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Nadine Angerer wurde 2013 zur Weltfußballerin des Jahres gekürt

Angeführt von Weltfußballerin Nadine Angerer haben knapp 50 internationale Topspielerinnen ihre Drohung wahr gemacht und ihre Klage gegen die Austragung der WM 2015 in Kanada auf Kunstrasen eingereicht.

Dabei bezeichneten sie das "zweitklassige" Geläuf als "diskriminierend und illegal" für Weltklasse-Athletinnen.

Die Wahl sei sexistisch, verletze Menschenrechte und fördere zudem die Gefahr von Blessuren.

"Wir vertrauen darauf, dass sich am Ende Fairness und Gleichheit gegen Sexismus und Starrsinn durchsetzen", sagte Anwalt Hampton Dellinger der BBC.

Die Klageschrift gegen den Fußball-Weltverband FIFA und den kanadischen Verband CSA wurde in Ontario eingereicht.

Ein Kompromiss scheint nicht in Sicht, nachdem die FIFA-Verantwortliche Tatjana Haenni jüngst nach einer Inspektion der sechs Spielstätten betont hatte: "Wir spielen auf Kunstrasen. Es gibt keinen Plan B."

Angerer hatte sich unlängst über die Beschaffenheit des ungeliebten Polyethylen-Untergrunds aufgeregt.

"Der Platz in Vancouver beispielsweise ist eine Frechheit, das ist Beton. Die Verletzungsgefahr ist riesig", meinte die Europameisterin und fügte an: "Ich hoffe, dass die FIFA noch was macht, so ist das peinlich."

In Vancouver findet das Finale der WM 2015 (6. Juni bis 5. Juli) statt.

Die Endrunde im kommenden Sommer in Kanada wäre die erste WM-Veranstaltung für A-Nationalmannschaften, die auf Kunstrasen ausgetragen wird.

Unter Sportmedizinern ist der Kunststoff-Teppich umstritten, weil er meist stumpfer als Naturgras ist. Da die Schuhsohle fester verankert ist, wirken größere Drehkräfte auf Gelenke und Bänder.

FIFA-Boss Joseph S. Blatter ist da offenbar anderer Meinung. Für den Schweizer ist Kunstrasen "die Zukunft des Fußballs", weil sich die Beschaffenheit des Belags inzwischen verbessert habe.

"Es gab Zeiten, in denen das Spielen auf künstlichem Untergrund ein Alptraum war. Kunstrasen war wie Teppich auf Beton. Doch die Qualität hat sich stark verbessert", sagte Blatter.

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