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Liverpool - Der FC Augsburg gerät in Liverpool durch einen strittigen Elfmeter früh in Rückstand. Der Sturmlauf in der Schlussphase kommt am Ende zu spät.

Jürgen Klopp und der FC Liverpool haben das Europa-League-Abenteuer des FC Augsburg beendet.

Der personell dezimierte Fußball-Bundesligist unterlag an der legendären Anfield Road verdient, aber durch ein unglückliches Handelfmetertor mit 0:1 (0:1) und schied damit in der Zwischenrunde der UEFA Europa League aus. (Die Achtelfinal-Auslosung am Freitag ab 12.45 Uhr im LIVESTREAM)

Klopp stimmte sich hingegen erfolgreich auf seine erste Titelchance am Sonntag gegen Manchester City ein. (SERVICE: Der LIVETICKER zum Nachlesen)

"Die Mannschaft ist bisher ungeschlagen und das ist cool. Sie hat die Europa League komplett angenommen. Wir haben sechs bis sieben hundertprozentige Chancen kreiert. Am Ende machen wir eben nur einen Elfmeter rein. Jeder, der das Spiel gesehen hat weiß, dass es hochverdient war", sagte der Trainer der Reds nach der Partie bei SPORT1.

Klopp hofft nun, dass ein mögliches Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub noch etwas auf sich warten lässt: "Der BVB ist einer der stärksten Mannschaften in diesem Wettbewerb. Man sollte sie idealweise so spät wie nur möglich kriegen." (SERVICE: Alle Stimmen zu den deutschen EL-Spielen)

Früher Schock für Augsburg

Für die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl war die Aussicht auf das erhoffte Wunder von Anfield schon sehr früh getrübt. Liverpools James Milner verwandelte bereits in der 5. Minute einen Handelfmeter für die Reds, nachdem der Augsburger Dominik Kohr den Ball regelwidrig abgewehrt hatte, als ihn Mannschaftskollege Caiuby anköpfte. Auch die überraschende Einwechslung von Raul Bobadilla brachte keine Wende mehr. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Weinzierl ärgerte sich nur kurz: "Chancen waren bis in die Schlussphase da, es war möglich weiterzukommen. Dieses Highlight heute ist schwer zu toppen. Wir ziehen Stolz und sehr viel Selbstvertrauen aus unseren Europa-League-Auftritten."

Reuter: "Unglaubliches Erlebnis"

Manager Stefan Reuter stimmte ein: "Es war ein unglaubliches Erlebnis, wir hatten bis zum Schluss die Chance. Schade, dass wir raus sind. Es war Gänsehaut pur, unsere Fans waren grandios."

Das 0:0 aus dem Hinspiel reichte letztlich auch deshalb nicht, weil die Schwaben nach vorne zu umständlich agierten und defensiv phasenweise überfordert waren. Die Weinzierl-Elf kann sich nun auf den Abstiegskampf in der Liga konzentrieren, am Sonntag trifft der FCA auf Borussia Mönchengladbach.

Anfield-Fluch bleibt bestehen

Augsburg hatte Probleme mit dem variablen Offensivspiel der Klopp-Elf und konnte so auch den Anfield-Fluch nicht brechen. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft an der "heiligen" Fußball-Stätte gewonnen. Zudem fielen die zahlreiche Ausfälle sichtbar ins Gewicht.  (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Begonnen hatte der FCA mutig, immerhin verzeichnete die Schwaben nach 50 Sekunden durch Caiuby den ersten Torschuss. In der Folge aber war der achtmalige Europacup-Sieger das klar bestimmende Team. Gerade die Offensive um den Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino und seinen brasilianischen Landsmann Philippe Coutinho bereitete dem FCA Kopfzerbrechen.

© SPORT1

Hitz hält stark

So mancher Augsburger, wie etwa der Koreaner Ja-Cheol Koo, reagierte ziemlich beeindruckt, und nur dank einer guten Tat von Torwart Marwin Hitz gegen Coutinho blieb es in der 22. Minute beim 0:1. Kurz darauf hatte der Außenseiter bei einem Schuss von Kostas Stafylidis seine bis dahin beste Szene. Dem starken Hitz war es zu verdanken, dass das Resultat für den Gastgeber gefährlich blieb. Sowohl gegen Firmino (27.) als auch gegen Sturridge (39.) rettete der werdende Vater, dessen hochschwangere Frau das zweite Kind erwartet.

"Am Ende war es knapper, als es hätte sein müssen. Wir haben tolle Chancen herausgespielt, aber immer wieder war Hitz dazwischen. Deshalb war es in den letzten zehn Minuten noch mal ziemlich spannend", lobte Klopp den FCA-Keeper.

In Liverpool hatten sich vor dem ungleichen Duell alle nur für das Ligacup-Finale gegen Manchester City interessiert. Klopp fand das gefährlich. "Alle scheinen das Finale im Hinterkopf zu haben - ich nicht. Wenn man den zweiten Schritt vor dem ersten macht, dann fällt man immer hin", hatte der frühere Dortmunder Coach gewarnt.

Sturmlauf kommt zu spät

Augsburg war dagegen forsch in die Partie gegangen. "Wir sind hergekommen, um eine Sensation zu schaffen. Wir werden uns zerreißen", hatte Weinzierl gesagt. Doch kurz nach dem Wechsel durften die Gäste froh sein, dass Sturridge (49.) nach einem dicken Patzer von Christoph Janker leichtfertig vergab.

Augsburg fing sich noch einmal und Tobias Werner (71.) hatte eine Ausgleichschance. Kurz vor Schluss flog ein Freistoß von Stafylidis (90.) hauchdünn am Tor vorbei. Der beste Augsburger blieb aber Hitz.

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