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Nadine Angerer wehrt sich gegen eine WM auf Kunstrasen

Im Streit über die Ausrichtung der Frauenfußball-WM 2015 in Kanada auf Kunstrasen hat das Gericht für Menschenrechte in Ontario einen von 60 Fußballerinnen eingereichten Antrag auf ein Eilverfahren abgelehnt.

Wegen der juristischen Komplexität der Angelegenheit würde selbst eine beschleunigte Anhörung nicht mehr zu einem rechtzeitigen Ergebnis führen, lautete die Begründung des Tribunals am Freitag.

Die Endrunde beginnt am 6. Juni.

Stattdessen bot das Tribunal an, den Konflikt zwischen den klagenden Spielerinnen um Weltfußballerin Nadine Angerer sowie dem ausrichtenden kanadischen Verband CSA und dem Weltverband FIFA per Mediation zu schlichten.

Da die CSA den Vorschlag allerdings ablehnte, wird Hampton Dellinger als Anwalt der Spielerinnen das Gericht aufrufen, die Entscheidung zu überdenken.

In ihrer Anfang Oktober eingereichten Klageschrift bezeichneten die Spielerinnen das "zweitklassige" Geläuf als "diskriminierend und illegal" für Weltklasse-Athletinnen.

Außerdem sei die Wahl der Spieloberfläche sexistisch, verletze Menschenrechte und fördere die Gefahr von Blessuren.

Außerdem sei einigen klagenden Spielerinnen vonseiten der FIFA und nationalen Verbänden mit Repressalien gedroht worden, falls sie ihre Klage nicht zurückziehen.

Der Weltverband hat alle Einwände der Spielerinnen abgeschmettert.

Es existiere "kein Plan B" für den Fall eines Spielverbots für Kunstrasen, außerdem sei in Zukunft auch eine Männer-WM auf dem künstlichen Geläuf vorstellbar.

Die Frauen-Endrunde wäre die erste WM-Veranstaltung für A-Nationalmannschaften, die auf Kunstrasen ausgetragen wird. Austragungsorte sind Vancouver, Edmonton, Winnipeg, Ottawa, Montreal und Moncton.

Außerdem hatte der Weltverband am Freitag auf seiner Homepage ein Interview mit dem schwedischen Sportmedizin-Professor Jan Ekstrand auf seiner Homepage veröffentlicht.

Der Experte erklärte mit Verweis auf entsprechende Studien: "Auf Kunst- und Naturrasen besteht insgesamt das gleiche Verletzungsrisiko."

Zuvor hatte der Disput auch die US-Politik erreicht. 13 Senatoren schlossen sich mit Briefen an FIFA-Boss Sepp Blatter und US-Soccer-Präsident Sunil Gulati dem Protest der Spielerinnen an und forderten den Beginn von fairen Verhandlungen mit den Athletinnen.

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