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West German players celebrate after forward Horst
Horst Hrubesch (r.) verwandelte 1982 den letzten und entscheidenden Elfmeter gegen Frankreich © Getty Images

Evian-les-Bains - Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch weiß, wie man Frankreich bezwingt. Bei SPORT1 erklärt er, warum er auch diesmal auf Deutschland setzt.

Die 18 Elfmeter zwischen Deutschland und Italien im EM-Viertelfinale waren episch. Jonas Hector und Manuel Neuer waren in Bordeaux die Helden im Duell vom Punkt.

Die zwölf Elfmeter zwischen Deutschland und Frankreich bei der Weltmeisterschaft 1982 waren ebenfalls historisch. Zum ersten Mal in der WM-Geschichte wurde ein Spiel im Elfmeterschießen entschieden.

Es war das bislang größte Spiel zwischen Deutschland und Frankreich überhaupt. Horst Hrubesch verwandelte damals im Estadio Sanchez Pizjuan den entscheidenden Elfmeter.

Dramatische Nacht von Sevilla

"Das Spiel werde ich für immer im Kopf behalten, es war ein absolutes Highlight", sagt Hrubesch im Gespräch mit SPORT1. "Wir haben in der Verlängerung schon 1:3 hinten gelegen, dann aber noch den Ausgleich geschafft. Im Elfmeterschießen haben wir es dann für uns entschieden."

Nach 90 Minuten hatte es durch ein Tor von Pierre Littbarski und einen verwandelten Elfmeter von Michel Platini 1:1 gestanden. In der Verlängerung sorgten Karl-Heinz Rummenigge und Klaus Fischer (per Fallrückzieher) für den kaum mehr für möglich gehaltenen, erneuten Ausgleich. Jener 8. Juli ging als "Nacht von Sevilla" in die Geschichte ein. Deutschland erreichte durch Hrubeschs verwandelten Elfer das Finale gegen Italien. "Entscheidend ist einzig und allein, dass der Ball im Netz liegt", meint Hrubesch.

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Lob für Joshua Kimmich

Im EM-Viertelfinale am vergangenen Samstag war es nicht immer so. Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger verschossen ihre Elfmeter. Hrubesch hat das überrascht, aber Sorgen muss man sich deshalb nicht machen.

"Dass es bei Müller mal hängt oder Schweinsteiger den Ball verhaut, kommt ja auch nicht jeden Tag vor", sagt der U21-Nationaltrainer und lobt einen seiner ehemaligen Schützlinge. "Man hat ja gesehen, wie abgezockt Joshua Kimmich da hingegangen ist und getroffen hat". Hrubesch kannte Kimmich bereits, als der 17 war. 

Kimmich sei "das Idealbeispiel dafür, dass man auf die Jugend setzen kann. Er hat eine tolle Entwicklung gemacht", sagt er.

Auch die Weltmeister Neuer, Özil, Sami Khedira, Jerome Boateng, Benedikt Höwedes und Mats Hummels kennt er genau. 2009 standen sie in der deutschen U21, die Hrubesch als Chefcoach zum EM-Titel führte.

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Neuer als Garant für den Sieg

Dass Deutschland gegen Italien überhaupt ins Elfmeterschießen gehen musste, war seiner Meinung nach unnötig. "Deutschland hätte nach 90 Minuten als klarer Sieger vom Platz gehen müssen", erklärt der 65-Jährige, der die DFB-Elf auch gegen Frankreich im Vorteil sieht.

Hrubesch geht davon aus, dass die deutsche Mannschaft das Halbfinale nicht im Elfmeterschießen, sondern nach 90 Minuten entscheidet. "Wir sind in der Vorwärtsbewegung genauso gut wie die Franzosen, aber ich glaube, dass wir im Mittelfeld und in der Abwehr besser besetzt sind", sagt der ehemalige Stürmer.

Die Personalsorgen sieht Hrubesch nicht als Problem, "denn wir haben ja Alternativen. Und vor allen Dingen haben wir den besseren Torwart." Neuer hielt gegen Italien zwei Elfmeter. Gegen Frankreich könnte er wieder den Unterschied ausmachen.

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