vergrößernverkleinern
FBL-EURO-2016-MATCH34-HUN-POR
Cristiano Ronaldo wartet mit Portugal noch auf den ersten Sieg bei dieser EM © Getty Images

Lyon - Mit zwei Toren und einer genialen Vorlage führt Superstar Cristiano Ronaldo seine Portugiesen in das Achtelfinale. Gut drauf ist der 31-Jährige aber nicht.

Cristiano Ronaldo schrieb artig Autogramme, er lächelte gequält für ein paar Selfies - dann wollte er nur noch weg. Über seine sensationelle Sternstunde mit zwei Toren und einer Vorlage konnte sich der Rekordmann der Portugiesen einfach nicht freuen.

"Unser Hauptziel war der Sieg", sagte der Profi von Real Madrid sichtlich genervt, "das haben wir schon wieder nicht geschafft!"

Mit einem spektakulären, aus eigener Sicht aber viel zu dürftigen 3:3 (1:1) musste sich der selbst ernannte Titelaspirant zum Abschluss der EM-Vorrunde gegen den Außenseiter Ungarn begnügen.

Ronaldo stellt Bestmarke auf - und meckert

Superstar Ronaldo stellte dabei mit seinem 17. EM-Einsatz eine Bestmarke auf, er ist der erste Spieler, der bei vier Endrunden einen Treffer erzielte, er belohnte sich und seine Mannschaft zudem mit dem Einzug ins Achtelfinale. Aber Freude?

"Wie soll ich glücklich darüber sein? Es sah dreimal so aus, als ob wir nach Hause fahren müssten", sagte der 31-Jährige, dem mit nun acht EM-Treffern nur noch ein Tor zum Rekord des Franzosen Michel Platini fehlt.

Video

Mindestens bis Samstag dürfen die Portugiesen nun jedenfalls noch in Frankreich bleiben. Dann nämlich steht in Lens (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) das K.o.-Duell mit den starken Kroaten an, "das nächste Finale", wie Trainer Fernando Santos es nannte.

Und trotz aller Enttäuschungen, trotz einer Gruppenphase mit Unentschieden gegen Island (1:1), Österreich (0:0) und Ungarn, ist die Zuversicht nun riesig - dank Ronaldo.

One-Man-Show gegen Ungarn

"Cristiano lebt von seinen Toren. Das Spiel hat seinem Selbstvertrauen vor der Partie gegen Kroatien gutgetan, er ist ein wahrer Siegertyp", lobte der 61-Jährige seinen Spielführer. Vor allem beim 2:2 (50.), das Ronaldo traumhaft mit der Hacke hinzauberte, blitzte seine ganze Klasse auf.

Da er vor dem 1:1 Nani (42.) glänzend in Szene gesetzt hatte, war der eigene Kopfballtreffer (62.) zum Endstand noch der unspektakulärste Akt der One-Man-Show.

Die Zeitungen in der Heimat feierten CR7 logischerweise als den Retter, der "ein leidendes Portugal" erlöste (A Bola).

Nach Mikro-Ausraster: Zeitung "verzeiht" Ronaldo

Ausgerechnet Correiho da Manha, dessen Reporter Ronaldo am Morgen des Spieltags noch ein Mikrofon aus der Hand gerissen und in einen See geworfen hatte, schrieb: "Portugal war eigentlich schon raus, aber Ronaldo hat uns gerettet. Zwei Tore und eine Vorlage sind die Antwort auf die Kritik der vergangenen Tage."

Die Chancen auf einen Sieg gegen Kroatien bezifferte Ronaldo auf 50 Prozent. "Nicht allen Teams gelingt es, Spanien zu schlagen", begründete er seine Einschätzung. Die Kroaten waren am letzten Spieltag ihrer Gruppe dazu bekanntlich in der Lage, und dennoch versicherte Ronaldo: "Wir werden ihnen einen Kampf auf Augenhöhe liefern."

Video

Das sollten der Ausnahmekönner und seine ebenfalls begnadeten Mannschaftskollegen (Santos: "Wir haben 23 gute Spieler in unserem Kader") auch tun, denn ansonsten platzt der Traum des Trainers vom ganz großen Coup viel zu schnell.

"Kroatien ist definitiv eines der Teams, dem wir sehr gerne aus dem Weg gegangen wären", sagte Santos, für den Aufgeben allerdings keine Alternative ist. Ganz im Gegenteil: "Wir haben riesigen Ehrgeiz. Wir wollen in das Finale und das dann auch gewinnen."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel