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Die Schweizer Trikots stellten sich als nicht besonders stabil heraus
Im Spiel gegen Frankreich rissen zahlreiche Schweizer Trikots - unter anderem das von Granit Xhaka © Getty Images

Die Schweizer halten dem Druck der Franzosen gut stand - ihre Trikots weniger. Xherdan Shaqiri nimmt es mit Humor. Weniger witzig ist die Sache für den Ausrüster.

Xherdan Shaqiri grinste frech, als die zerrissenen "Liibli" zur Sprache kamen.

"Ich hoffe, dass Puma keine Pariser macht...", sagte der Schweizer Nationalspieler - und lachte.

Die "Nati" erkämpfte durch ein 0:0 gegen EM-Gastgeber Frankreich Platz zwei in Gruppe A, doch neben dem "Aufstieg" ins Achtelfinale war das "Trikot-Gate" das beherrschende Thema. Auch im Netz.

Die französischen Stars um Paul Pogba gingen ihren Kollegen in Lille derart wild an die Wäsche, dass gleich sechs Spieler ihr Shirt wechseln mussten, der Gladbacher Granit Xhaka sogar gleich zweimal.

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Puma kündigt Stellungnahme an 

"Was ist bloß mit unseren Nati-Shirts los?", fragte das Boulevardblatt Blick.

Und ZDF-Experte Oliver Kahn meinte amüsiert: "Vielleicht haben die Fake-Trikots erwischt."

Der Ausrüster erklärte am Montag, bei der Fertigung in der Türkei habe es "eine fehlerhafte Materialcharge gegeben". Dadurch sei der fertige Trikotstoff "geschwächt" worden. Das defekte Material sei nur "in einer kleinen Stückzahl der Schweizer Heimtrikots verwendet" worden. Die von Puma ausgestatteten EM-Teilnehmer Italien, Österreich, Slowakei und Tschechien seien nicht betroffen.

Der Blick zitierte Patrick Abatangelo, der für den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach bei der Mannschaft ist, mit folgenden Worten: "Wir hatten noch nie Probleme mit den Shirts. Weder bei der italienischen Nati, noch bei Arsenal."

Von der UEFA gibt es keine Vorgabe, wie viele Trikots die Mannschaften für jeden Spieler dabei haben müssen. "Die Teams haben erfahrungsgemäß immer genug Trikots dabei. Das stellt kein Problem dar", erklärte der Verband auf SPORT1-Nachfrage.

Ausrüster-Konkurrent adidas hielt sich mit Häme zurück. "So etwas kann immer passieren und ist uns auch schon passiert. Ich bin mir sicher, dass unsere Kollegen von Puma das schnell in den Griff bekommen", sagte adidas-Boss Herbert Hainer.

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Schweizer Trainer reagiert gereizt

Anders am Sonntag. Zuerst zerriss Bacary Sagna das Hemd des Leverkuseners Admir Mehmedi. Danach zerrte Pogba dem Schweizer "Zehner" Xhaka das Dress vom Körper. Auch die Leibchen von Fabian Schär, Valon Behrami, Blerim Dzemaili und Breel Embolo rissen. In der Schlussphase musste Xhaka erneut wechseln.

"Uns Schweizer kann man nur so stoppen", sagte der künftige Arsenal-Profi augenzwinkernd. Torwart Yann Sommer meinte: "Das zeigt, dass es ein harter Kampf war. So etwas kann passieren. Ich kann nicht sagen, dass wir den Ausrüster wechseln müssen, weil Puma toll ist." Embolo sagte im Scherz: "Der Materialwart ist noch nicht ganz parat, dafür sind wir es."

Nur Trainer Vladimir Petkovic reagierte auf Nachfrage pikiert: "Arbeiten Sie für Nike? Wenn ein Trikot gezogen wird, dann kann es eben kaputt gehen."

Nicht das erste Mal

Das Problem ist nicht neu: Schon beim 2:1 im EM-Test gegen Moldau riss Embolos Dress an mehreren Stellen, das von Mehmedi hatte ein Loch.

Die Spielertrikots sind deutlich enger als die "normalen" Fan-Hemden und bestehen aus speziellem Material mit sogenannter "ACTV Thermo-R Technologie". Diese unterstütze die Körpertemperatur-Regulierung der Spieler, hieß es von Puma, das sich für den Vorfall entschuldigte und eine Wiederholung ausschloss.

Kleiner Trost für Puma: In der 54. Minute platzte der Ball. Und der wird ja bekanntlich vom lokalen Rivalen Adidas hergestellt.

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