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Wolfsberger AC gegen Borussia Dortmund
WAC-Präsident Dietmar Riegler (l.) freut sich auf die Partien gegen den BVB © SPORT1-Grafik: Gabriel Fehlandt/Getty Images/Imago

München - Der Wolfsberger AC steht gegen Dortmund vor einer Mammutaufgabe. SPORT1 hat mit Präsident Dietmar Riegler gesprochen - und stellt den Verein aus Kärnten vor.

Es ist das vielzitierte Duell zwischen David und Goliath: Auch wenn der offizielle Vereinsname RZ Pellets WAC nach einem reichen Sponsor klingt, so ist der Wolfsberger AC gegen Borussia Dortmund (ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER) in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League krasser Außenseiter.

"Wir sind in Österreich in der Bundesliga einer der kleinsten Vereine, in allen Bereichen. Was das Budget betrifft, aber auch von der Größe des Klubs", erklärt WAC-Präsident Dietmar Riegler im Gespräch mit SPORT1.

Der 49-Jährige ist gleichzeitig Geschäftsführer beim Hauptsponsor und Namensgeber des Vereins - Parallelen zu Dietrich Mateschitz und Red Bull Salzburg sieht er aber nicht.

"Ein Herr Mateschitz wird glaube ich nicht allzu viel Zeit für operative Tätigkeiten im Verein aufwenden", sagt Riegler mit einem Lachen und betont: "Das sind zwei komplett verschiedene Welten zwischen Salzburg und uns, das kann man wirklich nicht vergleichen."

Überraschung im Test gegen Schalke 04

Und doch gelang es dem WAC in der Vorsaison eine ganze Weile, den Krösus aus Salzburg zu ärgern: Nach elf Spieltagen standen die Kärntner noch auf Platz eins der Tabelle, am Ende der Saison reichte es immerhin zu Platz fünf und der ersten Europapokal-Qualifikation der Vereinsgeschichte.

"Früher hätten wir nie gedacht, dass wir einmal Bundesliga spielen würden. Jetzt sind wir zum ersten Mal im Europapokal und haben den Start wirklich gut gemeistert mit zwei Siegen", sagt Riegler bei SPORT1 nicht ohne Stolz nach dem erfolgreichen Duell mit Schachtjor Soligorsk aus Weißrussland.

Die Spiele gegen den BVB sind für Wolfsberg aber noch einmal ganz andere Hausnummer. "Ich weiß nicht, ob sich das noch mal toppen lässt. Gegen eine absolute Weltmannschaft wie Dortmund zu spielen, das ist das Größte und wird in nächster Zeit auch das Größte bleiben", erklärt Riegler.

Wie man gegen einen deutschen Bundesligisten gewinnt, weiß man beim WAC allerdings schon: Vor knapp drei Wochen gelang ein 3:1-Testspielsieg gegen Schalke 04.

"Wir haben auch in der Bundesliga die Großen schon immer geärgert", sagt Riegler, dem die Rollenverteilung dennoch bewusst ist: "Mit einem knappen Ergebnis im Hinspiel wären wir schon absolut zufrieden. Das könnte klappen, wenn alles gut läuft - aber es kann genauso passieren, dass wir unter die Räder kommen."

Vor dem Duell mit dem BVB hat SPORT1 weitere Fakten über den WAC gesammelt - und stellt die beiden Vereine im Zahlenvergleich gegenüber.

Das Stadion

Das Wörthersee Stadion in Klagenfurt bei der EM 2008
Bei der EM 2008 spielte auch das DFB-Team im Klagenfurter Wörthersee Stadion © Getty Images

Eigentlich spielt der WAC in der 7.300 Zuschauer fassenden Lavanttal-Arena. Für das Spiel gegen den BVB zieht der Bundesligist aber ins Stadion des Zweitligisten Austria Klagenfurt um.

"Es tut uns schon weh, dass wir nicht ganz in der Heimat spielen können", erklärt Präsident Riegler bei SPORT1.

Im Wörthersee Stadion haben allerdings 32.000 Zuschauer Platz - und selbst das ist laut Riegler für das Spiel gegen den BVB eigentlich zu wenig: "Wir hätten wahrscheinlich auch 50.000 Karten verkaufen können."

Der Kader

Wolfsberg hat mit einem Durchschnittsalter von 26,9 Jahren den ältesten Kader der österreichischen Eliteliga. Dabei hat der WAC nur vier Spieler in seinen Reihen, die ihren 30. Geburtstag bereits hinter sich haben - allerdings auch nur drei, die jünger als 24 sind. 19 Spieler stammen aus Österreich, dazu kommen ein Brasilianer, ein Spanier, ein Slowene und ein Schwede.

Die Stars

Der mit Abstand erfahrenste Akteur ist der 35-jährige Joachim Standfest, der mit Graz und Austria Wien auch jahrelange Erfahrung im Europapokal vorzuweisen hat. Den deutschen Fans könnte auch der Brasilianer Silvio noch ein Begriff sein, der ab 2011 zweieinhalb Jahre bei Union Berlin spielte.

Silvio im Trikot von Union Berlin
Der Brasilianer Silvio spielte zweieinhalb Jahre lang in Deutschland für Union Berlin © Getty Images

Sogar einen Nationalspieler haben die Wolfsberger in ihren Reihen: Linksverteidiger Stephan Palla absolvierte im Juni seine ersten beiden Länderspiele für die Philippinen. Trotzdem: "Für die Spieler ist es wahrscheinlich das Größte, was einige erleben werden", sagt Präsident Riegler über die Partien gegen den BVB.

Der Trainer

Seit 2013 steht beim WAC ein alter Bekannter aus der Bundesliga an der Seitenlinie: Dietmar "Didi" Kühbauer spielte von 2000 bis 2002 beim VfL Wolfsburg und war zwischenzeitlich sogar Kapitän der Wölfe. In Wolfsberg übernimmt Kühbauer neben seinem Trainerjob auch Aufgaben als Sportdirektor.

Wolfsberg und Dortmund im Zahlenvergleich

Wolfsberg

Dortmund

Einwohner

ca. 25.000

ca. 575.000

Stadion

Lavanttal-Arena, 7.300 Plätze

Signal Iduna Park, 81.359 Plätze

Marktwert des Kaders

ca. 9 Millionen Euro

ca. 300 Millionen Euro

Durchschnittsalter

26,9 Jahre

25,4 Jahre

Teuerster Transfer

Peter Zulj, 100.000 Euro

Henrikh Mkhitaryan, 27,5 Millionen Euro

Aktuelle A-Nationalspieler

1

16

Größter Erfolg

Platz 5 in Österreich in der Saison 2014/15

Champions-League und Weltpokal-Sieg 1997

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