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Saint-Etienne - England kommt am letzten Spieltag der EM-Vorrunde gegen die Slowakei nicht über ein 0:0 hinaus - und verspielt Platz eins. Die Slowakei darf aufs Weiterkommen hoffen.

Minimalziel erreicht, Gruppensieg verspielt: England ist nach seinem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM 2014 ins Achtelfinale der EM in Frankreich eingezogen.

Die Three Lions erreichten allerdings nur ein 0:0 gegen den EM-Neuling Slowakei, der als Gruppendritter sehr gute Chancen auf ein Weiterkommen hat. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Englands 1B-Mannschaft musste im Fernduell um Platz eins in der Gruppe B daher Wales den Vortritt lassen und trifft im Achtelfinale auf den Zweiten der völlig offenen Gruppe F mit Portugal, Österreich, Ungarn und Island.

Chancenverwertung kostet England Gruppensieg

"Wir sind schon enttäuscht. Wir wollten gewinnen. Nach drei Spielen mit fünf Punkten an zweiter Stelle zu stehen, das hat keiner von uns gewollt", sagte Abwehrspieler Gary Cahill. Das Weiterkommen war das erste Ziel der Engländer, ihre Abschlussschwäche kostete sie den Gruppensieg.

Sie hatten vor den Augen ihres Verbandspräsidenten Prinz William beste Chancen, nach dem 1:1 gegen Russland und dem 2:1 gegen Wales durch einen Sieg Erster zu werden. "Sie haben uns die Türe zugemacht, aber uns hat auch das Quäntchen Glück gefehlt", sagte Cahill. (Die Torjäger der EM)

Auch der diesmal von Beginn an eingesetzte Jamie Vardy vom englischen Sensationsmeister Leicester City traf nicht - trotz einer guten Leistung und großer Überlegenheit war die Chancenverwertung erneut das Manko der Three Lions. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Hodgson rotiert: Rooney und Kane draußen

Teammanager Roy Hodgson hatte vor dem letzten Gruppenspiel die Rotation angeworfen und gleich sechs Veränderungen in seiner Startelf im Vergleich zum Sieg gegen Wales vorgenommen.

Slovakia v England - Group B: UEFA Euro 2016
Wayne Rooney (M.) verfolgte das Spiel über eine Halbzeit lang in Ruhe von der Bank © Getty Images

Er verzichtete vor 39.051 Zuschauern in St. Etienne zunächst unter anderem auf Kapitän Wayne Rooney und Angreifer Harry Kane. Neben Adam Lallana spielten dafür Daniel Sturridge und Vardy, die beiden "Super-Joker" und Torschützen gegen Wales. Rooney kam in der 56. Minute ins Spiel, Kane folgte 20 Minuten später.

Vardy besaß die erste gute Gelegenheit für England (5.), das von Beginn an spielfreudig wirkte und die deutlich bessere Mannschaft war.

Vardy scheitert freistehend an Kozacik

Sturridge wurde ein paar Minuten später von Herthas Peter Pekarik geblockt (9.) - und verlor just in dieser Phase im Fernduell mit Wales die Tabellenführung in der Gruppe. Es schien die Three Lions nur weiter zu beflügeln. Vor allem Vardy.  

Die Slowakei fand nach vorne kaum statt. Wenn der EM-Neuling den Ball einmal hatte, war kein Zug zum Tor zu erkennen, auch, weil England die Mitte abdichtete und die Slowaken zwang, mit langen Bällen zu operieren.

Die Three Lions dagegen erspielten sich ein paar gute Chancen, die beste besaß erneut der flinke Vardy, der Martin Skrtel vom FC Liverpool davonlief und erst an Torhüter Matus Kozacik scheiterte (17.).

Missverständnis von Smalling und Hart

Mitte der ersten Halbzeit hatten die Slowaken erkannt, dass sie hinten zu offen waren, sie gingen vorerst kein Risiko mehr ein. Phasenweise standen sie hinten zu sechst auf einer Linie. Wenn die Engländer denn mal durchkamen wie beim Schuss von Lallana, war Kozacik da (33.), auch gegen Nathaniel Clyne von Jürgen Klopps FC Liverpool (53.). 

Sekunden vor Clynes Chance hätte Robert Mak fast von einem Missverständnis zwischen dem englischen Torhüter Joe Hart und Verteidiger Chris Smalling profitiert. Es war ein eher seltenes Zeichen für die Bemühungen der Slowaken, selbst einen Treffer zu erzielen.

Ansonsten vergab England weiter Chancen: Wie Dele Alli auf Vorarbeit von Jordan Henderson - Skrtel klärte kurz vor der Linie (61.).

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