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Jürgen Klopp (r.) vertraut auf Divock Origi © Getty Images

München - Zum ersten Mal hat Jürgen Klopp in Liverpool im Sturm mehrere echte Optionen für seine Startelf. Das Timing könnte vor dem Rückspiel gegen den BVB nicht besser sein.

Anders als Borussia Dortmund hat der FC Liverpool keine Rotations-Diskussion. Das liegt zum einen daran, dass Jürgen Klopps Mannschaft auch mit sieben personellen Änderungen im Vergleich zum Europa-League-Hinspiel in Dortmund locker 4:1 gegen Stoke City gewann.

Zum anderen ist es in England selbstverständlich, wichtige Spieler inmitten von ungefähr 845 Spielen pro Saison mal draußen zu lassen.

Klopp kann rotieren

Mittlerweile kann Klopp das tun, ohne großen Qualitätsverlust. Zu Beginn des Jahres hatte ihm noch über mehrere Wochen hinweg eine komplette Mannschaft gefehlt.

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Jetzt hat er endlich die gewünschten Alternativen, es entsteht echter Wettbewerb um die Startplätze. Dabei geht der Belgier Divock Origi als einer der Gewinner der letzten Spiele hervor.

Auch er fiel in dieser Saison natürlich schon aus, erst wegen eines Muskelfaserrisses, dann wegen einer Knieverletzung. "Er hat die letzte Verletzung genutzt, um kräftiger zu werden. Jetzt braucht er eine andere Trikotgröße", sagte Klopp.

Origi harmoniert mit Sturridge

Seit Origi wieder fit ist, machte er jedes Spiel. In Dortmund durfte er von Beginn an ran, brachte die Gäste in Führung. Gegen Stoke kam er zur Halbzeit ins Spiel und bewies mit zwei Treffern, dass er auch an der Seite von Daniel Sturridge zu Toren fähig ist.

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"Er kann Klopps neue Waffe werden, weil er ein extrem schneller und beweglicher Stürmer ist", sagte SPORT1-Experte Steffen Freund. Er prognostiziert für das Rückspiel gegen Dortmund: "Er kann jetzt sogar explodieren. Die vergangenen beiden Spiele haben das gezeigt. Vieles spricht dafür, dass er ihn bringt."

Bei Origi kann Klopp das zeigen, weshalb Liverpool ihn geholt hat: Der 20-jährige Stürmer ist ohne Zweifel ein großes Talent, vor den beiden letzten Spielen war seine Torquote aber bescheiden.

Neue, teurere Spieler

In England senkt sich in solchen Fällen schnell der Daumen. Als Reflex wird dann ein erfahrener Spieler für noch mehr Geld geholt.

Liverpool v Stoke City - Premier League
Liverpool feiert Origi für dessen Treffer gegen Stoke © Getty Images

Klopp ist dem entgegengesetzt dafür bekannt, Spieler zu entwickeln. Diese Chance gibt er Origi.

Dieser wechselte bereits nach der WM 2014 nach Liverpool, wurde dann noch ein Jahr an den abgebenden Verein OSC Lille verliehen. Als er dann zu Beginn dieser Saison nach England kam, lief es zunächst gar nicht.

Origi dauerhaft ein Mann für Liverpools Startelf

Jetzt zeigt sich: Origi ist in dauerhaft fittem Zustand immer ein Kandidat für die Startelf. "Mit Origi und Sturridge hat Klopp schon einmal zwei Top-Stürmer, die etwas unterschiedlich sind", sagte Freund. "Und mit Christian Benteke hat er noch einen absoluten Stoß-Stürmer für Kopfbälle, den du brauchst, wenn du viele Flanken bringst."

Liverpools Sturm sieht zum ersten Mal unter Klopp vielversprechend aus. Bislang war seiner Mannschaft das Toreschießen oft schwer gefallen, wenn der Gegner nicht den gewünschten Platz bot. Dortmund ist gewarnt.

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