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Valon Berisha und seine Salzburger knabbern an dem erneuten Aus in der Qualifikation zur Champions League © dpa picture alliance

München - Gegen den FC Schalke darf Salzburg nicht mit seinem tatsächlichen Vereinsnamen antreten. Auch sonst ist nicht viel von der ursprünglichen Vision übrig geblieben.

Wenn der FC Schalke 04 im zweiten Gruppenspiel der UEFA Europa League gegen RB Salzburg (ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm sowie im LIVETICKER) gegen seine Krise ankämpft, dann ruft der Gegner der Knappen nicht einmal mehr bei neutralen Fußball-Traditionalisten Empörung hervor.

Dabei war Salzburg einmal das, was in Deutschland heute Schwester-Klub RB Leipzig verkörpert: Der streitbarste Verein Europas!

Schalke-Gegner polarisiert

Wie konnte es dazu kommen, dass der Klub, der aufgrund von UEFA-Regularien international nur mit dem Präfix 'FC' auftreten darf, heute eher als graue Maus, denn wie ursprünglich geplant als schillerndes Aushängeschild daherkommt?

2005 wurde aus dem traditionsreichen SV Austria Salzburg der FC Red Bull Salzburg. Gönner Dieter Mateschitz trat mit der Botschaft der "langfristigen, permanenten Teilnahme in den obersten europäischen Wettbewerben" an.

Salzburgs Champions-League-Fluch hält an

Was dann folgte, kann man getrost als mittelschweren Fluch bezeichnen: Neun Mal (bei neun Versuchen) scheiterte der Klub in der Qualifikation zur Champions-League-Gruppenphase, teils an Fußball-Zwergen wie Düdelingen, teils zuletzt dramatisch gegen Dinamo Zagreb.

Aus diesem Grund bleibt für den österreichischen Meister wieder einmal "nur" die Europa League. "Wir sind die Lachnummer des Klubfußballs" spotteten die Ultras vor Kurzem über sich selbst.

Und damit meinten sie nicht nur das ewige Scheitern auf europäischer Ebene, sondern auch den neuen Status als "Farmteam für Leipzig", wie es das Fußballmagazin 11Freunde kürzlich beschrieb.

Völkerwanderung nach Sachsen

Mehr als ein Dutzend Profis fand in den letzten Jahren den Weg nach Sachsen, im Sommer folgte Mittelfeldspieler Naby Keita und Verteidiger Benno Schmitz auch noch der Brasilianer Bernardo. Die angebliche Entschädigung: knapp 22 Millionen Euro.

Der Mozartstadt fehlt es inzwischen an der ganz großen Anziehungskraft. Gaben sich in den ersten Jahren nach der Übernahme Trainer wie Giovanni Trapattoni, Roger Schmidt oder Huub Stevens die Klinke in die Hand, heißt der aktuelle Coach Oscar Garcia, ein 43-jähriger Spanier, der einst zumindest in der Jugendabteilung des FC Barcelona tätig war.

Auch auf Spielerseite kehrt mit den geschrumpften Zielen - Mateschitz gab bereits vor sechs Jahren zu Protokoll, mit dem "stärksten Team Leipzig in der deutschen Bundesliga spielen, und in Österreich mit einem Quasi-U-21-Team mit möglichst hohem Anteil an Akademie-Spielern" antreten zu wollen -  Tristesse ein.

Salzburg in der Liga nicht mehr Spitze

Bezeichnenderweise ist mit Jonatan Soriano, Marktwert 7,5 Millionen Euro, ein 31-jähriger Stürmer der wertvollste Spieler und gleichzeitig Kapitän der Mannschaft, die derzeit hinter Sturm Graz lediglich Platz zwei belegt.

Mit dem mittlerweile 33-jährigen Torhüter Alexander Walke (ehemals in Freiburg und Rostock) oder Marc Rzatkowski (St. Pauli) könnten gegen Schalke zumindest noch zwei aus der Bundesliga bekannte Gesichter auf dem Feld stehen.

Sie wollen für den zehnmaligen Austria-Meister dann die Enttäuschung vom ersten Spieltag wettmachen. Von dort steht ein 0:1 gegen den FK Krasnodar zu Buche.

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