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Augsburg - Liverpools Trainer gerät mit einem Journalisten aneinander und liefert sich ein lustiges Verbalduell mit seinem Dolmetscher. Vom FCA erhält er Bestechungsgeschenke.

Von Jürgen Klopp ist man ja bereits gewöhnt, dass er sich auf Pressekonferenzen bisweilen einen Spaß daraus macht, seine Dolmetscher hinters Licht zu führen. 

Vor diesem Hintergrund diente dem Trainer des FC Liverpool der Vorstoß eines Journalisten nach dem 0:0 beim FC Augsburg in der UEFA Europa League als Steilvorlage.

Ob er sich insgeheim schon auf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein Borussia Dortmund beschäftige, wurde Klopp gefragt. Der Fragensteller sah neben Liverpool offenbar auch den BVB bereits sicher im Achtelfinale - angesichts des 2:0-Hinspielerfolgs gegen den FC Porto.

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Klopp versuchte zu intervenieren, verwies auf das ausstehende Rückspiel der Borussia. Er wählte dabei eine Formulierung, die seinen Dolmetscher vor eine echte Herausforderung stellte. "In Porto hängen die Trauben hoch", erwiderte Klopp amüsiert und lehnte sich genüsslich zurück - im Erwartung dessen, was der Mann zu seiner Linken damit anfangen würde. 

Der bedauernswerte Dolmetscher stockte, faselte irgendetwas von "Dreamland". Klopps Stirn legte sich in tiefe Falten. "Dreamland", fragte er ungläubig, "so heißt das bei euch übersetzt?"

Der Dolmetscher verteidigte seine Ehre. Er habe "Traumland" verstanden, nicht "Trauben". "It is difficult", ließ er Klopp wissen. Der brach in schallendes Gelächter aus.

Zoff mit englischen Journalisten

Zuvor hatte sich Klopp mit einem britischen Journalisten gezofft, weil er sich partout dagegen wehrte, das Remis in Augsburg als Rückschlag zu werten. Der Reporter fürchtete um seine Story und versuchte dem deutschen Trainer auf die Sprünge zu helfen.

Ob sein Team im Rückspiel denn nicht besser spielen müsse, um eine Runde weiterzukommen, fragte er Klopp suggestiv. In der Hoffnung, dieser würde ihm eine Liste an Mängeln und Fehlern in den Notizblock diktieren. 

Nur, der Mann hatte die Rechnung ohne Klopp gemacht. Die Miene des Gäste-Trainers verfinsterte sich kurz, dann begann er sein Verteidigungsplädoyer. 

"Die englischen Journalisten müssen mehr Respekt vor der Bundesliga haben. Man kann hier nicht herkommen und einfach 5:0 gegen Augsburg gewinnen", blaffte Klopp den Reporter an. Mit energischer Stimmer versuchte er ihm seine Sicht des Spiels einzuflößen. Und die lautete: "Es war heute nicht möglich, Augsburg zu schlagen."

Brezel-Geschenk für Klopp

Es waren Worte, die am Selbstverständnis des englischen Fußball kratzten. Auf der Insel hatte man das beschauliche "Uns-kennt-keine-Sau"-Augsburg bis dato allenfalls als Sparringspartner auf dem Zettel gehabt. Eine Durchgangsstation auf dem Weg in die Endphase der K.o.-Runde. 

Nach dem couragierten Auftritt der Schwaben, spätestens aber nach Klopps mahnendem Appell war auch dem letzten englischen Reporter der Ernst der Lage bewusst: Der große FC Liverpool wird im Rückspiel kommende Woche einiges mehr aufbieten müssen, um den Underdog auszuschalten. Anderenfalls "wirst du am Donnerstag verlieren", wie es Klopp ausdrückte.

In Augsburg laufen derweil schon Bestechungsversuche. Eine Frau reichte Klopp vor der Pressekonferenz eine Brezel: "Weil Sie die ja gerne mögen."

Klopp sagte artig "danke schön", biss herzhaft zu - die Punkte wird er kommenden Donnerstag trotzdem nicht freiwillig abliefern.

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