Video

Mainz - Der FSV Mainz 05 verpasst in der UEFA Europa League einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde. Gegen Anderlecht geben die Mainzer erneut eine Führung aus der Hand.

Trotz eines leichten Dämpfers darf der FSV Mainz 05 weiter vom erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde eines Europacup-Wettbewerbs träumen.

Der Bundesligist kam in der UEFA Europa League gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht zwar nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, hat aber nach dem 3. Spieltag wie der RSC immerhin fünf Punkte auf dem Konto. (Ergebnisse der UEFA Europa League)

Die Chancen für das ersehnte Überwintern auf internationalem Parkett stehen bei Halbzeit der Gruppenphase weiterhin gut. (Tabellen der UEFA Europa League)

Tätlichkeit gegen Donati

Die Führung durch Yunus Malli (10./Foulelfmeter) glich bei strömendem Regen der Pole Lukasz Teodorczyk (65.) noch aus. FSV-Trainer Martin Schmidt verpasste damit einen Prestigeerfolg im "Schweizer Duell" mit seinem Landsmann und Anderlecht-Coach Rene Weiler, der einst den 1. FC Nürnberg betreut hatte.

Anderlecht hatte zudem Glück, dass Stürmer Sofiane Hanni nach einem Ellenbogenschlag gegen Julio Donati nur die Gelbe Karte (22.) sah.

Video

Malli: "Fühlt sich wenig an"

"Es fühlt sich ein bisschen wenig an", sagte Malli bei SPORT1. "Wie so oft in dieser Saison war die erste Halbzeit gut. In der zweiten haben wir dann ein bisschen nachgelassen, warum auch immer. Der Gegner stand tief und wollte kontern, deswegen hatten wir nicht die Räume, die wir für unser Spiel brauchen. Der Platz war auch schwer zu bespielen, aber trotzdem müssen wir so ein Ding über die Zeit bringen."

Von etwaigen Mentalitätsproblemen wollte Stefan Bell indes nichts wissen. "Wir haben meiner Meinung nach auch eine dominante zweite Halbzeit gespielt. Wir hatten sehr viel Ballbesitz und gute Spielzüge aus dem Spiel heraus. Es war das Spiel, das man erwarten konnte, zwischen zwei Mannschaften, die auf einem ähnlichen Level spielen. Von den Großchancen her geht der Punkt für uns in Ordnung", sagte der Innenverteidiger bei SPORT1.

Video

Bungert zurück in der Startelf

Für die Mainzer war der Spielverlauf ein Deja-Vu: Bereits gegen den AS Saint-Etienne, der ebenfalls fünf Punkte auf dem Konto hat, hatte Mainz eine Führung verspielt. (Statistik zum Spiel)

"Wir wussten, dass wir mit einem Tor nachlegen mussten. Das hat dann aber Anderlecht geschafft, deshalb ist die Punkteteilung gerecht", sagte Schmidt bei SPORT1.

Video

Vier Tage nach dem ersten Heimsieg seit über einem halben Jahr hatte Schmidt seine Startelf im Vergleich zum 2:1 gegen Darmstadt 98 auf drei Positionen geändert. Unter anderem rückte vor 21.317 Zuschauern Kapitän Niko Bungert in die Mannschaft.

Mainz dominiert Anfangsphase

Zunächst hatte der Innenverteidiger nicht viel zu tun, da Mainz von Beginn an ein hohes Tempo vorlegte und den Tabellenführer der belgischen Liga weit in der eigenen Hälfte einschnürte. Die Anfangsoffensive wurde dann auch belohnt. Nach einem Foul von Olivier Deschacht an dem schon in den vergangenen Wochen überragenden Flügelstürmer Pablo de Blasis verwandelte Malli den fälligen Strafstoß.

Mainz gewann im zweiten Durchgang deutlich weniger Zweikämpfe © iM Football

Auch nach der Führung schraubten die Rheinhessen das Tempo vor den Augen von DFB-Sportdirektor Hansi Flick nicht zurück. Ihre Abwehr allerdings präsentierte sich nicht immer hellwach. Doch auf Keeper Jonas Lössl war Verlass: Der Däne rettete in der ersten Hälfte gleich zweimal überragend gegen den völlig freistehenden RSC-Angreifer Sofiane Hanni (19./30.).

Angetrieben von Malli sorgte der Tabellensiebte der Bundesliga immer wieder über die rechte Seite für Gefahr. So auch in der 21. Minute, als der auffällige Karim Onisowo aus spitzem Winkel nur knapp verzog.

Teodorczyk schockt Mainz

Auch nach dem Wechsel suchte das Schmidt-Team sein Heil in der Offensive. Der quirlige De Blasis verpasste die Vorentscheidung, als er nach Flanke von Jean-Philippe Gbamin (51.) an RSC-Schlussmann Davy Roef scheiterte. Doch Anderlecht blieb bei Kontern gefährlich und glich durch einen Kopfball von Teodorczyk aus.

Mainz konnte anschließend den Hebel nicht mehr richtig umlegen. "Wir haben versucht, den Ball laufen zu lassen, aber je näher es dem Schlusspfiff, desto schwerer wurde es. So müssen wir mit dem Punkt leben. Wir sind ein bisschen enttäuscht, denn wir hatten uns fest vorgenommen, den ersten Heim-Dreier einzufahren", sagte Kapitän Bungert bei SPORT1.

Randale in der Innenstadt

Vor der Partie hatten Hooligans des belgischen Spitzenklubs in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt randaliert.

Wie ein Polizeisprecher dem SID bestätigte, wurden knapp 60 Personen vorläufig in Gewahrsam genommen. Fünf Beamte wurden durch Böllerwürfe verletzt und erlitten ein Knalltrauma.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel