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Marseille - Island und Ungarn trennen sich nach einer umkämpften Partie mit einem Unentschieden. Island führt lange durch einen strittigen Elfmeter, doch Ungarn gleicht spät aus.

Bernd Storcks ungarische "Riesen" haben das Tor zum EM-Achtelfinale weit aufgestoßen, doch auch das kleine Island darf noch hoffen.

Die von Storck trainierten Ungarn kamen in Marseille gegen die kampfstarken Nordmänner zu einem 1:1 (0:1) und stehen nach dem Auftaktsieg gegen Österreich vor dem Einzug in die K.o.-Runde.

Verdienter Ausgleich durch Eigentor

Ungarn kam nach der isländischen Führung durch den Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson (39., Foulelfmeter) durch ein Eigentor von Birkir Saevarsson zum verdienten Ausgleich (88.). (Die Torjäger der EM)

"Dieser Punktgewinn war mehr als verdient", meinte auch Storck. "Wir sind viel Risiko gegangen, haben dabei aber nie die Ruhe verloren. Es war erfreulich, dass wir an die Leistung aus dem Österreich-Spiel anknüpfen konnten. Vier Punkte nach zwei Spielen sind viel mehr als wir erwartet haben. Schade nur, dass das Gegentor ein Geschenk an den Gegner war." 

Ungarn mit Co-Trainer Andreas Möller genügt zum Abschluss der Gruppe F am Mittwoch in Lyon ein Unentschieden gegen Portugal zum Achtelfinaleinzug, Island (zwei Punkte) muss Österreich in St. Denis schlagen, um sicher dabei zu sein. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

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Einseitig und wenig unterhaltsam

Auf dem ramponierten Rasen im Stade Velodrome ging es vor 60.842 Zuschauern lange Zeit eher einseitig und wenig unterhaltsam zu.

Island spielte wie gegen Portugal und Cristiano Ronaldo - sehr defensiv, mit zwei Viereketten.

"Es gab viel Positives im Spiel", sagte Islands Trainer Lars Lagerbäck. "Wir haben über weite Strecken sehr clever gespielt, am Ende hat uns ein wenig der Mut gefehlt, die Angst, Fehler zu machen, war zu groß. Ich weiß, wir können noch besser spielen als heute."

Auch die beiden Angreifer arbeiteten emsig mit. Einer der beiden, Jon Dadi Bödvarssson, hatte immerhin einen Hauch einer Chance, köpfte aber knapp über das Tor von Gabor Kiraly (9.).

Von zwei wenig überzeugenden Mannschaften war Ungarn noch die etwas bessere, zumindest aber die aktivere. Mit ihren rund zwei Dritteln Ballbesitz konnte sie gegen die rustikalen Isländer nichts anfangen, sie kam nicht zwingend vors Tor. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Kirlay im Mittelpunkt des Geschehens

Dafür stand nach einem Fehler von Tamas Kader plötzlich Johann Gudmundsson alleine vor Kirlay, doch der älteste Spieler der EM-Geschichte ließ beim Schuss einfach nur den Fuß stehen - abgewehrt (31.).

Ein paar Minuten später brachte der Routinier kein Körperteil mehr dazwischen, als Sigurdsson, mittlerweile beim walisischen Klub Swansea City beschäftigt, kaltblütig verwandelte. (Statistiken zum Spiel)

Kiraly hätte die Situation zuvor verhindern können, ließ allerdings nach einer Ecke den Ball aus den Händen rutschen. Dennoch kam die Entscheidung des russischen Schiedsrichters Sergej Karassew sehr überraschend, nachdem Kadar den stürzenden Aron Gunnarsson nicht entscheidend berührt zu haben schien.

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Erneute Krawalle

Aufregung hatte es eine gute Stunde vor Spielbeginn gegeben.

Etwa einhundert ungarische Ultras versuchten über einen Zaun zu klettern, um zu einer anderen Gruppe ungarischer Fans hinter einem Tor zu gelangen. Es kam dabei zu Handgreiflichkeiten mit Ordnungskräften, diese wichen zwischenzeitlich zurück. Einige Randalierer hatten es bereits über die Absperrung geschafft, ehe die Polizei eingreifen konnte und die Lage beruhigte.

Nach dem Wechsel hatten die Ungarn weiterhin viel Ballbesitz, viel kam dabei aber nicht heraus. Der Schuss des Bremers Laszlo Kleinheisler verfehlte sein Ziel deutlich (50.).

Island, das kleinste EM-Land, verteidigte weiter geschickte - bis Saevarsson zum Ausgleich ins eigene Netz traf. Der eingewechselte Nemanja Nikolic hatte den Ball zuvor scharf vors Tor gebracht.

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