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Dortmund - Bei Dortmunds dramatischem K.o. in der UEFA Europa League stand ein Liverpooler Spieler auf dem Platz, der zuvor positiv getestet worden war. Die BVB-Bosse sehen jedoch keine Chance auf einen Protest.

Thomas Tuchel sprach das aus, was sich viele BVB-Fans insgeheim wünschen. "Wir annullieren das eine Tor und verfolgen das nicht weiter." 

Wenn Fußball-Statuten doch nur so einfach wären. Dann würde der positive Dopingbefund bei Liverpools Mamadou Sakho Borussia Dortmund womöglich doch noch ins Halbfinale der UEFA Europa League spülen. 

Sakho hilft beim BVB-K.o. mit

Bei dem französischen Innenverteidiger im Team von Jürgen Klopp hatte man nach dem 1:1 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester United am 17. März Spuren eines nicht erlaubten Fatburners festgestellt. 

Der Name Sakho war also zumindest schon imaginär in der Doping-Sünderkartei vermerkt, als er eine Runde später, im dramatischen Viertelfinal-Rückspiel gegen Borussia Dortmund, das zwischenzeitliche 3:3 erzielte. 

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Ein Tor, das am Ende mithalf, den BVB aus dem Wettbewerb zu kegeln. Und genau deshalb würde Thomas Tuchel diesen Treffer auch so gerne rückgängig machen - wenn er denn könnte. Allein die Statuten der UEFA geben das nicht her.

Trotz Dopings kein Protest

Diese sehen erst ab zwei positiv getesteten Spielern Strafen für Vereine vor - allerdings auch nicht rückwirkend, sondern nur für die kommenden Spiele. Ansonsten bleibt es bei persönlichen Sanktionen für die Sünder. Genau das ist der Grund, warum sich die Dortmunder Verantwortlichen erst gar nicht mit einem möglichen Protest beschäftigen. 

"Ich glaube nicht, dass da für uns jetzt noch eine Tür aufgeht", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem Bundesliga-Sieg in Stuttgart. Und Sportdirektor Michael Zorc erinnerte daran: "Wir haben es uns selbst zuzuschreiben, dass wir ausgeschieden sind."

Fader Beigeschmack bleibt

Gleichwohl wird Sakhos Mitwirken bei Dortmunds dramatischem Viertelfinal-K.o. wahrscheinlich für einen faden Beigeschmack sorgen. "Das Problem ist, dass die Auswertung der Doping-Probe so lange gedauert hat", sagte Zorc.

Die UEFA hatte laut Vereinsangaben am Freitag den FC Liverpool über die Ermittlungen unterrichtet. Sechs Tage vor Liverpools nächstem Auftritt in der UEFA Europa League im Halbfinale gegen FC Villarreal (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER).

Die Reds erklärten daraufhin, man werde Sakho bis zum endgültigen Ergebnis nicht spielen lassen. Sollte die B-Probe den Befund bestätigen, ist eine lange Sperre zu erwarten.

Sein Teamkollege Kolo Touré wurde im März 2011 als Spieler von Manchester City wegen Einnahmen von Tabletten zur Gewichtsreduzierung ein halbes Jahr gesperrt.

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