vergrößernverkleinern
Der FC Sevilla schaltete im Halbfinale Schachtjor Donezk aus © Getty Images

München und Basel - Der FC Sevilla greift gegen Klopps Liverpool (Mi., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) nach dem Titel-Hattrick. Im Vorfeld sorgt König Felipe für Ärger.

Es herrschte erhebliche Unruhe im Palacio de la Zarzuela.

In den Rokoko-Palast an den Hügeln von El Pardo nördlich von Madrid, wo König Felipe und Königin Letizia von Spanien ihre Töchter großziehen, flatterte eine Beschwerde des FC Sevilla, und sie war deutlich.

"Es sollte nicht unsere Sünde sein, dass wir nun ein Jahrzehnt lang für die Flagge Spaniens gekämpft haben! Der König sollte zu unserem Finale kommen. Denn es geht um Sevilla, Andalusien und ganz Spanien", so forderte es Klub-Präsident José Castro in der Radio-Show "El Pelotazo".

Allein: Don Felipe wird nicht kommen.

König Felipe nicht beim Finale Sevilla vs. Liverpool

Denn der König, Anhänger von Atlético Madrid, ist unabkömmlich.

Am Mittwoch, wenn Sevillas Experten im Finale der UEFA Europa League in Basel gegen den FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im TICKER) den Titel-Hattrick feiern wollen, wird "El Rey" in Talavera den dritten offiziellen Termin des Tages absolvieren.

Video

Er begleitet das Gedenken zum 400. Todestag des Nationaldichters Miguel de Cervantes, Autor des Don Quijote. Immerhin: Der abgedankte König Juan Carlos, Fan von Real Madrid, wurde nun zum Jubeln abgestellt.

"Wir wohnen im Süden, auch da gibt es Fernseher", betonte Castro bissig. "Wir haben gesehen, dass der König beide Champions-League-Halbfinals besucht hat."

Vielleicht braucht es einen abermaligen Triumph in der UEFA Europa League, um auch das Herz des Königs zu erobern.

Sevilla greift nach Titel-Hattrick

Der FC Sevilla hat sich erfolgreich auf "seine" Europa League spezialisiert, seit 2006 stand der Klub viermal im Endspiel und gewann viermal, darunter 2014 und 2015.

Eine beeindruckende Siegesserie für einen Verein, der in Spanien nicht zu den großen Drei gehört. Geringer geschätzt fühlen sich die Andalusier dadurch, das zeigte ja der Aufruhr, aber keineswegs weniger stolz.

Im Gegenteil, sie haben sich die Europa League zu eigen gemacht, auch in dieser Saison, in der sie aus der Champions-League-Gruppe von Borussia Mönchengladbach abstiegen.

Video

"Wir Sevillistas spüren etwas Besonderes in diesem Wettbewerb, er hat uns viel gegeben, wir leben ihn mit Begeisterung", sagte Trainer Unai Emery, der reif für eine größere Aufgabe wäre.

Das Duell mit Liverpool und Jürgen Klopp am Mittwoch (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im TICKER)? "Völlig offen."

Gameiro ragt heraus - aber wie lang noch?

Doch nicht nur der Trainer ist begehrt. Stürmer Kevin Gameiro (17 Saisontore) ist der herausragende Mann im Kollektiv, was aber nicht mal für einen Platz in Frankreichs vorläufigem EM-Kader genügte. 

Aber: Gameiro soll sich mit dem FC Barcelona, Gegner im Pokalfinale am 22. Mai, über einen Wechsel einig sein.

Und dies trotz eines Tweets vom 28. Mai 2015: Sein Sohn und seine Gattin knieten an diesem Tag in Warschau mit ihm neben dem Europa-League-Pokal, Gameiro schrieb: "Sevilla hasta la muerte!"

Bis zum Tod. Nun ja.

Ein Anruf vom König

An jenem 28. Mai, das muss selbst José Castro einräumen, kümmerte sich auch der König um den FC Sevilla.

Don Felipe rief unmittelbar nach dem Abpfiff an, um seine Glückwünsche zu übermitteln.

Aber das, so werden die stolzen Sevillanos sagen, war ja letztes Jahr.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel