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Die Ausschreitungen der Anhänger von Borussia Dortmund beim Spiel der UEFA Europa League bei Saloniki sorgen bei Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel für Unverständnis und Ärger.

Klub-Boss Hans-Joachim Watzke hat nach den Ausschreitungen rund um das UEFA Europa-League-Spiel bei PAOK Saloniki (1:1) die Fans von Borussia Dortmund scharf kritisiert. "Unsere Leute haben angefangen. Das kann man in keiner Weise tolerieren", sagte Watzke.

Bei der Begegnung hatten BVB-Fans bengalische Feuer gezündet, die PAOK-Anhänger hatten Leuchtraketen abgeschossen und zudem nach Schlusspfiff versucht, den Gästeblock zu stürmen. Der BVB sprach auf seiner Homepage von "Jagdszenen auf dem Rasen".

Wie die Polizei Dortmund am Freitagnachmittag mitteilte, nahmen die griechischen Einsatzkräfte nach dem Zünden bengalischer Feuer im Gästefanblock zwei Personen fest, diese wurden am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Vor dem Spiel sei es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und BVB-Ultras gekommen. "Hierbei wurden Flaschen und Dosen auf die griechische Polizei geworfen", teilte die Dortmunder Behörde mit.

Dortmund rechnet mit Geldstrafe

Nun muss der Verein Konsequenzen durch die UEFA befürchten. Der BVB, obwohl Wiederholungstäter, rechnet aber nicht mit einem Geisterspiel.

"Der Vorfall wird untersucht, auch intern. Wir rechnen mit einer Geldstrafe und warten darauf, dass die FIFA uns kontaktieren wird", sagte Dortmunds Organisationschef Dr. Christian Hockenjos zu SPORT1.

Bereits auf dem Rückflug begann der BVB aber auch mit Sicherheitsplanungen für das Rückspiel in Dortmund, um vergleichbare Szenen frühzeitig zu entschärfen. Vor allem soll verhindert werden, dass BVB-Anhänger Fahnen von Aris Thessaloniki schwenken.

Der Lokalrivalve von PAOK hat ebenfalls die Vereinsfarben Schwarz-Gelb, PAOK Anhänger könnten sich dadurch provoziert fühlen.

Auch Tuchel kritisiert Fans

Auch Trainer Thomas Tuchel hatte seinen Unmut über das Verhalten der schwarz-gelben Anhänger geäußert.

"Wir hatten uns im Vorfeld den betreffenden Gruppen gegenüber klar positioniert. Wir müssen das jetzt aufarbeiten. Ich halte grundsätzlich viel davon, dass man alle Beteiligten anhört. Heute war das aber alles sehr eindeutig. Es wird für uns wieder eine empfindliche Geldstrafe geben. Wenn das Spiel gestört wird, ist eine Grenze erreicht. Das ist nicht mehr hinnehmbar", ergänzte Watzke.

Tuchel spricht von Chaos

Nach langen Diskussionen war das BVB-Team nach Schlusspfiff dennoch in die Kurve gegangen. Laut Tuchel entschied sich die Mannschaft dafür, da "es nur ein paar Wenige sind, die Chaos anrichten. Die anderen knapp 1300 haben es jedoch verdient, dass sich die Mannschaft bei ihnen bedankt. Ich kann die Frage allerdings gut verstehen, ob man ein Zeichen hätte setzen können."

Das Spiel in Saloniki war von den BVB-Verantwortlichen schon im Vorfeld als problematisch eingestuft worden, da die Dortmunder Anhänger eine Fanfreundschaft zum PAOK-Stadtrivalen Aris pflegen.

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