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Schalkes Sorgenkind trifft in der UEFA Europa League weiter nach Belieben. Ein großes Aber haftet dem Argentinier an. Die "Euro Fighter" von 1997 geben Grund zur Hoffnung

Fünf Tore in sechs Spielen - Franco Di Santos Quote in der UEFA Europa League kann sich wahrlich sehen lassen.

Beim 4:0 bei Asteras Tripolis war Schalkes "Mister Europa" mit seinem Tor zum 1:0 Wegbereiter zum Sieg, der am Ende den Gruppensieg sicherte (Die Ergebnisse im Überblick).

Nur Bilbaos Aritz Aduriz und Augsburgs Goalgetter Raul Bobadilla haben in der UEFA Europa League noch einen Treffer mehr auf dem Konto als der im Sommer aus Bremen verpflichtete Argentinier.

Di Santo besser als Aubameyang

Di Santo lässt aktuell sogar Dortmunds Fließbandknipser Pierre-Emerick Aubameyang (4) in der Rangliste hinter sich.

Würden die Gegner doch immer vom Schlage eines Tripolis oder APOEL Nikosia sein, mögen sich der Stürmer und das komplette Schalker Umfeld unisono denken.

Das Bild, das Di Santo bisher außerhalb seiner "Wohlfühloase" hinterlässt, passt nämlich mitnichten ins glänzende Europapokal-Gemälde.

Anders als auf internationaler Ebene sucht Di Santo im Bundesliga-Alltag noch seinen Platz im königsblauen Ensemble und präsentierte sich lange Zeit als Torjäger a. D.

Auch sein Standing bei Trainer Andre Breitenreiter war bis zuletzt nicht das beste. "Selbstverständlich haben wir uns von Franco mehr erhofft. Aber er von sich selber ebenfalls", zählte der Coach den Argentinier noch im November mit deutlichen Worten an.

Bremer Held mit Ladenhemmung

Sein Premierentreffer in der Liga am vergangenen Wochenende beim 3:1 gegen Hannover und das Tor in Tripolis können nun als erste Reaktion verstanden werden – mehr aber auch nicht.

Zu präsent ist noch das Bild des vor allem in Spielen gegen starke Gegner untertauchenden Offensivspielers. Die Klasse Bremer Zeiten, wo er mit 13 Toren maßgeblich zum Klassenerhalt beitrug, bekamen die Fans in der heimischen Arena kaum zu sehen.

Der Unmut über das glücklose Auftreten des 26-Jährigen von den Rängen folgte nicht selten.

Auch seine Quote in der Europa League relativiert sich insofern, dass vier seiner fünf Treffer auf die beiden Partien gegen Tripolis fallen.

"Phase wird kommen"

Dennoch zweifelte Breitenreiter nie an den Qualitäten seines Stürmers, "weil wir davon überzeugt sind, dass er in eine Phase kommen wird, in der er nachweisen wird, dass er genau die richtige Verpflichtung ist".

Ein Anfang ist nach erstmals Treffern in zwei Pflichtspielen in Folge zumindest gemacht.

Mit Blick auf den Traum vom ersten Titel nach den historischen "Eurofightern", die 1997 den UEFA-Cup nach Gelsenkirchen holten, könnten die "Knappen" einen zweiten Knipser neben Klaas-Jan Huntelaar bestens gebrauchen.

In einer Hinsicht kann Di Santo mit allen Europokal-Helden von 1997 bereits mithalten: der beste Torschütze der "Königsblauen", Marc Wilmots, brachte es ebenfalls auf fünf Treffer, allerdings im gesamten Wettbewerb.

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