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Emre Mor
Emre Mor kommt vom FC Nordsjaelland aus Dänemark zu Borussia Dortmund © Getty Images

Paris - Emre Mor präsentiert sich beim 0:1 der Türkei gegen Kroatien erstmals auf der ganz großen Bühne. Er lässt sein Potenzial erahnen, hat aber noch Nachholbedarf.

Es gab in dieser 69. Minute eigentlich nicht mehr viel, was den heißblütigen türkischen Fans im Pariser Prinzenpark Hoffnung machen konnte.

Immer wieder schauten die Spieler ihrer Mannschaft beim EM-Auftaktspiel gegen Kroatien fast schon ratlos zur Seitenlinie, zuckten mit den Schultern oder winkten ab. Und doch brandete in dieser 69. Minute auf einmal frenetischer Jubel auf.

Die türkischen Fans hatten ihren großen Hoffnungsträger erblickt. Emre Mor, zarte 18 Jahre alt, schmale Schultern - und ab dem 1. Juli Spieler von Borussia Dortmund.

Als "türkischer Messi" wird er hier und da schon bezeichnet. Das ist wie immer in ähnlichen Fällen natürlich Unfug und übertrieben. Aber das Spiel gegen die Kroaten war für die breite Öffentlichkeit die erste Möglichkeit, sich das neue Dortmunder Supertalent genauer anzuschauen.

Doppelter Hackentrick zum Einstand

Und was Mor zeigte, war für den Anfang schon mal nicht so schlecht. 15 Tage ist es her, dass er sein Debüt in der Nationalelf gegeben hat. Seine erste Aktion am Sonntag: ein Hackentrick aus vollem Lauf. Eine der nächsten: ein Hackentrick aus vollem Lauf, der um ein Haar eine große Torchance einleitete. Nur ein Foul der Kroaten direkt an der Strafraumkante verhinderte das.

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An Selbstbewusstsein mangelt es dem Jungspund, der selbst gar kein türkisch spricht, nicht. "Ich habe keinen Druck, ich bin erst 18", sagte er nach dem Spiel. Vor der Einwechslung hatte Nationaltrainer Fatih Terim Mor noch kurz zur Seite genommen.

"Er hat mit mir gesagt, dass ich keine Angst haben und einfach mein Spiel spielen soll. Er hat mir von Beginn an, seitdem wir hier in Frankreich sind, Selbstvertrauen eingeflößt", berichtete Mor über das Gespräch.

Körperlich noch Nachholbedarf

Zwar konnte Mor die Niederlage der insgesamt schwachen Türken auch nicht verhindern, aber immerhin brachte er noch mal Schwung ins zuvor lahmende Angriffsspiel.

Die Art, wie er den Ball behandelt und ins Dribbling geht, erklärt, wie der Messi-Vergleich zustande kommen konnte. Man kann BVB-Manager Michael Zorc jedenfalls dazu beglückwünschen, Mor schon vor der EM und den ersten Auftritten auf großer Bühne verpflichtet zu haben.

Wie Coach Terim schon am Tag vor dem Spiel anmerkte, muss der Offensivspieler aber vor allem körperlich noch zulegen. An den robusten Kroaten prallte er ein ums andere Mal förmlich ab.

Teamkollege Hakan Calhanoglu, selbst auch erst 22 Jahre alt und von Terim nach dem Spiel für seine Leistung kritisiert, gratulierte dem BVB jedenfalls zum Neuzugang: "Da hat Dortmund einen sehr guten Spieler verpflichtet."

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