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EM-Gruppe C im SPORT1-Check
Deutschland und Polen sind die Favoriten in EM-Gruppe C © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images/Imago

Evian-les-Bains - Deutschland ist der klare Favorit in Gruppe C. Für Lewandowskis Polen geht es um Platz zwei. Die Ukraine setzt auf alte Bekannte, Nordirland auch auf einen Drittligist.

Am heutigen Freitag beginnt in Frankreich mit dem Spiel des Gastgebers gegen Rumänien die EM 2016. Deutschland startet am Sonntag gegen die Ukraine ins Turnier. Vorher gibt SPORT1 einen Überblick der Stars, Trainer und die aktuelle Form der Teams. In Gruppe C ist das DFB-Team klarer Favorit.

DEUTSCHLAND

Stars: Die Weltmeister von 2014 bilden das Gerüst der Mannschaft. Manuel Neuer im Tor, Jerome Boateng als Abwehrchef, Toni Kroos und Sami Khedira im zentralen, Mesut Özil im offensiven Mittelfeld und Thomas Müller rechts vorne bilden die Hauptachse der Mannschaft. WM-Finaltorschütze Mario Götze ist nach einer schwierigen Saison bei Bayern München im DFB-Team wieder aufgeblüht. Bastian Schweinsteiger war lange verletzt und ist noch nicht fit, ebenso wie der angeschlagene Mats Hummels.

Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team
Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team © SPORT1 Grafik: Paul Haenel

Trainer: Für Joachim Löw ist die EM das fünfte Turnier als Cheftrainer. Sollte er nach dem WM- auch den EM-Titel gewinnen, wäre der 56-Jährige der zweite Bundestrainer nach Helmut Schön (EM 1972, WM 1974) mit zwei Turniersiegen als Chef.

Form: Nach der gewonnenen WM durchlief das DFB-Team ein Tief, verlor in der EM-Qualifikation in Polen und Irland, mühte sich aber zum Gruppensieg. In diesem Jahr gab es Licht und Schatten: Gegen England und die Slowakei setzte es Niederlagen, gegen Italien überzeugte die Mannschaft, gegen Ungarn feierte sie eine gelungene Generalprobe. Löw muss, wie schon vor der WM, verletzungsbedingte Ausfälle (Gündogan, Reus, Rüdiger) verkraften.

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UKRAINE

Stars: Andrij Jarmolenko (Dynamo Kiew) und Jewhen Konopljanka (FC Sevilla) sind die beiden herausragenden Offensivkräfte der Mannschaft. Jarmolenko wurde von internationalen Spitzenklubs (u.a. Manchester United, Arsenal, Chelsea und Borussia Dortmund) umworben. Die Stärke der beiden Flügelspieler zeigt zugleich das Problem der Mannschaft: Jarmolenko (sechs Treffer) und Konopljanka waren in der EM-Qualifikation an mehr als der Hälfte der ukrainischen Tore beteiligt. Im Mittelfeld spielt immer noch der mittlerweile 37 Jahre alte Anatolij Tymoschtschuk. Der Ex-Münchner, der bei Qairat Almaty in Kasachstan spielt, ist aber nicht mehr erste Wahl. Im Tor ist Andrij Pjatow (Schachtjor Donezk) seit Jahren eine Bank, wenn auch nicht immer fehlerfrei.

Trainer: Michail Fomenko trainiert die Nationalmannschaft seit dreieinhalb Jahren. Zuvor arbeitete er als Vereinscoach in Russland (Belgorod) und bei verschiedenen Klubs in der Ukraine. 1993 gewann er mit Dynamo Kiew das Double, 1994 war er Nationaltrainer in Guinea. Als Spieler (Verteidiger) gewann er 1975 mit Kiew den Europapokal der Pokalsieger.

Form: Die Ukraine beendete ihre Qualifikationsgruppe hinter Spanien und der Slowakei auf Platz drei und qualifizierte sich erst über die Playoffs gegen Slowenien zum ersten Mal sportlich für eine EM. In den letzten beiden Tests gab es für den EM-Co-Gastgeber von 2012 zwei Siege über EM-Teilnehmer: 3:1 gegen Albanien und 4:3 gegen Rumänien.

