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Jose Mourinho (l.) folgte bei Manchester United auf Louis van Gaal © dpa Picture Alliance

München - Manchester United verliert in Serie und spielt schlecht wie selten. Jose Mourinho sieht die Schuld bei Louis van Gaal. Die Spieler beschweren sich über den persönlichen Umgang.

Jose Mourinho steht nach zuletzt drei Niederlagen in Serie schon früh unter Druck – jetzt wehrt sich Manchester Uniteds Trainer und schiebt einen großen Teil der Verantwortung auf seinen Vorgänger.

In seinem privaten Umfeld habe sich Mourinho beklagt, er leide immer noch unter der Arbeit von Louis van Gaal bei United, berichtet der Mirror.

Nach van Gaal fällt das Denken schwer

Der Niederländer trainierte die Mannschaft bis zum Sommer. Der Vorwurf: Nach den strengen Vorgaben des Niederländers seien die Spieler noch immer nicht in der Lage, eigenständig auf dem Platz zu denken.

Speziell die Außenverteidiger haben offenbar Probleme mit der Umstellung. Unter van Gaal sollten diese mit Querpässen auf Sicherheit spielen, während Mourinho jetzt von ihnen Flankenläufe und deutlich mehr Risiko erwartet.

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Schon vor Saisonstart hatte Mourinho gesagt: "Meine Mannschaften sind ganz anders als die von van Gaal, und es ist schwierig, die Abläufe zu ändern. Es wäre für mich einfacher, 20 neue Spieler zu haben und von null anzufangen. Zwei Jahre lang hatten sie einige Regeln, die eindeutig nicht meine sind."

Pogba enttäuscht bislang

Allerdings hat Mourinho auch im Sommer vier neue Spieler geholt, die nicht von van Gaals Regeln beeinflusst sind. Er verpflichtete Paul Pogba, Zlatan Ibrahimovic, Henrikh Mkhitaryan und Eric Bailly. Vor allem Pogba zeigt bislang im zentralen Mittelfeld nicht die gewünschten Leistungen, während Bastian Schweinsteiger weiterhin keine Chance bekommt.

Laut Telegraph sind die Spieler "geschockt" von Mourinhos harter und oft persönlicher Kritik, sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit. Nach der Pleite im Derby gegen Manchester City keilte er gegen Mkhitaryan und Jesse Lingard, beim 1:3 in Watford am Sonntag bekam Luke Shaw Mourinhos Zorn ab.

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So etwas habe es nicht einmal unter dem oft cholerischen Sir Alex Ferguson gegeben. Die Stimmung in der Umkleidekabine soll bereits eisig sein. Der Guardian urteilte bereits, die Aufgabe bei Englands berühmtestem Klub sei schlicht zu groß für Mourinho.

Unterstützung für Mourinho

Uniteds Vereinsführung lässt sich von all dem bisher offenbar nicht beeindrucken. Mourinho genießt noch die volle Unterstützung seiner Bosse um Ed Woodward.

Nach den teilweise chaotischen Jahren unter David Moyes und van Gaal soll endlich wieder Stabilität einkehren. Dafür bekommt Mourinho zunächst freie Hand.

Liefern muss er natürlich trotzdem schon in dieser Saison. Die nächste Chance dazu bekommen Mourinho und sein Team im Ligapokal beim Drittligisten Northampton Town (Mi.,20.45 Uhr im LIVETICKER).

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