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Der VfL Wolfsburg hat als letztes der sechs deutschen Teams das Ticket zur nächsten Runde gelöst
Der VfL Wolfsburg holte zehn Punkte in der Gruppenphase © getty

Lille - Der VfL Wolfsburg hält dank einer Leistungssteigerung den OSC Lille in Schach. Rodriguez trifft doppelt. Benaglio hält glänzend.

Der VfL Wolfsburg hat als sechster und letzter deutscher Europacup-Starter die K.o.-Runde erreicht und den totalen Triumph der Bundesliga perfekt gemacht. Die Niedersachsen gewannen am späten Donnerstagabend in der Europa League ihr Endspiel um den zweiten Gruppenplatz beim OSC Lille mit 3:0 (1:0).

Damit überstanden alle sechs Bundesligavereine die Gruppenphase im Europapokal.

Vieirinha (45.+1) und Ricardo Rodriguez (65./89., Handelfmeter) erlösten mit ihren Treffern die lange Zeit schwach spielenden Wolfsburger.

Platzverweis für Guilavogui

Der Bundesligazweite überstand auch eine mehr als halbstündige Unterzahl, nachdem ausgerechnet der Franzose Josuha Guilavogui wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (55.) gesehen hatte.

Großen Anteil am Sieg hatte auch Torhüter Diego Benaglio, der in einer kritischen Phase einen Foulelfmeter von Divock Origi (76.) hielt. "In der ersten Hälfte hatten wir Mühe, ins Spiel zu kommen, denn Lille hat alles auf eine Karte gesetzt. Der Treffer unmittelbar vor der Pause war wichtig", sagte Benaglio bei "Sky".

 

Der Meister von 2009 steht erstmals seit fünf Jahren wieder in der Zwischenrunde eines internationalen Wettbewerbs. In der Runde der letzten 32, die am 19. und 26. Februar 2015 ausgespielt wird, zählt Wolfsburg als Gruppenzweiter nicht zu den gesetzten Teams.

Glück beim Pfostenschuss

Das Spiel vor rund 30.000 Zuschauern im Grand Stade begann mit einem Schreckmoment für die Wölfe: Idrissa Gueye köpfte den Ball nach einem Stellungsfehler von VfL-Innenverteidiger Robin Knoche an den Pfosten (7.).

Wolfsburg fand nur schwer in die Partie, vom Selbstvertrauen durch den Vereinsrekord mit 29 Punkten aus 14 Bundesligaspielen war wenig zu spüren. Trainer Dieter Hecking forderte sein Team von der Bank immer wieder auf: "Einfacher spielen!"

Lille, in der französischen Ligue 1 seit zwölf Spielen sieglos, witterte seine Chance und erspielte sich einige gute Chancen wie die von Ryan Mendez (26.) und dem auffälligen Origi (39.).

Die vom Ex-Wolfsburger Simon Kjaer organisierte OSC-Abwehr hatte mit den wenigen Wolfsburger Angriffen lange wenig Mühe. Erst mit dem Halbzeitpfiff traf Vierinha.

Dost sorgt für Belebung

VfL-Coach Hecking reagierte auf den müden Auftritt seines Teams und brachte zur zweiten Halbzeit Bas Dost für den abgemeldeten Ivica Olic. Der Niederländer hätte die Gäste in der 54. Minute mit 2:0 in Führung köpfen können, stattdessen kassierte Guilavogui im Gegenzug den Platzverweis.

Die Schiedsrichterentscheidung ärgerte Klaus Allofs. "Was in der Vorrunde gegen uns gepfiffen wurde, das geht auf keine Kuhhaut mehr", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer.

Immerhin: In Unterzahl wirkte der Bundesligist aber noch konzentrierter. Der Lohn war der herrliche Freistoßtreffer des Schweizer Nationalspielers Rodriguez, der in der Schlussminute auch noch einen Handelfmeter souverän verwandelte.

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