POLEN

Stars: Robert Lewandowski ist der absolute Superstar. Der Torjäger des FC Bayern erzielte in der Qualifikation 13 Tore (Einstellung des EM-Quali-Rekords). Jakub Blaszczykowski war bei der Heim-EM 2012 noch Kapitän und Leistungsträger bei Borussia Dortmund. Mittlerweile spielt "Kuba" beim AC Florenz und hat die Kapitänsbinde an Lewandowski übergeben. Arkadiusz Milik konnte sich in Leverkusen und Augsburg nicht durchsetzen, bei Ajax Amsterdam ging aber sein Stern auf und im Nationalteam platzte ebenfalls der Knoten. Der Dortmunder Lukasz Piszczek ist seit Jahren als Rechtsverteidiger gesetzt. Grzegorz Krychowiak gewann mit dem FC Sevilla zweimal die UEFA Europa League und ist neben Lewandowski der momentan international erfolgreichste polnische Spieler.

Trainer: Adam Nawalka ist seit November 2013 Nationaltrainer. Seitdem er Lewandowski zum Kapitän gemacht hat, läuft es noch besser im polnischen Team. Nawalka ist ein Workaholic, ein Pragmatiker und taktisch versierter Trainer.

Form: In der Qualifikation belegte Polen hinter Deutschland Platz zwei, feierte dabei den ersten Sieg überhaupt gegen das DFB-Team und ist zum dritten Mal nach 2008 und 2012 bei einer EM dabei. Das Viertelfinale ist drin für Lewandowski und Co.

Den Spielplan gibt es als PDF zum Download - dazu einfach aufs Bild klicken © SPORT1

NORDIRLAND

Stars: Kapitän und Herzstück der "Green and White Army" ist Steven Davis (FC Southampton). Das 1,72 Meter große und kompakte Kraftpaket ist der Spieler mit dem höchsten Marktwert (ca. sechs Millionen Euro). Knapp 250 Premier-League-Einsätze und 83 Länderspiele hat der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler absolviert. Will Grigg schoss Wigan Athletic mit 25 Toren zum Aufstieg in Englands zweite Liga und traf im Mai zum ersten Mal im Nationalteam. Er bestritt kein Spiel in der EM-Quali, das Video "Grigg's on fire" ist aber ein Hit bei YouTube.

Im Sturm ist aber Kyle Lafferty (Norwich City) gesetzt. Sieben von 16 Toren in der EM-Quali gehen auf sein Konto, dazu Trainingsschlägereien, Sperren und Frauengeschichten. Er ist ein kleiner Verschnitt der nordirischen Fußball-Legende George Best. Mit dem Unterschied, dass Lafferty nun sein erstes großes Turnier bestreitet. Das blieb Best verwehrt.

Interessant: Keiner im Kader spielt bei einem nordirischen Verein.

Trainer: Achtung Verwechslungsgefahr! Coach der Nordiren ist Michael O'Neill. Namensvetter Martin O'Neill ist Trainer des Nachbarlands Irland! Michael hat die Nordiren zur ersten EM-Teilnahme überhaupt geführt. Das "Norn Iron", Wortspiel aus Northern (Nord) und Iron (Eisen) hat sich in der Qualifikation als Gruppenerster gegen Ungarn und Rumänien durchgesetzt. Der Verband vertraut dem Trainer blind, hat seinen Vertrag vor kurzem bis 2020 verlängert.

Form: Gut! Die Nordiren haben die Qualifikation mit nur einer Niederlage sehr erfolgreich bestritten. Die EM wird das erste Turnier für die 1,58-Millionen-Einwohner-Nation seit 30 Jahren. Bisher erreichten die Nordiren drei Mal eine WM-Endrunde (1958, 1982, 1986). Schon im Oktober in der WM-Qualifikation trifft man wieder auf Deutschland. 

Alle Kader der EM 2016 in Frankreich im Überblick © SPORT1-Grafik/Getty Images

Das sagt SPORT1-Experte Thomas Helmer:

"Deutschland ist auf jeden Fall einer der Topfavoriten. Daher rechne ich auch mit drei Siegen in der Vorrunde, nur gegen Polen könnte es etwas eng werden."

Die SPORT1-Prognose:

Deutschland gewinnt die Gruppe ohne Niederlage, holt mindestens zwei Siege. Lewandowskis Polen belegt Platz zwei und hat auch gute Chancen, das Achtelfinale zu überstehen. Die Ukraine landet vor Nordirland auf dem dritten Rang. Die Spiele gegen den EM-Neuling von der grünen Insel werden aber kein Selbstläufer - auch für das DFB-Team nicht.

Die anderen Gruppen im Check:

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe D

Gruppe E 

Gruppe F

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