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Bayer 04 Leverkusen v AS Monaco FC - UEFA Champions League
Oliver Kahn lässt kein gutes Haar an der Leistung der Belgier © Getty Images

Mit harten Worten kritisieren Oliver Kahn und Sven Vermant den Auftritt der Belgier gegen Wales. Die Begriffe "einfallslos", "brutal" und "eindimensional" fallen.

Die Experten haben nach dem Aus im Viertelfinale der EM gegen Wales kein gutes Haar an der belgischen Mannschaft gelassen.

Oliver Kahn kritisierte vor allem das Verhalten der Defensive beim Gegentor zum 1:2.

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"Holger Stanislawski verteidigt diese Situation mit seinen 46 Jahren ohne Training noch besser. Das ist ja brutal. Die ganze Abwehr macht die Mitte auf. Als Innenverteidigung darf man doch das Zentrum nicht so aufmachen", schimpfte der ehemalige deutsche Nationaltorhüter im ZDF.

Sven Vermant pflichtete dem 47-Jährigen bei. "Da muss einfach eine Kommunikation da sein, dass ein Spieler bei seinem Mann bleibt. Drei Spieler werden mit einer Bewegung ausgespielt", sagte der frühere belgische Nationalspieler im ZDF.

Robson-Kanu narrt Defensive

Der walisische Torschütze Hal Robson-Kanu hatte beim Führungstreffer drei Abwehrspieler mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen lassen und freistehend eingeschoben.

Man muss der belgischen Defensive aber zu Gute halten, dass mit Vincent Kompany, Thomas Vermaelen und Jan Vertonghen drei etatmäßige Verteidiger verletzt oder gesperrt fehlten.

Auch beim Ausgleich durch Ashley Williams ließ sich Belgiens Abwehr narren. Durch eine laut Kahn "geniale Variante" brachte Wales das Team durcheinander.

Vier Waliser stellten sich bei einem Eckball direkt hintereinander auf, stoben dann im Strafraum auseinander - der Torschütze kam frei zum Kopfball. "Diese Polonaise-Variante kann für den Gegner sehr verwirrend sein", kommentierte Kahn die Szene.

Belgien "zu eindimensional"

Doch nicht nur in der Hintermannschaft der "Roten Teufel" passte nicht viel zusammen. Nach vorne lief es nach einer guten Anfangsphase über weite Strecken ebenso wenig rund.

"Da fehlten die Ideen, sich auch mal spielerisch Chancen herauszuspielen. Nur auf Konter zu setzen, ist eben zu eindimensional ", führte der Ex-Keeper des FC Bayern aus.

Experte Vermant ergänzte: "Man muss abwechseln können zwischen langen Bällen und schnellen Kombinationen in den Räumen. Auch darf man Leuten wie Bale und Ramsey nicht solche Freiräume geben."

Schließlich gefiel Kahn auch die Art und Weise des Auftretens der belgischen Stars nicht. "Und dann die Körpersprache: Was hatten die Belgier für eine Körpersprache?", giftete Kahn.

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