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Gelsenkirchen - Das Theater um Horst Heldt geht weiter, die Zukunft des Managers auf Schalke bleibt offen. Beim Spiel gegen Prag kommt es zur nächsten Posse, der Wirbel zeigt Wirkung.

Wenn man keine Probleme hat, macht man sich halt welche.

Bei Schalke 04 können sie das ganz besonders gut. Ruhe? Erfolg? Kontinuität? All das haben sie bei Königsblau endlich mal wieder gehabt. Doch offenbar ist das eine Spur zu langweilig für einen Klub mit einem dauerhaften Hang zum Chaos.

Nun wird die Personalie Horst Heldt mehr und mehr zur Hängepartie, die ohne Not eröffnete Baustelle immer größer. Das neuste Kapitel der Posse wurde rund um das 2:2 im dritten Gruppenspiel der Europa League gegen Sparta Prag geschrieben.

Zunächst hatte sich Heldt mit Klubboss Clemens Tönnies und dessen Stellvertreter Jens Buchta zu Gesprächen getroffen, danach hatte der kurzfristig einberufene Aufsichtsrat getagt. Bei SPORT1 hatte schließlich Tönnies eine Erklärung Heldts nach dem Spiel angekündigt. Wer nun aber mit einer finalen Entscheidung gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Und vertröstet.

Noch keine finale Entscheidung

Heldt ließ sich bei seiner Stellungnahme nicht in die Karten schauen und macht zwar gute Miene zum bösen Spiel. Doch der Manager, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, wirkte bei der reichlich skurrilen Situation ein wenig angeschlagen, als er erklären musste, dass es im Grunde noch nichts zu erklären gibt.

"Wir haben ein konstruktives Gespräch gehabt. Es war aber so, dass wir das nicht beenden konnten, so dass wir zeitnah noch ein zweites Gespräch benötigen, dann gibt es eine Entscheidung", sagte Heldt SPORT1.

Die hatte er nach eigener Aussage angeblich selbst schon getroffen, nachdem Tönnies zuletzt offen mit dem Mainzer Manager Christian Heidel geflirtet hatte. Die Frage, ob er nun weniger entschieden sei, erwischte ihn auf dem falschen Fuß.

"Mit der Frage habe ich nicht gerechnet. Das kann ich so nicht beantworten. Wir haben wichtige Themen nicht besprechen können“, erklärte er. Deshalb werde es besagten zweiten Anlauf geben.

Allerdings gewährte er zumindest einen kleinen Einblick in den Verlauf der Gespräche, der Stimmung und dem Verhältnis zwischen dem mächtigen Aufsichtsratschef und dem Manager, das durch das Theater merklich abgekühlt sein dürfte. Auch wenn Heldt das zuletzt dementierte.

Doch noch eine Kehrtwende?

Eine angespannte Atmosphäre habe es nicht gegeben, sagte Heldt. Nach dem Spiel tauchte allerdings ein Foto auf, auf dem Heldt und Tönnies während des Spiels in der Loge sichtlich angeregt diskutierten. Zu diesem Zeitpunkt habe man sich darüber abgestimmt, "wann wir wie was sagen und wann wer was sagt", verriet Heldt.

Ansonsten sei es klar, dass man auch über Inhalte gesprochen habe, bei denen man verschiedene Meinungen habe. "Aber wenn es desaströs gewesen wäre, bräuchten wir kein zweites Gespräch", so Heldt.

Also möglicherweise doch noch eine Kehrtwende? Wird der Vertrag doch verlängert und Heldt ist auch in der kommenden Saison Manager auf Schalke? Oder zieht er selbst die Reißleine und geht von sich aus? Oder macht er bis zum Saisonende weiter?

Heldt sieht Autorität nicht beschädigt

"Es ist noch nichts entschieden, und dabei bleibt es. Ich würde empfehlen, in allen Richtungen mit Spekulationen vorsichtig zu sein", sagte Heldt.

Seine Autorität sieht Heldt trotz des ganzen Wirbels nicht beschädigt. "Das könnte sein, in dem Fall ist es aber nicht so. Ich mache hier meinen Job und den aus voller Überzeugung. Bis es ein Ergebnis gibt, gibt es an der Entscheidungsgewalt auch nichts zu rütteln“, erklärte er bei SPORT1.

Dafür scheint das Theater aber an der Mannschaft nicht spurlos vorüber zu gehen. Nachdem Trainer Andre Breitenreiter gegen Prag seine Mannschaft auf fünf Positionen verändert hatte, reichte es nur zu einem 2:2, dafür aber immerhin weiter für die Tabellenführung in der Gruppe K.

Sportliche Auswirkungen?

Welche Auswirkungen das unsägliche Hin und Her letztlich sportlich wirklich hat, wird sich schon in den kommenden Tagen zeigen, wenn es in der Liga und im DFB-Pokal zweimal gegen Borussia Mönchengladbach geht. Mit Heldt im Amt?

"Warum nicht? Selbstverständlich wird man mich am Sonntag in Mönchengladbach noch im Stadion sehen“, sagte Heldt.

Selbstverständlich ist auf Schalke derzeit allerdings nur wenig.

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