lukas Podolski brachte es auf den Punkt. "Wir haben eine realistische Chance, Europameister zu werden", sagte Podolski, der in der 72. Minute eingewechselt wurde und seinen ersten Einsatz bei dieser EM hatte.

Weltmeister sind sie schon, jetzt wollen Joachim Löws WM-Helden auch den EM-Pokal.

"Jeder, ich, die Betreuer, das ganze Team, alle wollen diesen Cup", meinte der 31-Jährige nach seinem 129. Länderspiel: "Jetzt beginnt das Turnier. Wir haben heute den ersten Schritt gemacht, jetzt fehlen nur noch drei."

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