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Nikosia - Schalke startet mit einem souveränen Sieg in die UEFA Europa League. Die junge Garde um Max Meyer macht dabei Lust auf mehr.

Das Bild passte perfekt.

Die Spieler des FC Schalke 04 standen nach dem Abpfiff noch einige Zeit auf dem Rasen des Stadions in Nikosia, bildeten einen Kreis. Das übliche Ritual unter Andre Breitenreiter. Der Trainer richtete nach dem erfolgreichen Auftakt in der UEFA Europa League noch einige Worte an seine Mannschaft.

Charakteristisch für ein neues Wir-Gefühl auf Schalke. Merkmal für eine Mannschaft, die unter dem neuen Coach offenbar endlich wieder eine ist.

Mittendrin stand Max Meyer. Der Youngster feierte aufgrund der Zeitverschiebung noch auf dem Rasen seinen 20. Geburtstag, symbolträchtig im Kreise der Mannschaft.

Beim lockeren und souveränen 3:0-Sieg bei APOEL Nikosia in den 90 Minuten zuvor hatte sich das Eigengewächs schon mal selbst beschenkt: Mit einer erneut starken Leistung als Ersatz für den abgewanderten Julian Draxler und dazu zwei Torvorlagen.

"Sehr viel Spaß im Training und im Spiel"

"Der Trainer vermittelt uns sehr viel Spaß im Training und auch im Spiel. Wir sollen ohne Druck spielen, das machen wir momentan, und ich denke, es läuft ganz gut in letzter Zeit", sagte Meyer im Gespräch mit SPORT1.

Besonders für ihn läuft es in letzter Zeit. Meyer wirbelte wie schon am vergangenen Bundesliga-Spieltag gegen Mainz (2:1) auf der linken Seite, sorgte immer wieder für Gefahr und Überraschungsmomente. Der U21-Nationalspieler blüht auf, seitdem Draxler den Klub verlassen hat und für Meyer endlich wieder eine Position frei geworden ist in der Mannschaft.

Unbekümmert und frech

Denn einer wie Meyer muss die Unterstützung des Trainers nicht nur bekommen, er muss sie spüren.

Hinzu kommt, dass Breitenreiter für die notwendige Lockerheit sorgt und dazu noch offensiven Fußball spielen lässt. Alles ganz nach dem Geschmack des sensiblen Schalker Talents, das unter Ex-Trainer Roberto Di Matteo oft frustriert wirkte und das Vertrauen des Italo-Schweizers nur selten bekam.

Essentiell für sein Spiel

Dabei ist genau das essentiell für sein Spiel, für seine Art, auf dem Platz instinktiv für besondere Momente zu sorgen.

Da ist es dann auch fast schon egal, dass er sich im Zentrum eigentlich wohler fühlt. "Ich habe mich wohlgefühlt auf der Seite, habe viele Bälle bekommen und konnte viele Aktionen starten. Die Position gefällt mir sehr gut", sagte er.

Sehr gut gefiel dann natürlich nicht nur Meyer der letztendlich ungefährdete Auftaktsieg, verbunden mit dem Fußball, den Schalke unter Breitenreiter spielen will. Schön anzuschauen und dazu am besten noch erfolgreich.

"Unser junges Team hat eine unglaubliche Souveränität ausgestrahlt. Die Automatismen, die der Trainer immer wieder predigt, fangen an zu greifen", erklärte Manager Horst Heldt.

Nachwuchs ein wichtiges Faustpfand

Ein wichtiges Faustpfand dabei, nach dem Draxler-Wechsel auch für die eigene Identität: der Nachwuchs. Denn es war nicht nur Meyer, der in Nikosia geglänzt hatte. Neben dem 20-Jährigen überzeugten im Mittelfeld auch Johannes Geis (22), Leon Goretzka (20) und vor allem Leroy Sane (19).

Letzterer gab nicht nur fünf Torschüsse ab und bereitete drei weitere vor, sondern gewann auch starke 69 Prozent seiner Duelle.

"Er hat zu Beginn ganz schön viele Arschtritte von mir gekriegt, denn defensiv hat er einige Sachen nicht ganz so gut gemacht. Was er aber nach vorne bringen kann mit seiner Schnelligkeit und Dynamik, da hat er für viele gute Momente gesorgt", sagte Breitenreiter bei SPORT1.

Momente, die auf Schalke derzeit Lust auf mehr machen.

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