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Julian Baumgartlinger
Julian Baumgartlinger bestritt bisher 45 Partien für die Auswahl Österreichs © Getty Images

Paris - Vor dem Duell mit Island glaubt Julian Baumgartlinger an Österreichs Achtelfinal-Chance. Außerdem nimmt er den zuletzt kritisierten David Alaba in Schutz.

Für Österreich geht es am Mittwochabend in der Partie gegen Island (ab 17.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) um den Einzug in das Achtelfinale. Damit die Elf von Cheftrainer Marcel Koller mindestens zur Gruppe der vier besten Drittplatzierten gehört und der Sprung unter die letzten 16 Mannschaften gelingt, muss sie das Spiel unbedingt gewinnen. 

Auf Platz zwei könnten die Rot-Weißen sogar springen, wenn Portugal im Parallelspiel gegen Ungarn nicht über ein Remis hinauskommt. Ein Remis oder eine Niederlage wären gleichbedeutend mit dem Ausscheiden.

Für Österreichs Mittelfeldakteur Julian Baumgartlinger ist das jedoch kein Gedanke wert. Der Neu-Leverkusener glaubt fest an das Weiterkommen und spricht im SPORT1-Interview über die Europameisterschaft, Robert Almer - und verteidigt den zuletzt in die Kritik geratenen David Alaba.

SPORT1: Das Remis gegen Portugal war wichtig für das Selbstvertrauen. Aber so richtig weitergebracht hat Sie der Punkt nicht, oder?

Julian Baumgartlinger: Na klar weiß man, wenn man das erste Spiel verliert, dass man so schnell wie möglich einen Dreier sammeln muss. Aber wenn man sieht, wie das Spiel war und die Stärke der Portugiesen mit in die Waagschale wirft, dann muss man damit leben können. Wir haben uns außerdem die Möglichkeit erhalten, im letzten Spiel gegen Island auf vier Punkte zu kommen. Das könnte reichen.

SPORT1: Gegen die Isländer muss in der Offensive aber mehr funktionieren als gegen die Portugiesen.

Baumgartlinger: Es wird mit Sicherheit eine andere Spielausrichtung werden. Vielleicht auch eine andere taktische Ausrichtung. Wie dann die Aufstellung aussieht, entscheidet der Trainer. Wir wissen, dass Island sehr, sehr kompakt in einem 4-4-2 agieren wird. Sie sind robust, geduldig und können auch mal mit einem Rückstand umgehen. Das wird eine Aufgabe. Aber ich denke mit dem Selbstvertrauen, was wir getankt haben und wenn wir ein bisschen mehr zum Fußballspielen kommen, können wir das auch gewinnen.

SPORT1: Es gab viele Diskussionen um David Alaba. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für Österreich, hat aber eine unglückliche Figur gemacht. Wie bewerten Sie seine Leistung? Spielt er auf der richtigen Position?

Baumgartlinger: Ich würde nicht sagen, dass er eine unglückliche Figur abgegeben hat. Es war einfach sehr mannschaftsdienlich, was er gegen Portugal gemacht hat. Er musste sich defensiv sehr in den Dienst der Mannschaft stellen und auch immer wieder in der Mitte die Räume zulaufen. Er hat diese Aufgabe wahrgenommen, die auch gar nicht so sehr seine Natur ist. Er will eigentlich immer den Ball haben und sich im freien Raum bewegen. Aber er hat es für uns so gemacht, dass wir die Mitte dicht kriegen. Dafür hatte er im Umschalten schwierige Situationen, weil es für ihn und Martin Harnik nach der Balleroberungen nicht einfach war, gegen vier, fünf Mann alleine da vorne zu sein. Das wussten wir von vorneherein und das sollte man jetzt nicht überbewerten.

SPORT1: Robert Almer hatte einen großen Auftritt und hat Cristiano Ronaldo entnervt. Haben Sie ihn so schon einmal gesehen?

Baumgartlinger: Ja, durchaus immer mal wieder. Weil er unter Beschuss war, hat er wirklich viele Möglichkeiten gehabt, sich auszuzeichnen. Er war allgemein stark, er ist bei Flanken rausgekommen, er war sehr sicher und ein großer Rückhalt für uns. Er war Gold wert.

SPORT1: Wie ist es für Sie persönlich bei der EURO? Können Sie auch schon einmal reinschnuppern und sich an das Tempo gewöhnen, was Sie nächste Saison mit Leverkusen in der Champions League erwartet?

Baumgartlinger: Es ist schon eine schöne Bühne, gerade was Fans und Stadien und die Stimmung angeht. Das ist besonders und steht auch noch einmal über allen anderen Wettbewerben. Natürlich freue ich mich auch auf die internationalen Spiele nächstes Jahr, aber jetzt geht es erst einmal um das letzte Gruppenspiel. Darauf konzentriere ich mich.   

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