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Bayer 04 Leverkusen v VfL Wolfsburg - Bundesliga Bas Dost
Bas Dost wechselte 2012 vom SC Heerenveen zum VfL Wolfsburg und hat einen Vertrag bis 2017 © Getty Images

München - Vor dem Heimspiel gegen Sporting Lissabon spricht Wolfsburgs Torjäger Bas Dost über sein Torgeheimnis, die Form der "Wölfe" und schwere Zeiten in seiner Karriere.

Bas Dost kann endlich wieder lachen. Und der Grund für seine neu gewonnene Freude am Fußballspielen liegt auf der Hand.

Seit 2012 steht der Niederländer beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, doch erst jetzt zündet der 25-Jährige so richtig.

In der laufenden Saison erzielte Dost in 21 Spielen bereits neun Tore für die "Wölfe". Zuletzt beim furiosen 5:4-Sieg bei Bayer Leverkusen netzte er sogar vier Mal ein.

Der bullige Stürmer hätte nun sicher nichts dagegen, wenn sein Lauf auch im Europa League-Spiel zu Hause gegen Sporting Lissabon (ab 18.45 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVETICKER) weitergeht.

Vor dem Duell am Donnerstag mit den Portugiesen spricht Dost im SPORT1-Interview über sein Leistungshoch, den VfL und schwere Zeiten. 

SPORT1: Herr Dost, ein paar Tage sind vergangen. Wie haben Sie sich nach Ihrem sensationellen Viererpack in Leverkusen gefühlt?

Bas Dost: Das war natürlich überragend. So richtig realisiert habe ich das erst, als ich zuhause war und meine Familie und Freunde angerufen habe. Sie haben mir klar gemacht, was dieses Spiel für große Wellen geschlagen hat, auch in meiner Heimat.

Bas Dost, Dante, VfL Wolfsburg, FC Bayern
Bas Dost (r.) traf beim 4:1-Heimsieg zum Rückrundenstart gegen den FC Bayern München (hier gegen Dante) zwei Mal © Getty Images

SPORT1: Über Ihr viertes Tor in Leverkusen sagte Ihr Kollege Andre Schürrle: "Den machen so nicht viele, Ibrahimovic vielleicht noch." Das ist ein starker Vergleich. Wie stolz macht Sie das?

Dost: Ich freue mich sehr darüber, das ist ein großes Kompliment von Andre. Zlatan Ibrahimovic ist einer der besten Stürmer der Welt und ein echtes Vorbild für mich.

SPORT1: Sie sind nun der gefeierte Held in Wolfsburg. Können Sie uns Ihr Torgeheimnis verraten? In der Hinrunde lief es gar nicht gut.

Dost: Ich bin jetzt einfach so fit wie noch nie, seit ich beim VfL bin. Leider haben mich in den letzten zwei Jahren immer wieder Verletzungen zurückgeworfen, oft auch in Phasen, in denen es gerade wieder anfing, gut für mich zu laufen.

SPORT1: Sie sollen 2014 nach einer Sprunggelenkoperation sogar Angst gehabt haben, dass es mit Ihrer Karriere weiter geht. Wie war das?

Dost: Ich hatte eine lange Phase, in denen immer wieder Schmerzen aufgetreten sind, selbst nach einer Operation, nach der eigentlich das Gegenteil der Fall hätte sein sollen. Da habe ich mich schon gefragt, ob das jetzt immer so bleiben wird. Aber wichtig ist eigentlich nur, dass ich mich jetzt gut fühle und fit bin.

SPORT1: Wie stark sind Sie im Umgang mit Rückschlägen?

Dost: Ich versuche immer, das Beste aus allem zu machen. Ich glaube an mich und meine Fähigkeiten. Ich finde es aber insgesamt schwierig, mich selber einzuschätzen, deswegen überlasse ich das lieber anderen.

SPORT1: Sie sagten zuletzt, dass Sie ein anderer Fußballer sind. Wie meinten Sie das?

Dost: Ich mache mir nicht mehr so viele Gedanken wie früher. Ich gebe alles beim Training. Natürlich bin ich sauer, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Aber im Gegensatz zu früher, kann ich die negativen Dinge auch schnell wieder abhaken.

SPORT1: Sie haben 2011 schonmal fünf Tore in einem Spiel geschossen. Wie ist das vergleichbar mit jetzt, Herr Dost?

Dost: Damals habe ich mit Heerenveen 5:0 gegen Excelsior gewonnen und alle Tore geschossen, das ist schon ein Unterschied. Andererseits ist Bayer Leverkusen eine sehr starke Mannschaft, die in der Champions League spielt. Da ist es sicher noch einmal schwerer, vier Tore in einer Partie zu schießen.

SPORT1: Als Schlüsselspiel für Ihre Kehrtwende beim VfL bezeichnen Sie die Partie vor der Winterpause in Hannover, als Sie eingewechselt wurden. Warum?

Dost: Ich habe vorher schon Einsatzzeiten bekommen, aber die waren nicht besonders lang. Ich habe mir gesagt, du musst so lange arbeiten, bis du deine Chance bekommst und sie dann nutzen. Das hat gegen Hannover geklappt. Ich wurde etwa 20 Minuten vor Schluss eingewechselt und habe gleich ein Tor gemacht.

SPORT1: Bevor es in der Bundesliga am Sonntag zu Hause gegen Hertha BSC geht, kommt Sporting Lissabon nach Wolfsburg. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Spiel?

Dost: Wir freuen uns auf das Duell mit Lissabon. Aber wir wissen auch, dass wir genauso konzentriert spielen müssen wie in der ersten Halbzeit gegen Leverkusen. Denn man hat gesehen, was passieren kann, wenn man nicht voll bei der Sache ist. Es geht um den Einzug in das Achtelfinale, und ich möchte meiner Mannschaft wieder mit Toren helfen, damit wir am Donnerstag die Basis für das Weiterkommen legen können.

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