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Der Favorit plant den historischen Coup, der Außenseiter einen Moment der Freude für die kriegsgeplagte Heimat.

Beim Finale der Europa League am Mittwoch (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm) in Warschau zwischen Titelverteidiger FC Sevilla und Überraschungsteam Dnjepr Dnjepropetrowsk prallen nicht nur sportlich zwei Welten aufeinander.

Sevilla würde mit einem vierten Triumph im vierten EL-Endspiel zum alleinigen Rekordsieger aufsteigen. "Wir können Geschichte schreiben", sagte FC-Trainer Unai Emery: "Es sollte sich nicht wie Druck anfühlen oder uns daran hindern, unseren Plan durchzuziehen. Es soll Motivation sein, dass wir den Traum wahr werden lassen."

Den Titel erfolgreich verteidigen konnte eine Mannschaft zuletzt 2007: Es war der FC Sevilla.

In 14 Europa-League-Spielen kassierte Sevilla nur eine Niederlage, auch Borussia Mönchengladbach musste sich in der Zwischenrunde der Spielstärke des Tabellenfünften der Primera Division geschlagen geben.

Der Kader um Top-Torjäger Carlos Bacca und Abräumer Stephane Mbia weist nicht nur eine höhere Qualität, sondern auch eine deutlich größere Erfahrung auf.

Dnjepropetrowsk steht dagegen erstmals in einem Europacup-Endspiel. Der vom milliardenschweren Oligarchen Igor Kolomojskij geführte Klub hat im Halbfinale immerhin Wolfsburg-Bezwinger SSC Neapel ausgeschaltet.

Die Profis um die Schlüsselspieler Jewhen Konopljanka und Ruslan Rotan wissen, dass sie sich mit einem Finalsieg in ihrer Heimat "unsterblich" machen können.

"Es gibt Krieg im Osten, die Menschen dort haben nicht viel Freude. Wir wollen ihnen positive Emotionen schenken", sagte Kapitän Rotan einen Tag vor dem Finale und verriert, vielen Fans die Tickets und den Transport nach Warschau bezahlt zu haben.

Wegen der Gefechte mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes trug der Verein seine Europacup-Heimspiele in der Hauptstadt Kiew aus.

Was für Dnjepr spricht: Immer wenn ein ukrainischer Klub in einem Europacup-Endspiel stand, hat er auch den Titel geholt. Dynamo Kiew gewann zweimal den Pokalsieger-Wettbewerb (1975 und 1986), Schachtjor Donezk vor sechs Jahren gegen Werder Bremen den UEFA-Cup.

Der Sieger von Warschau erhält fünf Millionen Euro und startet in der kommenden Saison in der Champions League. Dieses Ziel hat Sevilla in der Primera Division knapp verpasst, auch Dnjepr hat in der heimischen Liga einen Spieltag vor Saisonende kaum noch Chancen auf die Königsklasse.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Dnjepropetrowsk: Bojko - Fedezkij, Douglas, Tscheberjatschko, Leo Matos - Kankawa, Rotan, Fedortschuk, Lutschkewitsch, Konopljanka - Kalinic. - Trainer: Markewitsch
Sevilla: Sergio Rico - Coke, Carrico, Kolodziejczak, Tremoulinas - Mbia, Krychowiak - Vidal, Banega, Vitolo - Bacca. Trainer: Emery
Schiedsrichter: Martin Atkinson (England)

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