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Bereit für den BVB, die Manschaft des FK Qäbälä aus Aserbaidschan © Imago

München - BVB-Keeper Weidenfeller scheitert schon an der Aussprache: Qäbälä. Was hat es mit dem Team aus Aserbaidschan auf sich? SPORT1 stellt den Europapokal-Gegner vor.

Dieses Aserbaidschanisch mit seiner Vorliebe für Äs ist ja auch wirklich kompliziert, da kann man schon mal durcheinanderkommen. Also bitte: Keine Häme für Roman Weidenfeller. "Qualaba" nannte der Keeper den FK Qäbälä, Borussia Dortmunds nächsten Gegner in der UEFA Europa League.

Diese acht Namen sollte man sich in Bezug auf den FK Qäbälä trotzdem merken. Mit Aussprachehilfe in eckigen Klammern. Damit ihr nicht den Weidenfeller macht.

Qäbälä [GÄBÄLÄ]:

Name der Stadt, aus der der FK (Futbol Klubu) kommt. Nur etwas mehr als 13.000 Einwohner, aber uralt. Bereits zu Zeiten Alexander des Großen (um 300 vor Christus herum) besiedelt, damals die Hauptstadt des antiken Königreiches Albania, heute: Aserbaidschan.

Auf Russisch heißt die Stadt übrigens: Gabala. Zu Sowjetzeiten wurde die Stadt von den Russen Kutkashen genannt.  

Xanlar [CHANLAR]:

Bis 2006 der Ort, in dem der 1995 gegründete Klub beheimatet war. Bis 2005 hieß der FK Göy Göl Xanlar, dann Gilan Xanlar. Die Stadt selbst verdankte ihrem Namen dem aserbaidschanischen Arbeiterführer Xanlar Säfäräliyev, mittlerweile heißt sie: Göygöl. Wem das alles zu viele Umlaute sind: Gegründet wurde die Stadt ursprünglich 1819 von deutschen Siedlern und hieß: Helenendorf.

Tale Heydärov [TALE HEYDÄROV]:

Präsident des Klubs und Chef der Europäisch-Aserbaidschanischen Gesellschaft, die unter anderem Kulturprogramme fördert und versucht, internationale Unternehmen nach Aserbaidschan zu locken. 30 Jahre alt, Multimillionär, gilt als Abramowich Aserbaidschans. Ausgebildet in London, seine Mutter ist Koreanerin. Sein Vater ist Kamaladdin Heydärov, der aserbaidschanische Minister für Notsituationen. Laut WikiLeaks enthüllten Dokumenten der amerikanischen Justiz soll der Minister sein Vermögen nicht nur auf ganz ehrliche Weise gemacht haben.

Tony Adams [TONY ÄDÄMS]:

Die Arsenal-Legende (504 Spiele für die Gunners von 1983 bis 2002, viermal Meister) war von 2010 bis 2011 Trainer und Manager des FK Qäbälä. Wieso auch nicht? Genug Äs hat er in seinem Namen, zumindest phonetische. Tale Heydärov soll ihn persönlich nach Aserbaidschan gelockt haben. Mit harten Argumenten: Sein Salär: angeblich 1 Million Pfund pro Jahr.

Roman Grygorchuk [ROMAN GRIGORTSCHIUK]:

Kein einziges Ä? Klar, der bisher letzte Nachfolger von Tony Adams als Coach kommt nicht aus Aserbaidschan, sondern aus der Ukraine. Trainierte zuletzt Chornomorets Odessa am Schwarzen Meer, wechselte diesen Sommer zu Qäbälä. Vergrößerte somit die ohnehin große ukrainische Fraktion im Klub: Sechs Spieler im Kader kommen von dort.

Bakcell Arena [BAKZELL ARENA]:

Das Stadion von Neftci Baku, in dem das Spiel Qäbäläs gegen Dortmund stattfindet, kommt auch ohne ein Ä aus. Die Aserbaidschaner wollen sich wohl nicht vorwerfen lassen, marketingtechnisch nicht international zu denken. Ursprünglich hieß der 15.000-Zuschauer-Kasten: 8-ci km stadionou, weil es am achten Kilometer irgendeiner Straße liegt.

Dodo [DODÒ]:

Kein Ä, dafür zwei O. Eigentlich heißt der Mann Luiz Paolo Hilario und ist Stürmer des FK Qäbälä. Der Brasilianer ist 28, spielt bereits seit 2011 in Aserbaidschan und erzielte in dieser Saison bisher drei Tore in zehn Europa-League-Spielen (inklusive Quali).

Javid Huseynov [TSCHAWID HÜSEYNOV]:

Zum Schluss wird es nochmal bitterernst: Huseynov ist eigentlich Kapitän des FK Qäbälä. Gegen Dortmund wird er aber fehlen, weil er wegen Mordverdachts im Knast sitzt! Nach dem Europa-League-Qualifikationsspiel im August gegen Limassol im griechischen Teil von Zypern hatte er die Fans nach dem Spiel mit einer türkischen Flagge provoziert. Der Nordteil Zyperns ist von der Türkei besetzt, der Bosporus-Staat ist zudem langjähriger Verbündeter Aserbaidschans. Huseynov war wegen der Aktion kritisiert worden - unter anderem vom Journalisten Rasim Aliyev. Am nächsten Tag wurde der Mann von sechs Männern verprügelt und verstarb wenig später an den Folgen. Huseynov wird verdächtigt, den Auftrag zum Überfall gegeben zu haben. Manche behaupten gar, der 27-Jährige sei dabei gewesen.

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