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DFB Euro Club
DFB-Präsident Reinhard Grindel schätzt die Beziehung zum italienischen Verband © Getty Images

DFB-Chef Reinhard Grindel spricht über die Chancen der deutschen Mannschaft im Viertelfinale gegen Italien, über den umstrittenen EM-Modus und über deutsche Hooligans.

DFB-Präsident Reinhard Grindel wünscht sich im Viertelfinale der Europameisterschaft am Samstag (ab 21.00 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) gegen Italien auch für Bundestrainer Joachim Löw einen Sieg. "Man hat in seinen öffentlichen Aussagen schon gespürt, dass die Niederlagen gegen die Italiener in seiner Amtszeit schmerzlich waren", sagte der 54-Jährige und weiter: "Deshalb wäre es für mich auch mit Blick auf Jogi Löw umso schöner, wenn wir am Samstag den ersten Turnier-Sieg gegen die Italiener schaffen würden."

Nach den zuletzt stark verbesserten Leistung ist Grindel optimistisch für das Duell mit den Italienern, die Löw beim 2:1 im EM-Halbfinale 2012 seine wohl empfindlichste Niederlage beigebracht haben. "Ich habe immer großen Optimismus gehabt. Aber die Mannschaft hat sich kontinuierlich gesteigert hat und ist zu einer echten Mannschaft zusammengewachsen", resümierte er: "Das macht mich zuversichtlich, dass wir gegen Italien alle Chancen haben."

"Langjährige Freundschaft zum italienischen Verband"

Man habe durchaus "hohen Respekt" vor den Italienern, und der DFB pflege "eine langjährige Freundschaft zum italienischen Verband. Deshalb hätte ich auch unseren italienischen Freunden alles Glück bei diesem Turnier gewünscht, aber jetzt treffen wir aufeinander und möchten ins Halbfinale."

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Die bisherige Zwischenbilanz des ersten Turniers seiner Amtszeit nennt der am 15. April ins Amt gewählt Grindel "durchweg positiv. Wir haben ohne Gegentor den Weg ins Viertelfinale geschafft. Die Mannschaft hat sehr gut zusammengefunden, die Stimmung im Team ist hervorragend".

Grindel über den EM-Modus

Der EM-Modus mit 24 Mannschaft wird trotz einiger Kritik bleiben. Zwar seien "manche Klagen über den Modus mit 24 Mannschaften berechtigt", sagte Grindel: "Es wird sich aus sportpolitischen Gründen daran aber voraussichtlich nichts ändern."

Der 54-Jährige sieht die zahlreichen Neulinge mit Wales und Island als Viertelfinalisten an der Spitze als belebendes Element an. "Wir haben gesehen, was in den Nationen los ist, die zum Teil erstmals dabei sind. Welche Begeisterung der Fußball in diesen Ländern auslöst", betonte Grindel: "Diese Erfahrung und Chance werden sich diese Verbände nicht nehmen lassen wollen. Und das wird auch die UEFA ihnen nicht nehmen."

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Optimistisch bei Sicherheit

Grindel ist außerdem optimistisch, dass es bei der EM keine weiteren Zwischenfälle durch deutsche Hooligans geben wird. "Man kann niemals nie sagen. Ich weiß nicht, was in den Köpfen mancher Gewalttäter vor sich geht, aber bis heute haben wir keine aktuelle Warnungen, dass sich Hooligan-Gruppen auf den Weg gemacht hätten", sagte Grindel. 

Nach den ersten vier Turnierspielen zog Grindel in Sachen Sicherheit ein positives Zwischenfazit. "Ich bin sehr froh, dass bei unseren Spielen im Stadion alles ruhig geblieben ist", betonte er: "Und ich bin sehr froh, dass sich die Zusammenarbeit zwischen unserer deutschen Polizei-Delegation und den französischen Sicherheitskräften so gut entwickelt hat, dass wir bis auf die Auseinandersetzungen in Lille vor dem ersten Gruppenspiel auch außerhalb der Stadien weitgehend Ruhe gehabt haben. Ich wünsche mir, dass das so bleibt."

Die Attentate vom Istanbuler Flughafen am Dienstag seien derweil "erschreckend und zeigen, dass wir nach wie vor eine europaweite Bedrohung durch den IS-Terrorismus haben. Wir vertrauen weiter darauf, dass die französischen Behörden alles dafür tun, um größtmögliche Sicherheit bei der EM zu gewährleisten."

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