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Nuri Sahin (3.v.r.) feierte nach fast einem Jahr sein Comeback für Borussia Dortmund
Nuri Sahin (3.v.r.) feierte nach fast einem Jahr sein Comeback für Borussia Dortmund © Imago

Dortmund - Nuri Sahin überzeugt nach langer Leidenszeit gegen den FC Porto. Ohne einen Geistesblitz von Gattin Tugba hätte es die überraschende Rückkehr nicht gegeben.

Nuri Sahin erzählte mit glänzenden Augen von seiner Rückkehr nach 355 Tagen. Kein breites Grinsen in seinem Gesicht, eher ein glückliches Lächeln.

"Ich war fast auf den Tag genau ein Jahr nicht dabei. Ich habe mir vorgenommen jede Minute zu genießen", sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund bei SPORT1 nach dem 2:0 in der Zwischenrunde der UEFA Europa League gegen den FC Porto (Das Rückspiel Do. ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Dankbar war er auch seiner Frau Tugba. Die hatte sein Comeback überhaupt erst möglich gemacht.

Geistesblitz der Gattin

"Ich hatte nichts dabei, keinen Kulturbeutel, keine Sachen", erzählte Sahin.

Nuri Sahin ist seit 2007 mit Gattin Tugba verheiratet
Nuri Sahin ist seit 2007 mit Gattin Tugba verheiratet © Getty Images

"Ich hatte Glück, dass meine Frau auf die Idee kam, meinen Koffer zu packen und ins Auto reinzutun", sagte er über seine Fahrt zum Training am Spieltag: "Vielleicht hatte sie einen Geistesblitz, dass ich heute eventuell dabei sein könnte."

Der Trainer hatte diesen Geistesblitz jedenfalls - und brachte Sahin von Beginn an. "Für mich kam es sehr überraschend. Aber das war genau, was ich gebraucht habe", meinte Sahin. "Nicht nachdenken, einfach rein."

Fast ein Jahr das Stadion gemieden

Die Emotionen nach der langen Leidenszeit mit vielen Rückschlägen in der Reha kochten dennoch hoch.

"Es war einfach toll, die Choreo, die Stimmung - es hat Spaß gemacht", sagte Sahin. Und das Glänzen in den Augen war wieder da.

"Diese Zeit hat mir extrem viel gegeben, negativ als auch positiv", erklärte er seine besondere Gefühlslage an diesem Europapokal-Abend.

Zuvor hatte Sahin sein schwarz-gelbes Wohnzimmer, in dem er als Profi groß geworden ist, bewusst gemieden. "Ich war fast ein Jahr nicht im Stadion. Mir ging es einfach zu nahe", offenbarte der türkische Nationalspieler.

Starke Statistik

Als er am Donnerstag zurückkehrte, zeigte der defensive Mittelfeldspieler eine gute Leistung mit einigen schönen langen Bällen a la Sahin. 63 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er, 93 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel. Wir wollten dominieren und viel Ballbesitz haben, das ist uns super gelungen. Für ein K.o.-Spiel ist es ein super Ergebnis", so Sahin bei SPORT1.

Nach 58 Minuten war für den Rückkehrer Schluss, Moritz Leitner kam für ihn aufs Feld. "Natürlich weißt du nach einem Jahr nicht, wo du stehst, aber es hat sich sehr gut angefühlt", sagte er. Leistenprobleme habe er keine gehabt, versicherte Sahin auf SPORT1-Nachfrage. "Mir geht’s gut."

Mandelentzündung überwunden

Sein Überraschungs-Comeback war wirklich alles andere als absehbar gewesen.

"Am Sonntag lag ich noch mit einer Mandelentzündung im Bett", berichtete Sahin. Am Dienstag erteilte ihm der Teamarzt noch ein Trainingsverbot, erst am Mittwoch durfte er wieder einsteigen. 

Seine Rückkehr brachte ihm viel Lob seiner Mitspieler ein. "Er ist einfach ein herausragender Spieler", hielt Kapitän Mats Hummels fest: "Wer ihn in den letzten Wochen im Training gesehen hat, der wusste, dass er bereit ist."

Tugba wusste es offensichtlich auch.

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