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Spain Training Session and Press Conference
Chelsea-Profi Pedro ist mit seiner Reservistenrolle bei Spaniens Nationalteam unzufrieden © Getty Images

Spanien glänzt bei der EM, nach dem WM-Debakel 2014 ist wieder von Harmonie die Rede - bis Reservist Pedro verbal dazwischengrätscht. Später rudert er zurück.

Zwei Spiele, zwei Siege und Fußball zum Verlieben. Für Spanien könnte es bei der Europameisterschaft in Frankreich bislang kaum besser laufen. Die spanische Presse lobte nach dem überzeugenden 3:0 gegen die Türkei vor allem die Harmonie innerhalb der Mannschaft von Vicente del Bosque.

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Von dieser kann seit Montag vorerst keine Rede mehr sein. Denn: Chelsea-Profi Pedro Rodriguez sorgte mit einer öffentlichen Unmutsbekundung für mächtig Wirbel. Bei einem Interviewtermin mit Movistar Plus, einem TV-Sender und Partner der spanischen Auswahl, platzte dem Flügelstürmer der Kragen.

Pedro: "Ich hatte andere Erwartungen"

"Ich hatte andere Erwartungen, als ich hierher kam. Das, was ich mir gewünscht habe, ist nicht eingetroffen. Ich fühle mich schlecht und es ist schwierig, diese Rolle anzunehmen. Man will schließlich immer spielen und das Maximum geben", schimpfte Pedro, der im Laufe des Turniers gerade mal acht Minuten ran durfte - im Auftaktspiel gegen Tschechien.

Der 28-Jährige, der sowohl auf persönlichem als auch kollektivem Niveau eine alles andere als erfolgreiche Saison hinter sich hat, redete sich förmlich in Rage. Er ließ sogar Zweifel an seinem Verbleib in der Nationalmannschaft offen: "Für mich lohnt es sich nicht, hierher zu kommen, wenn man nicht regelmäßig spielt, wenn Kontinuität ausbleibt." 

Man müsse wissen, wann man bleibt und wann nicht, so Pedro weiter. Ein sofortiger Rücktritt sei jedoch kein Thema.

Chelsea-Profi rudert auf Pressekonferenz zurück

Am Montagnachmittag ruderte der einstige Barca-Stürmer auf einer Pressekonferenz des spanischen Teams dann schon wieder zurück.

"Ich habe mit del Bosque und meinen Teamkollegen gesprochen. Sie alle haben es verstanden", sagte Pedro und betonte: "Wenn sich jemand von meinen Aussagen angegriffen gefühlt hat, bitte ich um Verzeihung. Ich bin sehr froh, hier zu sein. Es ist ein Traum."

Natürlich würde er gerne mehr spielen, aber er habe "in keinem Moment gesagt, dass ich hier weg möchte".

Teamkollege Gerard Pique sprang Pedro zur Seite. Er verstehe die Aufregung nicht, sagte der Barca-Verteidiger: "Alle Spieler wollen spielen und das Gefühl haben, wichtig zu sein. Ich akzeptiere Pedros Meinung."

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