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München und Saloniki - Das Dortmunder Überangebot im Mittelfeld erweist sich vor dem Spiel in Saloniki als nützlich. Gonzalo Castro profitiert nach schwierigen Wochen vom Spielplan.

Hoffenheim und Saloniki: Dieses geografische Gegensatz-Paar könnte Gonzalo Castros erste Saison bei Borussia Dortmund beleben.

Wenn der BVB am Abend vor einer fanatischen Kulisse bei PAOK Saloniki in der UEFA Europa League antritt (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), ist Castro gesetzt als Anführer eines neuen Mittelfelds.

Castro beginnt zum vierten Mal

Die Zuversicht beim Neuzugang ist dabei ebenso gewachsen wie bei Trainer Thomas Tuchel dank Castros bestem Spiel als Dortmunder zuletzt beim 1:1 in Hoffenheim. In Abwesenheit von Shinji Kagawa, Mats Hummels, Sokratis und Ilkay Gündogan bekommt Castro zum vierten Mal in einem Pflichtspiel die Chance von Anfang an.

Sie alle lässt Tuchel zu Hause, dazu fällt Pierre-Emerick Aubameyang krank aus. "Es ist ein großer Unterschied, ob du am Dienstag zu Hause spielst und am Sonntag zu Hause, wie die Bayern, oder am Donnerstag auswärts und am Sonntag nochmal auswärts", begründete Tuchel bei SPORT1 seine Rotation.

Teamkollegen Pause gegönnt

Das Bundesliga-Topspiel steht schon jetzt mit im Fokus. Zeit, die Dortmunder Kadertiefe zu testen. "Man hat am Sonntag gesehen, dass die Jungs ein bisschen müde waren", sagte Castro SPORT1 mit Blick auf das 2:2 gegen Darmstadt. "Sie haben alle Spiele gemacht, dazu noch die Nationalmannschaft. Deshalb sei es ihnen auch gegönnt, dass sie mal eine Pause bekommen."

Gönnen kann Castro das gern, vor allem, weil es ihm selbst hilft. Der fünfmalige Nationalspieler muss immer noch strampeln, um hinter Julian Weigl und Ilkay Gündogan Spielminuten zusammenzuklauben. Dass er jetzt hineinrotiert, lässt den Schluss zu: In München wird er wohl wieder draußen sitzen.

Tuchel lobt

Seine Position hat sich im Vergleich zu den ersten Wochen aber deutlich gebessert. "Er hat es geschafft, freier zu spielen. Man merkt ihm im Training und in den Spielen an, dass die Dinge selbstverständlicher werden", lobte Tuchel und fügte nach der Hoffenheim-Partie an: "Er hat auf den Positionen von Ilkay Gündogan und Marco Reus ein gutes Spiel gemacht."

Endlich kam auch etwas Zählbares für Castro persönlich heraus mit seiner ersten Torvorlage. Tuchels Vertrauen wächst. Wenn Castro so auch in Saloniki weitermacht, könnte er schon bald mehr sein als nur das Backup für Weigl und Gündogan. Mit keinem von beiden hatte er vor der Saison als Konkurrenten gerechnet.

BVB auch ohne fünf Spieler ansehnlich

Einzig in der Innenverteidigung muss Tuchel improvisieren, wird wohl Sven Bender oder Matthias Ginter neben Neven Subotic stellen. Ansonsten zeigt die Aufgabe in Griechenland: Auch wenn fünf Stammspieler fehlen, lässt sich die Elf des BVB in Europa sehen.

"Wir gehen davon aus, dass wir uns in Saloniki körperlich verausgaben müssen. Dann gehört es dazu, dass wir den Blick heben in der Belastungssteuerung und uns das auch trauen", sagte Tuchel.

UEFA Europa League und Bundesliga vereinbaren

Die kommenden zwei Spiele werden zeigen, wie weit Dortmund in den beiden wichtigsten Wettbewerben schon ist. Und vor allem: Wie gut der Klub beide kombinieren kann.

Wer Anfang Oktober schon sein sechstes internationales Spiel der Saison macht, hat keine andere Wahl. Sich nur auf 13 oder 14 Spieler zu verlassen, kann für Tuchel keine Option sein.

So könnte Dortmund spielen:

Weidenfeller – Ginter, Subotic, Bender, Schmelzer – Weigl, Castro – Park, Mkhitaryan, Januzaj – Reus

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