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Nizza - Nach dem blamablen EM-Aus gegen Island und Roy Hodgsons Rücktritt steht England vor einem Scherbenhaufen. Ein Abgesang nach der schlimmsten aller Niederlagen.

Roy Hodgson versuchte es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, doch leichter wurde es dadurch kein bisschen.

Rasch nach dem Abpfiff kam der Trainer der englischen Auswahl zur Pressekonferenz, um mit einer Bittermiene seinen Rücktritt zu erklären.

"Inakzeptabel" sei das Abschneiden gewesen, sagte der 68-Jährige nach dem peinlichen EM-Aus gegen Island, und auch wenn er gerne zwei weitere Jahre geblieben wäre, "es ist nun an der Zeit für jemand anderen".

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Sein Vertrag war mit dem Turnieraus ohnehin ausgelaufen.

Doch Hodgson befand sich in Gesprächen mit dem Verband FA und kam nun seinen Vorgesetzen zuvor, die unter diesen Umständen den Verzicht auf eine weitere Zusammenarbeit erklärt hätten.

Hodgson verkündet nach Blamage schnell Abschied

Mehrere Minuten sprach Hodgson, er las dabei von einem Zettel ab, den er oder ein Helfer kaum nach dem Abpfiff verfasst haben konnte. Sondern der schon vor dem Spiel vorbereitet gewesen sein muss.

Als eine Art Vorhersehung der "schlimmsten Niederlage unserer Geschichte", wie der ehemalige Kicker und heutige TV-Experte Gary Lineker nach dem 1:2 gegen Island twitterte.

Als Hodgson seine Erklärung beendet hatte, stand er auf und ging. Fragen wollte er keine mehr beantworten. Dabei gibt es gerade so viele.

Beschämendes EM-Aus gegen Underdog Island

Vor allem jene nach dem Warum dieser Blamage gegen das kleinste EM-Teilnehmerland der Geschichte.

Gegen Island mit den gerade einmal 323.000 Einwohnern den Viertelfinaleinzug zu verpassen, dürfte für die englischen Nationalspieler vermutlich ungefähr so peinlich gewesen sein als müssten sie nackt mit der U-Bahn durch London fahren.

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"Es ist beschämend für uns", sagte Kapitän Wayne Rooney, der die junge und sehr hoffnungsvoll ins Turnier gestartete englische Mannschaft gegen Island mit seinem verwandelten Foulelfmeter sogar schnell in Führung gebracht hatte (4.).

Doch dann sorgten Ragnar Sigurdsson (6.) und Kolbeinn Sigthórsson (18.) mit ihren Toren für die am Ende völlig verdiente Sensation.

England nur noch eine Lachnummer

"England hat letzte Nacht aufgehört, ein Fußball-Team zu sein und ist nur noch eine Lachnummer", schrieb die Times. Die "ultimative Demütigung" erkannte die Daily Mail.

Nach diesem Aus im denkwürdigen Achtelfinale von Nizza samt Hodgsons unvermeidlichem Abschied steht der englische Fußball wieder einmal vor einem Scherbenhaufen. Wie so oft nach den vielen Niederlagen in K.o.-Spielen bei großen Turnieren, häufig im Elfmeterschießen.

Selbst ein Elfer von Rooney reicht nicht

Diesmal hatte Rooney sogar einen Elfmeter verwandelt. Umso schlimmer für die Engländer, dass es wieder nicht reichte.

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Gegen die Isländer, die im Viertelfinale am Sonntag in Saint-Denis auf Gastgeber Frankreich (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) treffen.

Die blamierten Engländer werden es daheim verfolgen, vermutlich immer noch fassungslos.

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