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Das 1:0 bei AZ Alkmaar war eine Erlösung für den FC Augsburg. Jetzt will das Team am Sonntag bei Borussia Dortmund auch in der Bundesliga nachlegen.

Mit einem Lächeln im Gesicht standen Marwin Hitz und Piotr Trochowski in der Arena. Wer denn nun der eigentliche Matchwinner gewesen sei, wollte einer der Journalisten von den beiden Hauptdarstellern des historischen Abends für den FC Augsburg wissen.

"Ach, das waren wir beide. 50:50, würde ich meinen", sagte der überragende Torhüter Hitz nach dem hart erkämpften 1:0 (1:0) beim AZ Alkmaar in der UEFA Europa League, dem ersten Sieg auf der internationalen Fußball-Bühne, und grinste schüchtern: "Aber ich teile natürlich gerne."

Kunstschütze Trochowski, der bei seinem Startelf-Debüt den FCA mit einem sehenswerten Freistoß in den Winkel zum Sieg geschossen hatte, wollte davon nichts wissen. "Wir müssen uns bei Marwin bedanken für die zwei super Paraden, dass er die Punkte für uns geholt hat", sagte er, und auch Manager Stefan Reuter ("Das war absolute Weltklasse") sowie Trainer Markus Weinzierl ("Er hat die drei Punkte festgehalten") stimmten auf den Lobgesang ein.

Verhaegh warnt vor Euphorie

Der so wichtige Befreiungsschlag nach fünf Spielen ohne Sieg war für das Bundesliga-Schlusslicht allerdings äußerst glücklich. Der zweimalige niederländische Meister Alkmaar war in allen Belangen überlegen, erspielte sich Chance um Chance, scheiterte aber immer wieder an Hitz - oder an der eigenen Abschlussschwäche. Trochowskis Traumtor (43.) erlöste den zwar kämpferisch starken, spielerisch aber limitierten FCA.

Deshalb warnte Kapitän Paul Verhaegh auch mit Blick auf die schwierige Aufgabe in der Bundesliga bei Borussia Dortmund am Sonntag vor zu großer Euphorie. "Es war absolut nicht gut, wir haben viel Glück gehabt. Aber man hat gesehen, dass wir den Sieg unbedingt wollten", sagte der Niederländer und zählte die Fehler der Augsburger auf: "Keine Präzision, keine Entlastung, kein Selbstvertrauen!"

"Brauchen überragenden Tag"

Auch Weinzierl dämpfte die Erwartungen. "Es gibt Spiele im Jahr, da ist man krasser Außenseiter. Das ist in München der Fall, und das ist natürlich auch in Dortmund so", sagte der 40-Jährige: "Wir brauchen einen überragenden Tag, wenn wir da etwas mitnehmen wollen."

Der FCA reist ohne Umwege weiter nach Dortmund und bleibt als Team zusammen. "Gerade in den englischen Wochen ist es wichtig, die Kräfte richtig einzusetzen. Wir werden regenerieren, trainieren und aufs nächste Highlight hinarbeiten."

Reuter: "Hab ein paar Haare verloren"

Reuter machte vor allem die kämpferische Vorstellung seines Teams Mut. "Wenn du geschlossen verteidigst und dich in alle Bälle schmeißt, verdienst du dir auch das Quäntchen Glück.

Das haben wir erzwungen, und das müssen wir auch gegen Dortmund zeigen", sagte er mit heiserer Stimme: "Auf der Bank ist es viel schlimmer als auf dem Platz. Ich hab ein paar Haare verloren, und vor allem die Stimme leidet."

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