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VfL Wolfsburg v SSC Napoli - UEFA Europa League: Quarter Final
Der VfL Wolfsburg hat noch nie ein europäisches Halbfinale erreicht © Getty Images

Wolfsburg - Nach der Pleite gegen Neapel steht Wolfsburg vor dem Aus. Der VfL bemüht sich um eine optimistische Interpretation - doch eine bittere Erkenntnis bleibt.

Von Marcel Jarjour

Dieter Hecking muss tiefer in die Tasche greifen nach der Pleite gegen den SSC Neapel.

Der Trainer des VfL Wolfsburg hatte nämlich einen Deal abgeschlossen vor dem mit 1:4 (0:2) verlorenen Europa-League-Viertelfinale.

Gewinnt Wolfsburg die Partien, darf er ein Jahr umsonst trinken bei den italienischen Wirten in seinem Heimatort Bad Nenndorf. Gewinnt Neapel, muss er für seinen Cappuccino einen Euro mehr bezahlen. 3,50 Euro muss Hecking neuerdings berappen. Vorher waren es 2,50 Euro.

Wesentlich stärker als der gestiegene Kaffeepreis dürfte Hecking dann aber doch das Ergebnis und die Art und Weise an ihm nagen, wie der VfL in der heimischen Arena unterging (Service: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Schnelle Wendung ins Positive

Wobei Hecking nach außen hin erstaunlich schnell dazu überging, Positives in der Niederlage zu sehen - und sie in den größeren Kontext einzuordnen.

"Das war gut, um die Sinne zu schärfen. Wir sind noch nirgendwo am Ziel", sagte er (Datencenter: Ergebnisse/Spielplan).

Vorgeschmack auf Champions League

Das Spiel gegen Neapel war in der Tat ein durchaus hilfreicher Vorgeschmack auf das Niveau in der Champions League, das den Tabellen-Zweiten der Bundesliga kommende Saison aller Voraussicht nach erwarten wird.

Und das der VfL an diesem Abend nicht lieferte.

Beim SSC dagegen klappte das kontrollierte Kurzpassspiel und die genauen Pässe in die Abwehr-Schnittstelle - Stärken, die eigentlich sonst die Wolfsburger ausmachen. Doch das eigentliche VfL-Modell zündete beim VfL diesmal nicht. Es funktionierte nur beim SSC.

Zwar schoss Gonzalo Higuain Neapels Führungstor mit Hilfe der Hand. Hecking hielt sich mit Beschwerden über den Schiedsrichter aber nur kurz auf: "Wir haben einfach an unsere Leistungen aus den letzten Spielen nicht anknüpfen können."

Allofs sucht das Gegenmittel

Die Gäste machten das Spiel, profitierten auch von leichten Fehlern der Wolfsburger.

"Wir haben manchmal eben auch keine Antwort", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs, die Bayern manchmal auch nicht.

So sei das im Fußball in manchen Spielen, versuchte Allofs die Problematik zu verdeutlichen: "Manchmal wünscht man sich, ein Gegenmittel zu haben."

Das hatten die Wolfsburger nicht - und ob sie es im Rückspiel finden: eher unwahrscheinlich.

"Ich bin Realist. Ich bin jetzt zwei Jahre hier. Wenn wir das Ding drehen, wäre das eine Riesen-Sensation", hielt Hecking - auch wenn er pflichtschuldig hinterherschob: "Wir werden sicherlich nicht abschenken und es nächsten Donnerstag deutlich besser machen."

Pokal bleibt als Titelchance

Der Fokus richtet sich fortan aber auf die anderen Wettbewerbe: Auf die Bundesliga, wo am Sonntag Schalke 04 zu Gast ist. Auf den DFB-Pokal, wo es im Halbfinale zu Pokalschreck Arminia Bielefeld geht.

Ein Aus dort wäre ein richtiger Tiefschlag, vom drohenden Aus in Europa will Hecking sich die Saison aber nicht kaputtmachen lassen.

"Wir wissen was wir geleistet haben. Wir wollen gerne nach Berlin", so sein Fazit.

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