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Ilkay Gündogan (r.) im Spiel gegen Hannover 96
Ilkay Gündogan (r.) spielt seit 2011 für Borussia Dortmund © Getty Images

Dortmund - Vor dem Europa-League-Topspiel gegen den FC Porto beschäftigt die Personalie Ilkay Gündogan den BVB. Der Nationalspieler selbst kann im Kampf um seine Zukunft zunächst nicht eingreifen.

Das Trikot mit der Nummer 8 wird bei Borussia Dortmund heute wohl zusammengefaltet bleiben. Ilkay Gündogan fällt im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Porto (ab 19 Uhr LIVE-Analyse im TV auf SPORT1LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKERHIGHLIGHTS ab 23 Uhr im TV auf SPORT1) wegen eines grippalen Infekts mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Auch Nuri Sahin und Roman Weidenfeller plagen sich mit der gleichen Erkrankung. Sahin fehlt den Dortmundern ohnehin schon seit fast einem Jahr, für Routinier Weidenfeller steht als Ersatz immerhin Stammkeeper Roman Bürki zur Verfügung. Gündogan ist aber einer der herausragenden Akteure der brillierenden BVB-Offensive.

Der Ausfall des 25-Jährigen würde weh tun. Zumal er sich der schwere der Aufgabe bewusst ist. Nach dem zähen 1:0 gegen Hannover 96 hatte der Mittelfeldspieler bei SPORT1 eine deutliche bessere spielerische Leistung angemahnt.

Porto "ein gefühltes Champions-League-Team"

"Die Genauigkeit war in vielen Szenen einfach nicht da. Der letzte und vorletzte Pass hätten da besser kommen müssen", sagte Gündogan, der mit Porto "ein gefühltes Champions-League-Team" erwartet.

Die Partie könnte zu einem unfreiwilligen Probelauf werden. Für eine Borussen-Elf ohne Gündogan.

Der Nationalspieler ist nach seiner langen Verletzungspause zwischen Sommer 2013 und Herbst 2014 längst wieder zu alter Stärke zurückgekehrt.

Er erregt zwar optisch nicht so viel Aufsehen wie Pierre-Emerick Aubameyang der am Samstag in seinem "Bibo"-Look beim Hannover-Spiel für Lacher sorgte. Gündogan ist international aber ähnlich begehrt wie sein gabunischer Teamkollege.

Sein erklärter Wunschverein FC Barcelona zeigte in der Vergangenheit ebenso Interesse wie die europäischen Topklubs Juventus Turin und Manchester United.

Watzke erwartet "keine unendliche Geschichte"

Der BVB buhlt ebenfalls erneut um die Gunst des türkischstämmigen Mittelfeldstrategen. Der hatte seinen Vertrag erst vor weniger als sieben Monaten verlängert, allerdings nur bis zum Sommer 2017.

"Auch Ilkay hat ja schon gesagt, dass das keine unendliche Geschichte werden soll", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Funke-Mediengruppe Anfang dieser Woche über die aktuellen Verhandlungen.

Es geht um eine längerfristige Bindung - oder den endgültigen Abschied. BVB-Coach Thomas Tuchel würde den kreativen Spielmacher am liebsten "bis 2026" halten. Die Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

Gladbachs Dahoud als mögliche Alternative

Verlässt Gündogan die Schwarzgelben, könnte der BVB nochmal eine stattliche Ablösesumme kassieren. Auf 30 Millionen Euro wird sein aktueller Marktwert taxiert.

Gegen Porto dürften Gonzalo Castro und Shinji Kagawa die Halbpositionen im Mittelfeld besetzen. Für den Fall eines Gündogan-Weggangs hat der BVB um Sportdirektor Michael Zorc aber bereits eine Alternative im Blick: Mönchengladbachs Mahmoud Dahoud.

Der 20-Jährige, der Gündogan von der spielerischen Anlage sehr ähnelt, wäre für den derzeit geschätzten Marktwert von acht Millionen Euro allerdings wohl nicht zu kriegen. Kassiert der BVB für Gündogan, wäre das aber kein Hindernis.

Merino kein Gündogan-Ersatz

Dagegen ist der am Dienstag präsentierte spanische U-19-Europameister Mikel Merino ausdrücklich nicht als Gündogan-Ersatz vorgesehen.

Im Sommer wird das 19-jährige Talent für knapp fünf Millionen Euro vom Zweitligisten CA Osasuna ins Ruhrgebiet kommen. 

Der Zentrumsspieler mit einem Vertrag beim BVB bis 2021 agiert eher im Stile eines klassischen Sechsers und wird damit ein Konkurrent für Julian Weigl oder Nuri Sahin.

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