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Bundestrainerin Silvia Neid sieht einen knappen Sieg ihres Teams

Die deutschen Fußballerinnen haben im zweiten WM-Härtetest in die Erfolgsspur zurückgefunden.

In Schweden setzte sich der Europameister 220 Tage vor der Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli 2015) nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 (0:0) durch und rehabilitierte sich mit einer klaren Leistungssteigerung für das enttäuschende 0:2 vier Tage zuvor gegen Frankreich.

Dzsenifer Marozsan (76.) und die eingewechselte Alexandra Popp (79.) drehten die Partie für die deutsche Mannschaft. Star-Stürmerin Lotta Schelin (68.) hatte zunächst Schweden auf dem Kunstrasen der Behrn Arena in Örebro, für die man sich mit Blick auf den heiß diskutierten WM-Spielbelag gezielt als Austragungsort entschieden hatte, in Führung gebracht.

Gegen die Entscheidung, erstmals eine A-WM auf Kunstrasen auszutragen, lehnt sich die Frauenfußball-Elite seit geraumer Zeit auf.

62 Spielerinnen, darunter Weltfußballerin Nadine Angerer, haben aus diesem Grund in Kanada eine Klage gegen den Weltverband FIFA und den ausrichtenden Fußball-Verband CSA eingereicht. In der Klageschrift bezeichneten die Spielerinnen das "zweitklassige" Geläuf als "diskriminierend und illegal" für Weltklasse-Athletinnen.

Die von Neid im Vergleich zum Frankreich-Spiel auf drei Positionen umformierte Defensive wurde von der hochkarätig besetzten Offensive des WM-Dritten einige Male auf die Probe gestellt, ließ aber im ersten Durchgang keine klare Torchance zu. Auf der Gegenseite vergaben Jennifer Cramer mit einem Lattentreffer (8.) sowie Celia Sasic per Kopf (22.) und Anja Mittag (32.) gute Gelegenheiten zur Führung.

In der zweiten Hälfte blieb die DFB-Auswahl in der Neuauflage des EM-Halbfinales 2013 (1:0) zunächst spielbestimmend, allerdings fehlte den deutschen Offensivaktionen oftmals die letzte Konsequenz.

Das bestrafte Weltklasse-Stürmerin Schelin, die einen haarsträubenden Fehlpass von Cramer abfing, Angerer umkurvte und sich mit ihrem 73. Länderspieltreffer zur schwedischen Rekordtorschützin kürte. Doch Marozsan per direktem Freistoß aus rund 18 Metern und Joker Popp sorgten für die verdiente Wende.

Zum Jahresabschluss steht für die deutsche Mannschaft noch ein Leckerbissen auf dem Programm. Am 23. November testet die DFB-Auswahl im Wembley-Stadion gegen England (16.30 Uhr). Für die Partie sind bereits über 33.000 Tickets abgesetzt worden.

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