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Toni Kroos mit seinen Trophäen
Der EM-Titel ist eine von wenigen Trophäen, die Toni Kroos in seiner Sammlung noch fehlen © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

Ascona - Als letzter Spieler ist Toni Kroos zum DFB-Team gestoßen. Im Champions-League-Finale hat er seine Klasse bewiesen. Auch neue Statistiken untermauern seinen Wert.

Am Mittwochabend traf Toni Kroos als letzter deutscher Nationalspieler im EM-Trainingslager des DFB-Teams ein.

Beinahe zeitgleich stellte der frühere Bundesligaprofi Stefan Reinartz in Ascona ein neues Modell der Datenerfassung vor. Fußball-Statistiken sollen damit eine bessere Aussagekraft erhalten. Gemessen wird, wie viele Gegenspieler mit einem einzigen Pass überspielt werden.

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Und es ist Kroos, der nach dieser Messmethode die mit Abstand besten Werte hat. Der 26-Jährige überspielt in einem Spiel so viele Gegner wie kein anderer. 85 sind es bei ihm im Schnitt. Der Mittelwert für defensive Mittelfeldspieler eines Bundesligisten liegt bei 28.

Kroos nicht nur spröder Ballverteiler

Es gibt sie ja noch immer, diese Kroos-Kritiker. Seine überragenden Passquoten? Tun sie ab.

Die neuen Zahlen räumen nun mit dem Vorbehalt auf, Kroos sei nur ein uneffektiver Ballverteiler.

Wie wichtig Kroos ist, hat er nicht zuletzt am Samstag beim Champions-League-Triumph mit Real Madrid gegen Stadtrivale Atletico bewiesen. Geschickt zog er die Strippen, bereitete die Führung durch eine Freistoß-Hereingabe vor.

Als ihn Zinedine Zidane in der 72. Minute auswechselte, geriet Real mächtig ins Wanken.

Kroos ist der erste deutsche Fußballprofi, der mit zwei verschiedenen Klubs die Champions League gewonnen hat. 2013 mit Bayern München, nun mit Real.

Sachlichkeit trotz Champions-League-Triumph

Beim Triumphzug durch die spanische Hauptstadt hat er im Anschluss für seine Verhältnisse recht ausgelassen gefeiert.

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"Wer mich kennt, weiß, dass ich eher etwas in mich gekehrt bin", sagte Kroos SPORT1: "Ich denke, dass diese Eigenschaft im Spiel aber auch eine meiner Stärken ist."

Sachlichkeit. Kalkül. Der Blick für den freien Mitspieler. Und die Gabe, sich immer im richtigen Moment Raum zu verschaffen, um die eigenen Kollegen in Szene zu setzen.

Duo mit Khedira

Dass er als letzter Akteur zur Vorbereitung dazu gestoßen ist, sieht Kroos nicht als Problem an. "Ich bin ja fit und in einer sehr guten Verfassung, auf ein Training mehr oder weniger kommt es da nicht an", sagte Kroos.

Bei Real ist er zuletzt etwas offensiver im linken Mittelfeld zum Einsatz gekommen. Unter Bundestrainer Joachim Löw wird er wohl gemeinsam mit Sami Khedira das defensive Mittelfeld bekleiden.

So auch am Samstag bei der EM-Generalprobe in Gelsenkirchen gegen Ungarn (ab 17.30 LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Kroos: "Will den nächsten großen Titel"

"Der Bundestrainer weiß, was er von mir erwarten kann. Und er weiß, was er an mir hat", sagte Kroos. Auf die EM hat er trotz der strapaziösen Saison "große Lust".

"Ich will meine gute Form in die EM übertragen", sagte Kroos: "Mein Ziel ist unabhängig vom Champions-League-Sieg das Gleiche: Ich will den nächsten großen Titel holen."

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