vergrößernverkleinern
Das Eröffnungsspiel der EM 2020 findet in Rom statt
Das Eröffnungsspiel der EM 2020 findet in Rom statt © Getty Images

In Rom findet das Eröffnungsspiel der EM 2020 statt. Brüssel wird dagegen kein Spielort, sodass mehr Partien im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen werden.

Zuschlag für Rom als Eröffnungsspielort, Budapest als Städtepartner für München und das Aus für Brüssel: Die Europäische Fußball-Union UEFA hat am Donnerstag in Nyon bei der Sitzung des Exekutivkomitees wichtige Entscheidungen mit Blick auf die erste paneuropäische EM im Jahr 2020 getroffen.

Durch die Städtepartnerschaft von Budapest und München wäre Ungarn Vorrundengegner der deutschen Mannschaft in der Gruppe F, sollten sich beide für das Turnier in zwölf Ländern qualifizieren. Für die Auslosung der insgesamt sechs "Städtepaare" wurden sportliche Kriterien, die Reisedistanzen und mögliche politische Schwierigkeiten zugrunde gelegt. Jeder qualifizierte Ausrichter darf zwei Heimspiele bestreiten.

Bei der Bewerbung um die Ausrichtung des Eröffnungsspiels, das voraussichtlich am 12. Juni 2020 stattfinden wird, setzte sich die italienische Hauptstadt Rom mit dem Stadio Olimpico gegen Amsterdam, Glasgow und St. Petersburg durch.

Auch Brüssel war ursprünglich ein Kandidat, ist aber nach einer einstimmigen Entscheidung der UEFA-Exekutive vom Donnerstag überhaupt kein Spielort mehr. Schuld ist ein ungelöster Stadionstreit in der belgischen Hauptstadt.

Sieben Spiele in London

In Belgien sollten eigentlich drei Gruppenspiele und ein Achtelfinale ausgetragen werden. Wegen großer Probleme, der Bau des neuen, rund 300 Millionen Euro teuren Stadions verzögerte sich immer wieder, wurde Brüssel gestrichen, die vier Spiele wurden an Wembley vergeben. Dazu gehen in London die Halbfinals und das Finale (12. Juli) der EM, die nun in nur zwölf statt 13 Städten stattfinden wird, über die Bühne.

"Wir haben mit Brüssel lange diskutiert, aber nicht alle geforderten Dokumente erhalten. Bis heute wissen wir nicht, ob sie ein Stadion bauen können oder nicht", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Die UEFA hatte wegen der Schwierigkeiten in Brüssel eine Frist bis zum 20. November gesetzt - bis dahin sollten alle nötigen Baugenehmigungen nach Nyon geschickt werden. Dies gelang den Belgiern nicht. Auch ein Aufschub bis zur Sitzung am Donnerstag half nicht.

"Experten haben uns gesagt, dass das Risiko für die UEFA zu groß sei, wenn wir weiter warten würden", so Ceferin. Der belgische Verband hat die Entscheidung akzeptiert. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig das Ende für das Projekt.

Budapest Städtepartner von München

Das Grundproblem beim Bau auf dem Parkplatz des Brüsseler EXPO-Geländes ist ein Konflikt mit der Gemeinde Grimbergen in der Provinz Flämisch-Brabant, der ein Teil des geplanten Stadion-Areals gehört.

Die Flamen und die Wallonen sind in Belgien seit dem 19. Jahrhundert in tiefster Abneigung miteinander verbunden.

Insgesamt wurden sechs "Städtepaare" gebildet. Neben Budapest und München sind dies Rom/Italien und Baku/Aserbaidschan, Sankt Petersburg/Russland und Kopenhagen/Dänemark, Amsterdam/Niederlande und Bukarest/Rumänien, London/England und Glasgow/Schottland sowie Bilbao/Spanien und Dublin/Irland.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel