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Belgrad - Nächster Rückschlag in der Krise: Der 1. FC Köln verliert in Belgrad trotz spielerischer Überlegenheit und scheidet aus der UEFA Europa League aus.

Vier Tage nach dem Ende der Ära Stöger sind für den 1. FC Köln auch alle Träume in der UEFA Europa League geplatzt.

Eine Rumpfelf des Bundesliga-Schlusslichts verlor unter Interimstrainer Stefan Ruthenbeck bei Roter Stern Belgrad unnötig mit 0:1 (0:1) und verpasste den Sprung in die Zwischenrunde (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Dort sind damit die Champions-League-Absteiger Borussia Dortmund und RB Leipzig die einzigen deutschen Vertreter (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der Europa League).

Slavoljub Srnic (22.) brachte die schwachen Serben in der ersten Hälfte entscheidend in Führung. Er beendete damit das Abenteuer Europapokal für den FC, der beim "Endspiel" aufgrund der Verletztenmisere auf 14 Mann verzichten musste.

"Das ist bitter. Belgrad hatte bis zur 90. Minute nur eine Torchance, wir hatten gerade in der ersten Halbzeit unsere Möglichkeiten. Wir haben alles versucht", sagte Ruthenbeck bei SPORT1

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Belgrad nutzt erste Chance

"Wir waren zu harmlos im Abschluss. Wenn wir in Führung gehen, läuft es anders. So hat Belgrad eine Chance und gewinnt das Spiel", befand FC-Torhüter Timo Horn bei SPORT1

"Nach 60 Minuten kam von uns offensiv nicht mehr viel. Die spielerischen Mittel fehlen uns hier und da. Heute war es leider zu wenig."

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Köln-Trainer Ruthenbeck bemängelte das Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Tor: "Ich hatte das Gefühl, dass der eine oder andere da vorne nicht geglaubt hat, Tore zu machen. Da fehlte es an Selbstvertrauen. Das ist normal, wenn man die Probleme hat, die wir gerade haben."

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Angespannte Stimmung in Belgrad

Erst am Sonntag war der gebürtige Kölner zum Übergangs-Nachfolger von Peter Stöger ernannt worden, der nach viereinhalb Jahren angesichts der historischen Talfahrt in der Liga gehen musste.

Rund um das ausverkaufte "Marakana" in Belgrad herrschte am Abend angespannte Stimmung, Hunderte Polizisten sollten beim Risikospiel für Sicherheit sorgen.

Mehr als 5000 Kölner Fans waren angereist, und sie erlebten gleich mal ein Deja-vu: Ähnlich wie vor dem ersten Gruppenspiel beim FC Arsenal (1:3) standen sie lange vor den Einlässen. Ein Gästeblock wurde gesperrt, um die Lager räumlich zu trennen, dadurch wurde es noch enger für die FC-Anhänger.

Köln-Kapitän Matthias Lehmann lobte die Anhänger, die angereist waren. "Dass heute 5000 mitfahren, ist auch nicht normal", sagte Lehmann bei SPORT1. "Ein Riesenkompliment an die Fans, die die Anreise auf sich genommen haben." 

Die Kölner Fans und Belgrad-Anhänger sorgten für eine aufgeheizte Kulisse. Beim Einlaufen schossen die eigenen Fans eine Rakete in Richtung der Kölner Mannschaft - auch während des Spiels wurden zahlreiche Bengalos und Raketen gezündet. 

"Es war eine hitzige, enorme und wilde Atmosphäre", beschrieb Ruthenbeck die Stimmung im Stadion bei SPORT1(SERVICE: Diese Teams sind für die K.o.-Runde qualifiziert).

Köln dominiert zu Beginn

Nach dem Anpfiff sahen diese einen ansprechenden Auftakt ihrer Mannschaft. "Wenn wir hier brav sind, werden wir Probleme kriegen", hatte Ruthenbeck gesagt - und sein Team begann forsch. Die Anfangsphase gehörte den Kölnern, Frederik Sörensen (13.) hatte per Kopf nach einer Ecke die erste gute Chance.

Eine Minute später scheiterte Milos Jojic aus kurzer Distanz an Belgrads Torwart Milan Borjan, Köln hatte das Spiel in dieser Phase im Griff.

Nach etwas mehr als 20 Minuten ließ sich jedoch die Hintermannschaft durch einen Pass in den Rücken der Abwehr ausspielen, Srnic brachte die Gastgeber mit der ersten Gelegenheit in Führung.

Am Spiel änderte sich danach wenig, doch der FC agierte in der Spitze nicht zielstrebig genug und ging mit dem Rückstand in die Pause. "Wir haben nicht schlecht gespielt, haben ganz klare Chancne rausgespielt. Da fehlte aber die letzte Überzeugung", sagte Lehmann bei SPORT1.

"Wir können trotzdem erhobenen Hauptes gehen. Obwohl heute mehr drin gewesen wäre."

Köln fehlt der Druck

Auch nach dem Seitenwechsel tat Belgrad kaum etwas für das Spiel. Die Serben wirkten sowohl im Passspiel als auch in der Defensive nicht sonderlich sicher, dennoch schafften die Kölner es nicht, nachhaltig Druck aufzubauen.

Yuya Osako (54.) und Sehrou Guirassy (63.) kamen dennoch zu guten Chancen, der FC verzeichnete in dieser Phase schon dreimal so viele Abschlüsse wie der Gegner, vergab diese aber teilweise fahrlässig.

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