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Christian Heidel ist seit der Saison 2016/2017 Sportvorstand beim FC Schalke 04
Schalke-Manager Christian Heidel kritisiert nach der fünften Pleite in Folge die Mannschaft © Getty Images

München - Nach dem Schalker Fehlstart geht Manager Christian Heidel mit dem Team hart ins Gericht. Trainer Weinzierl genießt weiter Vertrauen - und findet ebenfalls deutliche Worte.

Manager Christian Heidel hat nach dem historischen Fehlstart von Schalke 04 die Mannschaft in die Pflicht genommen und den Spielern in einer Brandrede Überheblichkeit und fehlenden Realitätssinn vorgeworfen.

"Nach fünf Spielen ohne Punkt sind wir im Abstiegskampf. Das ist noch nicht bei allen angekommen!", sagte der sichtlich verärgerte Heidel nach der 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim bei Sky.

"Der Zeitpunkt ist gekommen, um ein paar Dinge festzustellen. Dem ein oder anderen ist offenbar noch nicht bewusst, wo wir zurecht stehen. Wenn ich höre, dass Gladbach nach fünf Niederlagen zum Saisonstart noch in die Champions League gekommen ist, dann ist das fernab jeder Realität", fügter er hinzu.

"Dann spielen andere!"

Der 53-Jährige kritisierte die Einstellung einiger Spieler.

"Man kann nicht sagen, man ist ein Malocherklub und vergisst das Malochen", ergänzte Heidel. "Ich bin enttäuscht, weil die Mannschaft nicht das umgesetzt hat, was sie eigentlich gesagt hat. Wenn man in der ersten Halbzeit nach einer 1:0-Führung 53 Kilometer läuft, weiß jeder, der sich im Fußball auskennt, was das bedeutet. Das ist einfach zu wenig."

Heidel drohte der Mannschaft mit Konsequenzen: "Hier herrscht eine Lethargie. Aber das werden wir nicht länger zulassen. Das müssen wir abstellen. Dann spielen andere. Die, die dieses Phlegma haben, spielen dann nicht mehr. Dann kommen Leute rein, die malochen. So gut sind wir nicht. Momentan sind wir sogar ziemlich schlecht."

Die nackten Zahlen unterstützen Heidels Aussgen.

Fünf Spiele, null Punkte, Platz 18 in der Bundesliga: Das hatte es in der Geschichte des Traditionsvereins noch nie gegeben.

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Weinzierl: Fünf Niederlagen ein Alptraum

"Es muss jetzt allen klar sein, dass jetzt der Spaß vorbei ist und wir in einer Situation sind, die wir alle nicht wollten", sagte Trainer Markus Weinzierl. "Fünf Niederlagen zu Saisonbeginn sind natürlich ein Alptraum."

Rückendeckung bekam der glücklose Schalker Trainer von seinem Kapitän Benedikt Höwedes. "Es liegt nicht an ihm. Ich hoffe sehr, dass alle handelnden Personen ihm auch weiter Unterstützung geben", betonte er und appellierte: "Wir müssen nun als Männer zusammenstehen und wachsen. Das geht auf dem Niveau nicht. So gewinnt man keine Spiele."

Mannschaft soll malochen

Wie schon in den Partien zuvor, waren in Sinsheim erneut individuelle Aussetzer ausschlaggebend für die Niederlage. Vor dem 1:1 von Andrej Kramaric (17.) durfte Vorbereiter Pavel Kaderabek ungestört flanken, das 1:2 durch Lukas Rupp (41.) leitete Nabil Bentaleb mit einem krassen Fehlpass ein.

"Jedes Spiel hat individuelle Fehler und das ist natürlich fahrlässig", haderte Weinzierl.

Heidels Forderung für die kommenden Auftritte in der UEFA Europa League gegen RB Salzburg (Donnerstag ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) und in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag, ab 17 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) ist daher eindeutig: "Die Mannschaft hat jetzt in dieser Woche zwei gute Möglichkeiten zu zeigen, dass sie weiß, was malochen ist."

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