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Tanzende Wikinger begegnen einem in Frankreich bei der EM gerade einige. © Imago

München - Island bremst Portugal und überrascht. Dabei beschäftigen sich einige der Spieler sonst mit anderen Dingen. SPORT1 nennt sechs kuriose Fakten über den EM-Neuling.

"Wir haben als Einheit verteidigt. Der eine Punkt gibt uns etwas Ruhe", sagte Islands Trainer Helmir Hallgrimsson nach dem 1:1 gegen Portugal.

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Das gilt vielleicht für die Mannschaft. Die Aufregung rund um sie wird durch das überraschende, aber nicht unverdiente Unentschieden gegen Portugal und Cristiano Ronaldo eher noch steigen. Island bewirbt sich um den Preis der Mannschaft mit dem größten Kult-Potential der EM - was nur Ronaldo nicht so toll findet.

Sechs kuriose Fakten über die "Strákarnir okkar” ("unsere Jungs"):

- Fans und Schlachtgesänge:

330.000 Einwohner hat Island – fast zehn Prozent von ihnen sollen sich gerade in Frankreich aufhalten. Die rund 30.000 Fans feierten am Dienstag schon vor dem Spiel eine fröhliche Party – gemeinsam mit den Portugiesen.

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Isländische Fans beim Spiel gegen Portugal. © Getty Images

Sie sorgten – ebenso wie die irischen und nordirischen Fans - für schöne Bilder bei dieser von Hooligan-Krawallen überschatteten EM.

Der Schlachtgesang der Isländer – ein langgezogenes "Uuuuuuuhhhh" hebt sich wohltuend ab von den auf Dauer doch recht eintönigen Schlachtrufen wie "Die Nummer 1 der Welt sind wir" oder "Deutschland! Deutschland!" (wahlweise zu ersetzen durch "Italia! Italia!" oder andere Ländernamenrufe) anderer Nationen.

- Zahnarzt an der Seitenlinie

Heimir Hallgrimsson wird nach der EM alleiniger Nationaltrainer, derzeit führt er die Mannschaft gemeinsam und gleichberechtigt mit dem Schweden Lars Lagerbäck.  

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Das hat zur Folge, dass er seinen eigentlichen Beruf vorerst aufgeben wird. Denn bislang arbeitete der 49-Jährige weiterhin als Zahnarzt, seine Praxis auf den Westmännerinseln wird er vorerst nicht mehr betreuen.

- Regisseur hütet das Tor

Thor Halldorsson (keine Wortspiele mit Namen, bitte! Gilt auch für Stürmer Sigthorsson) hatte gegen Portugal viel zu tun, musste aber nur nach dem Treffer von Nani hinter sich greifen. Von Superstar Ronaldo dagegen ließ er sich nicht bezwingen. Und das, obwohl er 2005 noch Hobby-Kicker war. Elf Jahre später steht er bei einem großen Turnier im Tor.

Doch auch der hat eigentlich einen anderen Beruf. Im "richtigen Leben" ist er Filmregisseur, bis vor zehn Jahren verdiente er damit sein Geld, hauptsächlich mit Musikvideos und Training. Auch heute noch schneidet er zwischen den Trainings und Spielen seine Filmchen. So läuft aktuell in Island ein Spot mit Aufnahmen aus den Kindheitstagen seiner Kollegen in der Nationalmannschaft.

- Aus aller Länder – nur Island nicht

Klar, zu seinem Abschied will Lars Lagerbäck noch einmal alles versuchen. Dafür hat er Spieler aus sage und schreibe 22 verschiedenen Vereinen in ganz Europa um sich versammelt und mit einem EM-Ticket versehen.

Das Besondere daran: Keiner von ihnen spielt noch in Island.

- Eidur ohne -son

Ob sich Eidur Gudjohnsen im Team wie ein Außenseiter fühlt? Der Stürmer vom norwegischen Erstligisten Molde FK ist der einzige Spieler im Kader, dessen Name nicht auf –son endet.

Nach isländischer Tradition übernehmen die Kinder die Vornamen ihres Vaters mit der entsprechenden Endung "–son" (Jungs) beziehungsweise "-dottir" als Nachname.

Es gibt also kaum klassische Nachnamen in Island. Die wenigen, die es gibt, sind meist Überbleibsel der über 600-jährigen dänischen Besatzungszeit – wie eben bei Gudjohnsen.

- Isländer schreibt Länderspiel-Geschichte

Apropos Eidur Gudjohnsen: Er ist mit 26 Treffern nicht nur Islands Rekordtorschütze, sondern hat auch bereits Fußball-Geschichte geschrieben.

Bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Estland am 24. April 1996 wurde der damals 17-Jährige für seinen Vater Arnor eingewechselt. Dass ein Sohn für seinen Vater in einem Länderspiel eingewechselt wurde, hat es bislang nur dieses eine Mal gegeben.

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