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Die UEFA setzt bei der EM auf das System Hawk Eye
Die UEFA setzt bei der EM auf das System Hawk Eye © Getty Images

Bei der EM setzt die UEFA auf die Torlinientechnologie Hawk Eye. Konkurrent Goal Control aus Deutschland wittert diesbezüglich verbotene Absprachen.

Der Zuschlag für das Hawk-Eye-System als Torlinientechnik bei der Fußball-EM in Frankreich kann für den Europa-Verband UEFA noch ein Nachspiel haben.

Einem ZDF-Bericht zufolge hat der deutsche Hawk-Eye-Konkurrent GoalControl wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht Beschwerde beim Bundeskartellamt und bei der EU-Wettbewerbskommission eingelegt.

Die Firma aus Würselen, deren Technologie vom Weltverband für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien ausgewählt worden war, sieht nach Angaben ihres Anwaltes durch die Vergabe des EM-Auftrages an den japanischen Hawk-Eye-Hersteller und UEFA-Sponsor Sony den europäischen Markt als besetzt und damit ein Monopol als geschaffen an.

Zudem hätte das Ausschreibungsverfahren nicht deutschem und europäischem Recht entsprochen, weil weder die Ausschreibung noch die Beschreibung der Vergabekriterien klar definiert gewesen wären.

Als Indiz für verbotene Absprachen werten die Grenzländer außerdem die Mehrkosten für die UEFA: Die Nutzung der in den französischen Stadien bereits vorhandenen GoalControl-Technik hätte der UEFA demnach Installations- und Betriebskosten von gut zwei Millionen Euro sparen können.

Die UEFA hatte Mitte April die Ausrüstung der zehn EM-Stadien in Frankreich mit Torlinien-Technik an Hawk Eye vergeben.

Angaben des Verbandes zufolge sei die Auswahl unter insgesamt vier Bewerbern getroffen worden.

Die Hawk-Eye-Technik kommt außer bei der EM auch in den Europacup-Wettbewerben sowie in der Bundesliga, der englischen Premier League und in der italienischen Serie A zum Einsatz.

Bei der Frauen-WM 2015 in Kanada setzte die FIFA ebenfalls auf das System der Japaner.

Von den europäischen Top-Ligen arbeitet die französische Ligue 1 mit GoalControl zusammen.

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